"AntiNuclear Blues" dokumentiert Louisiana Reds Auftritt beim American Folk Blues Festival 1981 (Bonus Tracks 10-14) sowie Aufnahmen im Bunkerstudio Bad Wildungen, 1983 (Tracks 1-9).
Auf einigen Stücken im Bunkerstudio begleitet Gerhard Engbarth Louisiana Red.
Beim Festival-Mittschnitt hören wir auch Hubert Sumlin, Lurrie Bell (beide E-Gitarre) beziehungsweise Bob Stroger am Bass.
Über Louisiana Red (1932-2012) schreibt MIG Music in der Pressemitteilung unter anderem:
»[…] Der frühe Werdegang von Iverson Minter, auch bekannt als Louisiana Red, war geprägt von Leid. Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt an einer Lungenentzündung. Als er fünf Jahre war, wurde sein Vater vom Ku-Klux-Klan hingerichtet. Danach lebte er in Waisenhäusern, bis er den Rest seiner Kindheit bei seiner Großmutter verbringen konnte. […] Bluesmusiker wollte Iverson werden, seit er Muddy Waters kennengelernt hatte. Ende der 1950er Jahre spielte er in der Band von John Lee Hooker. […] In den 1980er Jahren verpflichtet Fritz Rau Louisiana Red für sein erfolgreiches Festivalformat American Folk Blues Festival. […]«
Im Original erschien "Anti-Nuclear Blues" 1983 als LP und im Spätsommer 2026 brachte man das Album als CD mit fünf Bonus-Tracks auf den Markt.
Mit dem ersten Song "Anti-Nuclear Blues", einem Protest-Blues, hinterlässt der Protagonist einen groovenden Fußabdruck eines akustischen Zwölftakters. Kaum sind die 3:43 Minuten vergangen, haben wir es mit einem Highlight zu tun.
Gleich im zweiten Track ("Reagan Is For The Rich Man") ist Gerhard Engbarth, der auch einen Teil der Liner-Notes in englischer Sprache verfasste, mit von der Partie. Der Gitarren-Sound wird um einiges voluminöser und man freut sich über herrliche Bottleneck-Klänge, die man auch in zwei Solo präsentiert. Pure Emotionen, auch gesanglich. Juke Joint-Stimmung.
"Still Crying About Detroit".
Blues in Slow Motion und Text teilweise im Spoken Words-Modus.
So macht akustischer Blues richtig Spaß. Gefühle mit einer Extraportion Gänsehaut. Louisiana Red mit einer sehr persönlichen Handschrift. So, wie man ihn aus seinen vielen Veröffentlichungen kennengelernt hat.
Rau, riffig und flott ist dieses "No More Destruction In This Land", abermals mit Gerhard Engbarth und zwischendrin ein feines Harp-Intermezzo.
"I’m Tired" ist groovender E-Gitarren-Blues und wie gemacht für die Fußwippe oder den Tanzboden. Der elektrische Sechssaiter im Doppelpack mit Gerhard Engbarth.
Da glänzt der Louisiana Red-Stern ganz hell und es müssen definitiv nicht immer die ganz großen Namen des Blues sein, um Begeisterung auszulösen.
Noch vor den fünf Songs vom American Folk Blues Festival 1981 legt der Künstler mit "Bessie" ein ausgiebiges Liebeslied der besonderen Art vor. Zwei Musiker, zwei Gitarren, überschwängliche Emotionen, klasse Soli, tief verwurzelt im Blues des Mississippi Deltas. Hochkaräter!
Dann "I’ll Get To Victory". Ohne Zweifel ein weiteres Highlight, denn Louisiana Red schlüpft in diesem Stück in die Rolle eines der Gospel-Prediger. Vocals pur, nur begleitet von Finger-Schnips. Beeindruckend!
Den Louisiana Red-Blues muss man einfach gut finden.
Ein erster Fingerzeig bei den Bonus-Tracks offenbart, dass Louisiana Red seine Emotionalität auch auf der Bühne in vollem Umfang umsetzen kann. Und dann auch noch begleitet von bemerkenswerten Mitmusikern wie Hubert Sumlin beim "Woodchopping Blues" mit Slide-Klängen.
"I Love" stammt aus der Feder von Hubert Sumlin. Der ist hier allerdings nicht dabei. Dafür hören wir Lurrie Bell. Für den Groove sorgen Bassmann Bob Stroger sowie Odie Payne am Schlagzeug in einem Chicago-Style Blues.
In voller Besetzung (mit drei Gitarristen) genießen wir einen Funk-Rohdiamanten namens "Everything I Do Gonna Be Funky". Hammer, hier kommt Jam-Stimmung mit ein wenig Boogie auf. Eine Vollbedienung in Sachen Improvisation. Das Publikum geht voll mit.
Allseits bekannt ist das relaxte "Flip, Flop And Fly" versehen mit klasse Chorgesang, Kazoo-Einlage und Washboard-Solo von Washboard Doc. "Shake, Rattle And Roll", ebenfalls einer der Klassiker des Blues, wird zu einer Party-Nummer bei der Stimmung steil geht.
"AntiNuclear Blues (Bonus Track Edition)" von Louisiana Red ist beste Blues-Unterhaltung.
Louisiana Reds Fahne des Blues weht ganz oben am Mast.
Die Bonus Tracks sind eine beeindruckende Ergänzung des "Anti-Nuclear Blues"-Albums aus dem Jahr 1983.
Line-up Louisiana Red:
Louisiana Red (vocals, guitar, electric guitar, Dobro, harmonica)
Gerhard Engbarth (guitar, electric guitar)
Hubert Sumlin (electric guitar – #10,11)
Lurrie Bell (electric guitar – #11,12)
Lucky (vocals, guitar – #13,14)
Bob Stroger (electric bass – #11,12)
Odie Payne (drums – #11,12)
Washboard Doc (washboard – #13,14)
Flash (vocals – #13,14)
Tracklist "AntiNuclear Blues (Bonus Track Edition)":
- Anti-Nuclear Blues (3:43)
- Reagan Is For The Rich Man (3:51)
- Starving In Detroit (4:52)
- Still Crying About Detroit (6:33)
- Tribute To Tampa Red (2:31)
- No More Destruction In This Land (5:08)
- I’m Tired (3:49)
- Bessie (7:19)
- I’ll Get To Victory (4:23)
- Woodchopping Blues [Bonus Track] (5:48)
- Everything I Do Gonna Be Funky [Bonus Track] (3:34)
- I Love [Bonus Track] (4:17)
- Flip, Flop And Fly [Bonus Track] (5:20)
- Shake, Rattle And Roll [Bonus Track] (4:57)
Gesamtspielzeit: 66:07, Erscheinungsjahr: 2026



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