"Slay | Kill | Erase" ist schon länger das Motto von Thronehammer, nun wurde es Namensgeber der neuen Veröffentlichung. Wobei diese gar nicht mal so martialisch ist wie sich den Begriffen nach vermuten lässt.
Thronehammer haben sich seit ihrem Debüt "Usurper of the Oaken Throne" (2019) und der Nachfolgescheibe "Incantation Rites" bis zur Kingslayer verändert. Schon letztere war eine erkennbare Weiterentwicklung – die jedoch nicht allen Fans der Anfangstage gefiel, wie ich in Diskussionen mitbekam.
"Slay | Kill | Erase" geht noch einen Schritt weiter. Die ersten zwei Minuten des Openers / Titeltracks sind recht ruhig, bevor es sich langsam steigert und schließlich der Gesang einsetzt. Trotz Growls, die Kat gut hinbekommt, und harter, sich wiederholender Riffs, wirkt der Song etwas luftiger und leichter als gewohnt. Zudem kommt ab der Mitte etwas Faszinierendes, Abgehobenes im Hintergrund. Es ist eindeutig Thronehammer und doch irgendwie etwas anders als zuvor.
Das Infoblatt beschreibt treffend meine spontanen Empfindungen bei Hören des Songs, daher möchte ich zitieren: »Die Verbindung von Epic Doom mit weitläufigen Post-Rock-Atmosphären, cineastischer Größe und Momenten überwältigender Extreme hat Thronehammer zu einer Band werden lassen, die stilistische Grenzen überschreitet, ohne die emotionale Schwere und monumentale Präsenz ihres Sounds aus den Augen zu verlieren.«
Post Metal bzw. Post Rock-Elemente sind mir bisher eher im Black Metal begegnet, aber die Verbindung mit Epic Doom und etwas Doom/Death ist durchaus reizvoll und die längeren ruhigen Passagen passen gut in die (wie bisher bereits) meistens überlangen Songs, auch hier ist die Hälfte über zehn Minuten.
Manchmal gibt es als Kontrast recht fiese Momente, beispielsweise am Ende von "To Never Return". Die Titelzeile des Songs "Onwards To Oblivion" bewirkt das Gegenteil des Begriffs – nämlich, dass sie in Erinnerung bleibt.
Die Musik von Thronehammer hatte schon seit Beginn etwas Faszinierendes, dieses ist nun facettenreicher geworden. Wobei die Melodie-Linie, die mich schon damals bei "Behind The Wall Of Frost" geflasht hatte, immer noch in abgewandelter Form eingesetzt wird. Diese Harmonie ist für mich auf gewisse Weise das Herzstück im Klangbild der Band.
Auf dem Vorgängeralbum kristallisierte sich mit der Zeit "Ascension" als mein Favorit heraus und ich habe gehofft, dass die Band sich zukünftig in diese Richtung bewegt – tatsächlich ist dies der Fall, zumindest teilweise. Gleichzeitig wurde der Death Metal-Anteil erhöht (vor allem, was die Stimme angeht), was ich so nicht erwartet habe, was mir jedoch gefällt.
Egal in welcher Form sich Thronehammer austoben, ob eher post-metallisch, episch-doomig, finster doomig oder gar deathig – es ist immer wieder reizvoll. Auf "Slay | Kill | Erase" gibt es mehr Details und Feinheiten als zuvor, das macht das Songwriting spannend und stilübergreifend.
Dies mag Fans der frühen Werke, die das Monotone mochten, nicht so gefallen, aber dafür entdecken nun wahrscheinlich andere Hörerschichten die Band, es ist eine Weiterentwicklung, die sicherlich manche Türen öffnet.
Manche mag allerdings (erneut) die Gesamtspielzeit von über 70 Minuten abschrecken, das ist nichts für Ungeduldige. Das ist jedoch so gewollt, denn wie es heißt »erschafft die Band keine gewöhnlichen Songs, sondern beschwört gewaltige Rituale aus Verzweiflung, Pathos und zerstörerischer Schönheit.«
Oder wie ich zum Vorgänger meinte »Thronehammer kennen das Geheimnis des Stahls und wissen es einzusetzen«. Dieses Wissen wurde verfeinert und beim Schmieden der neuen Songs eingesetzt, das Ergebnis ist leichter (was auch zu dem helleren Coverartwork passt) und eleganter als zuvor, jedoch nicht weniger effektiv.
So erklingt erneut der Schlachtruf "Slay | Kill | Erase" – nun auch als Titel eines Manifestes metallischer Epik.
Line-up Thronehammer:
Kat Shevil Gillham (Vocals)
Stuart West (Gitarre)
Tobias Utz (Gitarre)
Daniel Ringl (Gitarre)
Uwe Void (Bass)
Markus Ströhlein (Drums)
Tracklist "Slay | Kill | Erase":
- Slay | Kill | Erase (10:37)
- To Never Return (8:11)
- Rise Of Resistance (11:35)
- Destroyer Ov Light (5:11)
- Blade To The Heart (10:32)
- Thrown Into The Abyss (7:53)
- Dethroned (6:15)
- Onwards To Oblivion (12:36)
Gesamtpielzeit: 73:31, Erscheinungsjahr: 2026



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