«

»

Taj Mahal & Keb' Mo' / Room On The Porch – Digital-Review

Taj Mahal & Keb' Mo' - "Room On The Porch" - Digital-Review

Muss man die beiden Blues-Musiker Taj Mahal und Keb' Mo' wirklich noch vorstellen? Hier nur ein kurzer Abriss zweier lebenslanger Karrieren: Taj Mahal wurde im Mai 1942 im US-Bundesstaat New York geboren und zog nach einigen weiteren Stationen 1964 nach Kalifornien, wo er zusammen mit dem Gitarristen Ry Cooder die Rising Sons gründete. Sein erstes Soloalbum erschien im Jahr 1968. Der in Los Angeles geborene Keb' Mo' ist kanpp zehn Jahre jünger, startete seine Karriere in einer Vielzahl von Bands jedoch auch bereits Ende der sechziger Jahre. Sein erstes Album ("Rainmaker") unter eigenem bzw. seinem Geburtsnamen Kevin Moore erschien 1980. Allerdings dauerte es anschließend wieder 14 Jahre, bis 1994 die nächste Scheibe, dann schon unter dem Namen Keb' Mo', auf den Markt kam, mit der er erwähnenswerterweise direkt den W.C. Handy Award gewann. Die erste Zusammenarbeit der beiden Musiker erschien 2017 unter dem Namen "Tajmo".

Die erste Platte ist dem Rezensenten zwar nicht bekannt, aber die Erwartungshaltung war natürlich erst mal ziemlich hoch. Und wie sich bereits beim eröffnenden Titeltrack herausstellt, wird diese auch nicht enttäuscht. Eine herrliche Fiddle, mit Besen gespielte Drums und verschiedene Saiten-Instrumente kreieren einen 'warm' klingenden Soundteppich, über den die beiden Protagonisten sowie als Gast die gute Ruby Amanfu ihren Gesang legen. Leider waren zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Reviews noch keine weiteren Informationen zum vertretenen Line-up zu finden, da jedoch sowohl Mahal, als auch Mo' hervorragende Gitarristen sind darf gerne vermutetet werden, dass die beiden die Saiten-Instrumente zum größten Teil selbst übernommen haben. "My Darling, My Dear" spielt den gleichen Stiefel dann weiter, immer wieder auch unterstützt von sehr guten und souligen, fast gospeligen weiblichen Background Vocals.

"Junkyard Dog" wird von einer feinen Hammond eröffnet, bevor Drums, Bass und Gitarre den Groove auf die Bildfläche zaubern. Tief in den Blues taucht das vom Titel schon bezeichnende "Blues’ll Give You Back Your Soul" ein, während es sich bei "Make Up Your Mind" um herrlich beschwingten Country Blues handelt. Und selbst wenn "Thicker Than Mud" als einziger Track vielleicht ein bisschen abfällt, so wird dies von "She Keeps Me Movin'" wieder mehr als wett gemacht. Insgesamt also starke Songs, die auch hervorragend aufs Band gebracht wurden. Und das ist schon mal mehr als die halbe Miete.

Zwar sehr bekannt und schon wie oft gehört, schafft es die Nummer "Nobody Knows You When You’re Down And Out" aber auch hier wieder zu den Höhepunkten eines Albums zu gehören, das von vornherein mit Höhepunkten alles andere als geizt. Wie zu erwarten ist auf "Room On The Porch" zwar kaum etwas Innovatives zu finden, dafür kann man dieser knappen dreiviertel Stunde Musik zu jeder Zeit anhören, was für einen Spaß nicht nur die beiden Haupt-Protagonisten, sondern alle beteiligten Musiker hatten. Selbstverständlich wollen und werden die beiden Blueser nicht mehr die Welt einreißen oder mit den Köpfen durch die Wand. Dennoch haben sie, wenn auch etwas ruhiger, ganze Arbeit abgeliefert.

Die Stimmen von Mahal und Mo' sind so authentisch und passend, wie es für ein Blues-Album nur sein kann. Und mit großem Respekt muss man den beiden Amerikanern darüber hinaus zugestehen, dass man ihnen ihr Alter zu keinem Zeitpunkt anmerkt. Anspiel-Tipps sind in diesem Fall eigentlich überflüssig, aber wer außer dem zu Anfang des vorherigen Absatzes genannten Track weitere braucht und/oder will, sollte sich wahlweise den Titelsong, "Blues’ll Give You Back Your Soul", "Make Up Your Mind" oder den herrlichen "Rough Time Blues" zur Brust nehmen. Sehr schönes Alterswerk!


Tracklist "Room On The Porch":

  1. Room On The Porch
  2. My Darling, My Dear
  3. Nobody Knows You When You’re Down And Out
  4. She Keeps Me Movin'
  5. Make Up Your Mind
  6. Thicker Than Mud
  7. Junkyard Dog
  8. Blues’ll Give You Back Your Soul
  9. Better Than Ever
  10. Rough Time Blues

Gesamtspielzeit: 44:38, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
Meine Beiträge im RockTimes-Archiv
News
Meine Konzerberichte im Team mit Sabine
Mail: markus(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>