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The Rockhouse Brothers / The Gift Of Giving – CD-Review

The Rockhouse Brothers / The Gift Of Giving

In wenigen Wochen ist es wieder so weit und das Fest der Liebe mit all seinen schönen, manchmal vielleicht auch weniger schönen Zutaten nimmt uns gefangen. Es duftet nach Zimt und Mandeln, geheimnisvoll raschelt das Weihnachtspapier, in welchem die Geschenke verpackt werden und natürlich darf auch die weihnachtliche Beschallung nicht fehlen. In jedem Kaufhaus oder Supermarkt, ja selbst auf der Toilette quäken die gleichen Weihnachtslieder und selbst der Morgenkaffee wird einem mit dem penetranten "Last Christmas" vergällt – oh Mann! Aber – die einen mögen es, andere eben nicht.

Zur Krönung erhielt ich dieser Tage die Anfrage, ob unser Magazin doch bitteschön die Weihnachtsplatte der Rockhouse Brothers rezensieren würde. Zuerst standen mir die Haare zu Berge, aber ok, man ist ja gern hilfsbereit. Also ab mit der Scheibe in den Player im Auto. Und ganz ehrlich, ich war dann doch einigermaßen überrascht darüber, wie angenehm die gewohnten Weihnachtslieder doch klingen können, wenn man diese, so wie die Band das auf diesem Album eindrucksvoll zeigt, ordentlich entstaubt und mal etwas anders interpretiert.

Wer aber sind The Rockhouse Brothers? Gegründet wurde die Band von den Brüdern Joey und Jamie Carnwath, die sich mit dem Drummer Wolff Reichert zusammentaten. Letzteren kannte Jamie von ihrem gemeinsamen Schaffen beim Musical "Buddy – Das Musical" in Hamburg.
Die Band spielt überwiegend Rock’n’Roll der 50er-und 60er-Jahre und das mit einer verblüffenden Lebensfreude und mitreißenden Energie.

Kein Wunder also, dass einem beim Anhören der Weihnachtsplatte nicht diese übliche, fast erdrückende Schwermut überkommt oder sich die Fußnägel automatisch steil nach oben stellen, im Gegenteil.
Schon der Opener "Santa Claus Is Coming To Town" zaubert nicht nur dem Weihnachtsmann ein Grinsen ins Gesicht.
Ein schmissiger Rockabilly jagt den nächsten, die Stimmung steigt und wenn Opa Richard mit Oma Frieda einen schmissigen Twist zu "Run Rudolph Run" unterm Tannenbaum tanzen, dann kocht die Stimmung und es steppt der Bär oder besser das Renntier. Damit die älteren Herrschaften nicht völlig außer Puste geraten, gibt es eine kleine Verschnaufpause mit "Blue Christmas": Darf ich nun zum Walzer bitten, Frieda?
Mein Favorit auf der Platte ist "White Christmas",  das Lied liebe ich schon seit Kindertagen und die Band hat dieses natürlich ebenfalls kreativ abgewandelt.

Überraschung! Natürlich darf "Last Christmas" nicht fehlen, war ja klar. Das unsägliche Lied haben die Brothers durch den Wolf gedreht und mit einem leichten Augenzwinkern zu ihrer ganz eigenen Version gemacht. Hervorzuheben ist natürlich Joeys Gesang, der sich richtig wohltuend von dem George Michaels abhebt, zumal man hier immer den Eindruck hat, es hätte ihm bei der Aufnahme jemand herzhaft in die Weichteile gekniffen.

Am Ende wird es doch noch melancholisch. Das ruhige, nachdenkliche "Have Yourself A Merry Little Christmas" erklingt zum Abschluss, um nicht ganz zu vergessen, dass die Weihnachtszeit eine besinnliche Zeit ist.

Ja, so macht Weihnachten wirklich Spaß und Santa Claus wird vermutlich beim Verteilen der Geschenke mit breitem Grinsen die Peitsche auf seinem Renntier-Schlitten im Rock’n’Roll-Rhythmus schwingen. Und selbst Weihnachtsmuffel könnten hier fündig werden.


Line-up The Rockhouse Brothers:

Joey 'The Saint' Carnwath (Gitarre, Gesang)
James' Jamie' Carnwath (Kontrabass, Gesang, Kazoo)
Wolff 'The Wolfman' Reichert (Schlagzeug, Glockenspiel, Gesang)

Tracklist "The Gift Of Giving":

  1. Santa Claus Is Coming To Town
  2. Sleigh Ride
  3. Run Rudolph Run
  4. Blue Christmas
  5. X-Miss Right
  6. Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!
  7. White Christmas
  8. Jingle Bell Rock
  9. Last Christmas
  10. Winter Wonderland
  11. Next Christmas Time
  12. Rockin' Around The Christmas Tree
  13. Have Yourself A Merry Little Christmas

Gesamtspielzeit: 31:31, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Ilka Heiser

Hauptgenres: Classic Rock, Blues Rock, Heavy Rock
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