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Smokemaster / In The Temple – CD-Review

Smokemaster - "In The Temple" - CD-Review

Es war im Mai 2020, als das gleichnamige Debütalbum der Kölner Psychedelic Rock-Band Smokemaster das Licht der Welt erblickte. Seinerzeit noch von der Pandemie gebeutelt, ist das Quintett nun aber bereits seit Jahren fleißig auf den Bühnen im In- und Ausland tätig. Ein zweites Album mit dem Titel "Cosmic Connector" kam auf den Markt und dennoch lief nicht alles so glatt und reibungslos, wie es wahrscheinlich gewollt gewesen wäre. Nach dem genannten zweiten Werk packte nämlich der Sänger und Frontmann Björnson Bear seine sieben Sachen und zog von dannen. Nun liegt die dritte Scheibe der Rheinländer mit dem Namen "In The Temple" vor. Als Gastsänger konnten sie dafür den Schotten Jack McAfee (The Miracle Seeds) verpflichten, der nach den Aufnahmen jedoch wieder zu den Seeds zurückgekehrt ist. Mittlerweile ist Patrick Rose neues Bandmitglied und der Mann hinter dem Gesangsmikrophon, zu "In The Temple" hat er allerdings noch nichts beitragen können.

Kommen wir zur Platte: Bereits die ersten sechzig Sekunden des Openers "No Other One" lassen den Hörer ganz tief in den Psychedelic Rock Kaliforniens etwa Mitte der sechziger Jahre eintauchen. Wie verzaubert findet man sich im Byrds-Land zu Zeiten von deren Alben "Fifth Dimension" (1966) oder "Younger Than Yesterday" (1967) wieder. Die Atmosphäre ist also gesetzt und neben der klassischen Rock-Besetzung mit übrigens klasse Keyboard- und vor allem Orgel-Sounds von Tobias Tack setzen den Songs die eher exotischen Instrumente Sitar, Querflöte und Schraubendreher (!) die Kirsche auf die Torte. Übrigens alle gespielt von Jerome 'Jay' Holz, der darüber hinaus für die Gitarren und zusätzliche Vocals zuständig war. Aber auch der 'Maschinenraum' mit Tobias Schmidt am Bass und Lukas Bönschen an den Drums zaubern nicht nur einen klasse Sound hin, sondern ergänzen ihr Spiel mit jeder Menge Feeling.

Der Gesang von Jack McAfee kommt sanft, verträumt und melodisch. Das passt zwar hervorragend zu dieser Musik, ist mir auf die Dauer eines kompletten Albums dann aber doch irgendwann etwas zu gleichförmig. Was mit Sicherheit auch daran liegt, dass die Lead Vocals ziemlich tief im Mix begraben liegen. Diesen Ansatz bzw. diese Vorgehensweise versteht der Rezensent durchaus und wie der Gesang nun auf dem fertigen Album klingt, war mit Sicherheit auch genau so von der Band gewollt. Dem Verfasser dieser Zeilen hätte über die Länge einer ganzen Platte der eine oder andere Ausbruch nach oben oder unten besser gefallen, aber das mag reine Geschmackssache sein. Ansonsten gibt es bei "In The Temple" tatsächlich sehr wenig zu meckern. Die deutlichen Inspirationen durch amerikanische Bands, die Mitte bis Ende der Sechziger in und rund um Los Angeles ihr emsiges Treiben hatten, wurde bereits erwähnt. Ein absoluter Pluspunkt für Smokemaster ist allerdings auch, dass sie diesen Sound ganz hervorragend eingefangen haben.

Somit kann man Smokemaster bescheinigen, mit "In The Temple" ein richtig gutes Album zum Abhängen, die Seele baumeln lassen sowie auch zum begeisterten Zuhören abgeliefert zu haben. Speziell, wenn der Hörer sowieso ein Faible für die bereits erwähnten Byrds, aber auch Grateful Dead, Jefferson Airplane und die Protagonisten der damaligen Zeit bzw. Szene hat. Bei diesem Werk einzelne Songs hervorzuheben, fällt dem Rezensenten eher schwer, da er die neun Tracks mit einer Spielzeit von einer knappen dreiviertel Stunde sowieso als ein großes Ganzes ansieht. Somit also von dem oben erwähnten kleinen Abzug in der B-Note alles gut, alles klar und bereits für weitere Durchläufe in meiner Anlage geplant. Coole Sache!


Line-up Smokemaster:

Jerome 'Jay' Holz (guitars, sitar, flute, vocals)
Tobias 'Tobmaster' Schmidt (bass)
Jack McAfee (lead vocals)
Lukas Bönschen (drums & percussion, vocals)
Tobias Tack (organ, synthesizers, keyboards, sampling)

Tracklist "In The Temple":

  1. No Other One
  2. Sounds From The Ether
  3. Do It Again
  4. Down In The Salt Mines
  5. In The Temple
  6. Under The Sun
  7. Peace Of Mind
  8. Electromagnetic
  9. Citrus Leaves

Gesamtspielzeit: 43:26, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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