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Robert Schroeder / Evolution – CD-Review

Nachdem der Elektronik-Künstler Robert Schroeder Anfang 2025 das Album "Mosaique" (1981) unter dem Titel Mosaique Edit 2025 auf dem Markt brachte, folgte Ende 2025 Relaxesizer.

Mit "Evolution" begibt sich der Musiker abermals auf einen Trip »[…] durch weite Klanglandschaften, in denen […] Meditation über Veränderung, Zeit und inneres Erleben verschmelzen. Auf "Evolution" entfaltet sich eine Klangwelt, die zugleich introspektiv und expansiv ist – […] sehr emotionell, feinsinnig und zart. […]«
Das Zitat stammen aus den Liner-Notes.

Robert Schroeder hat auf "Evolution", erschienen bei Spheric Music, neun Songs untergebracht.
Die bringen es auf eine ansehnliche Gesamtspielzeit von 63:23 Minuten.
Nicht ohne Grund gab Robert Schroeder seiner neunundvierzigsten Veröffentlichung den Titel "Evolution", was soviel heißt wie Entwicklung.

Der das Album eröffnende Track "Crying Heart" beginnt dramatisch-düster.
Daraus modelliert der Künstler im Folgenden eine sphärische Atmosphäre, die von einer feinen Rhythmik begleitet wird. Die Komposition erhebt sich ziemlich schnell über die Wolkendecke in Richtung Kosmos. Nach zirka vier Minuten zündet Robert Schroeder den Raketenantrieb und der Track nimmt richtig Fahrt auf. Herrliche Melodiebögen entwickeln eine anziehende Stimmung und schon ist man bei diesem Track nicht nur dabei, sondern mittendrin. Die Gemüter beruhigen sich etwas und bei dieser kosmischen Reise genießt man einen Blick aus dem Fenster der Raumkapsel. Am Ende dieses Trips liegt die Kraft in der Ruhe.

Nahtlos geht es mit "Tender Touch".
Auch dieses Lied knackt die acht Minutenmarke und vollendet den Eindruck, den uns der Songtitel vermittelt. Die Musik gleitet schwerelos dahin wie auf den Schwingen eines Adlers. Die Stimmung ist herrlich relaxt, wunderschön, anmutig. Wir vernehmen fantasievoll arrangierte Blechbläserklänge. Drum-Sounds kreieren einen dezenten Rhythmus. So als würde ein Schlagzeuger nur die Kante einer Trommel einsetzen. Dieses Stück ist wie eine Wundertüte, gefüllt mit vielen schönen Klang-Überraschungen. Saxofon-Töne kehren zurück und die abnehmenden Klangmuster enden schließlich im luftleeren Raum.

Mit Blick auf die Spielzeiten dauert das Titelstück "Evolution" ebenfalls über acht Minuten.
So kennt man den Elektronik-Künstler. Er gestaltet immer wieder neue Strukturen der Anmut, Zurückhaltung und haucht auch dieser Nummer einen ästhetische Stimmung, die in unserer Vorstellung ständig virtuell neue Bilder entstehen lässt. "Evolution" mäandert zwischen entspannten Teilen und flotteren Phasen. Hier ist was los. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass der Musiker jedem Stück ein schönes Outro gibt. Ein Highlight!
"Flight Of Illusions" verfügt über einen besonderen Kick.
Zum Einstieg hören wir lautmalerische Improvisationen, die sich zwischen den beiden Kanälen auf Wanderschaft begeben. Dann lässt Robert Schroeder unseren Vorstellungen freien Lauf. Wow! In dieser Nummer ist voller Wendungen. Man wird hin- und her gerissen. Hypnotisch flott ist die Taktung und abermals lauschen wir den zum Teil lautmalerischen Improvisationen und relaxten Synthesizer-Sounds. Der "Evolution"-Kosmos ist unendlich.

Zurücklehnen, Augen zu, träumen, relaxen.
Nichts anderes ist "Lay Back". Wer in Erdumlaufbahnen Eindrücke unseres blauen Planeten erleben möchte, ist hier genau richtig. Entspannung in vollen Zügen.
"Falling From Sky" ist keine Bauchladung sondern eine sehr gelungene Rückkehr aus der Umrundung der Erde. Die Fallschirme der Raumkapsel haben sich entfaltet und der Rhythmus zählt quasi die Sekunden bis zur Ladung runter. Auch dieses Stück ist Hingabe in verführerische Klänge und musikalische Hingabe. Touchdown!
"Deeply Emotional" geht unter die Haut. Dieses Lied erreicht, wie alle anderen auch, unser Herz. Robert Schroeder, die Sound-Koryphäe.
Das Album schließt mit "Brainstorm". Hier geistern die Gedanken nicht wie ein Gewitter mit Donner und Blitzen durch das Gehrin. Vielmehr sortieren und entfalten sich die Überlegungen, Ideen im einem relaxt-farbenfrohen Modus.

"Evolution" von Robert Schroeder reflektiert die unendliche Weite des Weltraums und ist gleichzeitig doch so nah.
"Evolution" von Robert Schroeder ist, vor seinem fünfzigsten Album, ein Highlight.


Line-up Robert Schroeder:

Robert Schroeder (all instruments)

Tracklist "Evolution":

  1. Crying Heart (8:15)
  2. Tender Touch (8:36)
  3. Flight Of Illusions (6:46)
  4. Lay Back (6:39)
  5. Evolution (8:17)
  6. Deeply Emotional (6:50)
  7. Falling From Sky (6:21)
  8. Love Gone By (5:52)
  9. Brainstorm (5:47)

Gesamtspielzeit: 63:23, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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