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Scott Krokoff – Konzertbericht, 14.07.2018, Zur Scharfen Ecke, Sande

Scott Krokoff / Sande, Zur Scharfen Ecke

Mit den beiden CDs "Realizations & Declarations, Vol. 1 und Vol. 2" hatte ich den New Yorker Rechtsanwalt Scott Krokoff, dessen große Liebe neben seiner Familie die Musik ist, bereits vorgestellt. Im Rahmen einer etwa einwöchigen Kurztournee durch die Niederlande, Belgien und Deutschland konnte ich es realisieren, dass er auch in der Kultgaststätte "Zur Scharfen Ecke" in Sande sein letztes Konzert der Tour spielen konnte. Für seine Auftritte hatte er einen guten Freund aus Belgien zur Seite, den Schlagzeuger und Perkussionisten Bart Reniers.

Die Show startete mit zwei bekannten Titeln, "The Right Place" und "A Better Life", und im Laufe des Konzerts spielte Scott zunächst ausschließlich seine eigenen Songs, alte und neue, von denen aktuell erst zwei auf einer Single veröffentlicht wurden, und ich hoffe sehr, dass sie bald zu einem neuen Longplayer führen werden. So besitzen Stücke wie "Fortunately" – eine sehr schöne Liebeserklärung an Jene, die man liebt und die zu einem halten – sehr viel Ausstrahlung und zeigen die stark emotional geprägte Seite des Musikers.

Später fanden dann doch noch zwei Fremdkompositionen den Weg auf die lange Playlist des fast zweistündigen Konzerts. Zum einen war das "Heart Of Gold" von Neil Young, stilecht mit Mundharmonika, und zum anderen das Ergebnis eines Wunsches, doch einen Song der Eagles zu spielen. Und das war gleich einer meiner liebsten Titel der Band, "Peaceful Easy Feeling". Diesen Wunsch konnten die Musiker auch gar nicht abschlagen, denn Bestandteil des Konzerts war eine Feier zu einem fünfzigsten Geburtstag und der nun Fünfzigjährige trug diese Bitte vor.

Bart Reniers und Scott Krokoff

Bart Reniers und Scott Krokoff

Scott präsentierte eine Mischung aus schnelleren Nummern und feinen Balladen, allesamt mit großer Melodik und Harmonie ausgestattet. Der Mann von der East Coast vermochte hierbei ein starkes West Coast-Feeling zu verbreiten. Ich hatte ja bereits darauf hingewiesen, dass sich der Sound stark aus der Musik der Sechziger und Siebziger speist und Spuren von Jackson Browne oder Dan Fogelberg aufweist, aber auch die Interpretation des Songs der Eagles zeigte auf, wohin die Assoziationen zu ziehen sind. Je nach Titel war der Gesang gefühlvoll zurückhaltend oder auch kraftvoll gestaltend, stets jedoch mit persönlicher Note und viel Ausdruck versehen.

Einige meiner Lieblingssongs am Abend waren "Glimpse Of Your Face", "I Got Nothing", "Walter Mitty" und das ganz zum Schluss vorgetragene hochemotionale "Groundhog", für mich eins der bisher besten Stücke von Scott, im Übrigen nur von ihm allein mit seiner Gitarre präsentiert. Das war dann auch der einzige Titel, den er allein vortrug, denn ansonsten begleitete Bart Reniers auf seiner neuesten Errungenschaft, einem Drum-Set von Loota, einer finnischen Firma. Das Set sieht aus wie ein Cajon, beinhaltet jedoch eine Bass Drum, eine Snare Drum, ein Becken und ein Hi-Hat. Somit ist es ein perfektes Instrument für kleine Gigs und kann schnell auf- und abgebaut werden. Bart und Scott waren sehr gut aufeinander abgestimmt und je nach Art des Songs begleitete Bart entweder druckvoll oder zurückhaltend und gestaltend. Zum Schluss noch einmal mein besonderer Dank an Mozart von der Scharfen Ecke dafür, dass er dieses Konzert ermöglichte.


Line-up Scott Krokoff:

Scott Krokoff (vocals, acoustic guitar, harmonica)
Bart Reniers (Loota drum set)


Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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