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Sinner / Boom Bang Goodbye – Digital-Review

Sinner / Boom Bang Goodbye

Mit einem emotionalen Paukenschlag verabschieden sich Sinner von ihren Fans und lassen es auf ihrem Abschiedsalbum "Boom Bang Goodbye" noch einmal leidenschaftlich krachen. Elf professionell produzierte Songs, die durchaus an der einen oder anderen Stelle Gänsehaut auslösen können. Schließlich ist die Hard & Heavy-Welt immer für Gefühle gut. Das erdige Album überzeugt aus einem Guss und es würde nicht überraschen, wenn es als ein Konzeptalbum angelegt worden wäre, was aber offenbar nicht zutrifft. Im Stile eines Best-Of-Albums erklingen hier feine Werke, die allerdings alle im Hier und Jetzt entstanden sind und mit einer starken Gitarrennote eine zeitlose Präsenz abgeben. Sinner untermauern ihren Anspruch als eine der renommiertesten deutschen Heavy Metal-Bands, benannt nach ihrem Gründer, Sänger und Bassisten, dem deutschen Heavy Metal-Musiker und Produzenten Mat Sinner. Gleichwohl kommen bei ihm immer auch die Freunde des gepflegten Hard Rocks auf ihre Kosten.

Mat Sinner, der die Band 1981 in Stuttgart gegründet hat und gleichzeitig durch Primal Fear und das Projekt Rock Meets Classic bekannt geworden ist, verabschiedet sich auf dem Höhepunkt der Bandkarriere von den Fans und legt zumindest bei Sinner offiziell den Bass aus der Hand. Die große Popularität ist alles andere als ein Zufallsprodukt; für den anhaltenden Erfolg der Formation sorgten allein 19 Studioalben und unzählige Tourneen.

Auf dem Album "Boom Bang Goodbye" versammelt Mat Sinner noch einmal eine beeindruckende Auswahl langjähriger Weggefährten und hochkarätiger Gäste um sich. Alex Scholpp (Gitarre) und Moritz Müller (Drums) bilden das Fundament der Platte, ergänzt von Jim Müller (Kissin' Dynamite), Lisa Müller sowie dem früheren Sinner-Weggefährten Mathias 'Don' Dieth, der bereits auf den wegweisenden Alben "Comin' Out Fighting" und "Dangerous Charm" zum Line-up gehörte. Mit Magnus Karlsson (Primal Fear) ist ein weiterer profilierter Gitarrist an Bord, der zugleich auch als Sänger auftritt.

Noch einmal ziehen Sinner alle Register: "Dreams Can Come True" ist eine Power Metal-Hymne allerbester Prägung, wofür allein schon der Name steht. "Wait" gleicht einem Aufschrei, als wollen die Musiker verkünden: 'Wir geben noch einmal alles', was ausnahmslos auf alle Tracks zutrifft. Die Singleauskopplung Leave It All Behind ist für mich ein Glanzstück, wenn nicht sogar der Favorit auf der Platte. Mit Sänger Ronnie Romero  gehört dieses Lied zu den etwas ruhigeren Songs im Hard Rock-Gewand, ohne dass es als Schnulze endet. "All Night Long" bündelt noch einmal alle Kräfte und "Are You Ready" kann dem Namen zufolge ebenfalls kein Lied von Trauigkeit sein. Mit "Hellbreaker" befinden sich Sinner klar auf der Poleposition. Ich weiß nicht warum, aber die Melodie und der Rhythmus bei "Hellbreaker" erinnern mich fortlaufend an den Refrain aus "Wild Child", einem Lied der Band W.A.S.P. In deren Hochzeit gehörte die 1982 gegründete US-amerikanische Metal-Band aus Los Angeles um Sänger und Gitarrist Blackie Lawless zu meinen Lieblingen. "Wild Child" ist übrigens auf dem zweiten Studioalbum "The Last Command" zu finden.

Das abschließende Quartett mit "Turn The Page", "Road To Remember", "Under The Moonlight" und "Power" steigert die Energieleistung der Band noch einmal und setzt auf einen kräftigen Gute-Laune-Effekt. "Turn The Page" mit Saga-Frontmann Michael Sadler steigert beim Hören das Glücksgefühl, doch bei einer solch hohen Dosis Gute-Laune-Musik muss irgendwann so etwas wie Wehmut einsetzen. Dennoch sollte hier kein großer Abschiedsschmerz aufkommen. Dieser setzt von allein ein, wenn später die Regler verstummen. "Road To Remember" gehört in die Rubrik 'Classic Rock',

Es ist ein gutes Gefühl, Sinner auf einem solchen Reifegrad zu hören, ja zu erleben. Von der ersten bis zur letzten Minute wird ein hohes Niveau mit internationalem Format abgerufen. Das große Finale geht gewiss als ein Meilenstein ein und bleibt als solcher in guter Erinnerung.


Line-up Sinner:

Mat Sinner (bass, vocals)
Alex Scholpp (guitars)
Jim Müller (guitars)
Moritz Müller (drums)
Lisa Müller (keyboards)

With
Renan Zonta (vocals – #1)
Michael Bormann (vocals – #2,9)
Michael Sadler (vocals – #8)
Ronnie Romero (vocals – #3,4,7)
Erik Martensson (vocals – #6)
Björn 'Speed' Strid (vocals – #5)
Sascha Krebs (vocals – #10)
Magnus Karlsson (vocals, guitar – #11)
Mathias 'Don' Dieth (guitar – #6)

Tracklist "Rebellen & Helden":

  1. Dreams Can Come True (4:12)
  2. Wait (3:23)
  3. Leave It All Behind (4:11)
  4. All Night Long (4:37)
  5. Are You Ready (3:20)
  6. Born To Run (4:20)
  7. Hellbreaker (2:59)
  8. Turn The Page (3:12)
  9. Road To Remember (3:56)
  10. Under The Moonlight (3:52)
  11. Power (4:53)

Gesamtspielzeit: 42:55, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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