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Mattanja Joy Bradley – Konzertbericht, 06.04.2025, De Brauerij, Kranenburg-Niel

Am 06. April gastierte Mattanja Joy Bradley in De Brauerij, Kranenburg-Niel.
Bei den Informationen zum Konzert lesen wir auf der De Brauerij-Website:
»[…] Die Setlist von Mattanja Joy Bradley bei diesem Konzert besteht hauptsächlich aus Liedern, die sie in Amerika geschrieben hat. Dort ist sie ein Jahr lang in einem 40 Jahre alten Wohnmobil herumgereist. Das Ergebnis ist ein wunderschönes neues Americana-Album "Desire". Mattanja erkundet darauf die tiefen Country-Wurzeln von Nashville und den gefühlvollen Blues von New Orleans. Sie gewann einen Dutch Blues Award als beste Bluessängerin. […]«
Zu ihrer Biografie gehört unter anderem auch, dass sie von 2005 bis 2016 bei der Band Bradley’s Circus aktiv war.
Im RockTimes-Archiv befinden sich zwei Album-Rezension aus den Jahren 2008 sowie 2011.
Dabei handelt es sich um Shotgun Bunny und Bang Bang Wa Wee’s.
2013 wurde sie mit dem Dutch Blues Award »[…] for best vocalist […]« ausgezeichnet.
Von ihrer Website aus der niederländischen Sprache ins Deutsche übersetzt, eröffnete sie Solo ein Konzert von Amy Winehouse. Außerdem trat sie auch im Vorprogramm von »[…] Kane, De Dijk, Blof, Wanda Jackson, Johnny Winter, Grayson Capps […]« auf.

Mattanja Joy Bradley und Rolf Verbaant im April 2025 in De Brauerij Kranenburg Niel

Mattanja Joy Bradley und Rolf Verbaant im April 2025 in De Brauerij Kranenburg Niel

Den Nachmittag in De Brauerij, Kranenburg, Niel, zu verbringen, hatte sich wieder einmal voll gelohnt.
Das Konzert von Mattanja Joy Bradley und Rolf Verbaant lockte abermals viele Leute in das De Brauerij-XXL-Wohnzimmer des Wohlfühlens.
Schon seit Langem sind die hier stattfindenden Konzerte sehr beliebt.
Zum wiederholten Mal war auch dieses Konzert ausverkauft.
Während der eineinhalb Stunden wussten Mattanja Joy Bradley sowie Rolf Verbaant durch reichlich viel musikalische Abwechslung zu begeistern.
Bei Blicken in die Runde der Anwesenden stellte man fest, dass nicht wenige Leute die Livemusik mit geschlossenen Augen genossen.
Ganz allgemein verfügte der Gig über eine große Intensivität. Selbst die Informationen von Mattanja Joy Bradley zu fast allen Songs waren begleitet von einer großen Emotionalität, die sich dann bei den Liedern in ganz mannigfaltiger Weise widerspiegelte.

Mattanja Joy Bradley saß auf einem Cajón und mit dem rechten Fuß bediente sie ein Bassdrum-Pedal. Damit forcierte sie auf geschickte Weise die diversen Rhythmen ihrer ans Herz gehenden Songs.
Die Lieder hatten Tiefe, verursachten Gänsehaut.
Von sensibel-dezent bis kräftig rockend präsentierten Mattanja Joy Bradley sowie Rolf Verbaant eine relativ große Palette an Genres, die vom Blues über Roots und Singer/Songwriter bis hin zum Americana reichte.
Von Emotionen sprechend, gab es definitiv einen ganz besonderen Punkt bei diesem Gig, den man wohl so schnell nicht vergessen wird. Mattanja Joy Bradley erzählte von einem Unfall, den sie in England hatte. Sie kam ins Krankenhaus und wollte auf keinen Fall, dass ihre Mutter davon erfuhr. Ärger war vorprogrammiert. Doch es war ihre Mutter, die sie als erstes anrief und ihr Hoffnung gab. Alles wird gut. Nach der Geschichte musste Mattanja Joy Bradley tief durchatmen und sich für einen Moment sammeln. Es folgte die herzzerreißende Ballade "Wash Me Momma".

Rolf Verbaant war Mattanja Joy Bradleys kongenialer Partner auf der E-Gitarre.
Mit seinen Soli bereicherte er die Lieder auf seine persönliche Art. Die Fans des Slide-Gitarren-Sounds kamen bei diesem Gig voll auf ihre Kosten. Dabei entwarf Rolf Verbaant ganz unterschiedliche Klangmuster, die von sinnlich-dezent, melancholisch bis bluesig-kräftig reichten.
Sowohl Mattanja Joy Bradley als auch Rolf Verbaant machten gegen Ende von nicht wenigen Songs ausreichend Gebrauch vom Tremolo-Hebel an ihren Arbeitsgeräten. "Liquid Sunshine", das höchst emotional aus den Tiefen ihrer Seele gesungen wurde und eines der Lieder war, in denen Rolf Verbaant das Bottleneck mit sehnsüchtigen Gefühlen über die Saiten gleiten ließ, gehörte zu den Höhepunkten.
Aber auch ohne das Metallröhrchen waren seine Alleingänge von bemerkenswerter Vielfalt geprägt und dafür bekam er mehrmals Szenenapplaus.

Wie angekündigt, zog sich natürlich Mattanja Joy Bradleys USA-Reise wie ein roter Faden durch das Konzert. Es standen unter anderem beeindruckende Live-Versionen ihres Albums "Desire" mit dem ruhigen Titelsong, einem von akzentuierten Riffing begleitetes "California" oder dem mit Latin-Feeling servierten "Siren Song" auf dem Programm.
So überzeugend, wie sie in Sinnbildern der Einkehr sang, konnte sie in anderer Form in den Blues einstimmen. So gab sie Auskunft darüber, dass sie nach Konzerten Blues hören musste. Dabei nannte sie John Lee Hooker. Der Mattanja Joy Bradley-Blues trug unter anderem den Namen "Bad Girl". Nicht nur hier kreierte die Protagonistin herrlich Grooves, die ein ums andere Mal die Fußwippe in Aktion brachte. In "Sucker For Love" verschärfte sie den Rhythmus durch Schlagen auf den Gitarren-Korpus.
Coversongs hatte Seltenheitscharakter. Auf hohem Niveau interpretierte Mattanja Joy Bradley "Back To Black" von Amy Winehouse und die phasenweise gesanglichen Phrasierungen ihrer eigenen Texte sprachen Bände.
"I Can’t Love You Anymore" streckte seine Hand nach dem Boogie im Blues aus. Man hätte nicht nur zu diesem Groove Tanzen können.
Beide Daumen hoch für Mattanja Joy Bradley und Rolf Verbaant.
Ein Konzert mit vielen Highlights sorgte für Begeisterung beim Publikum.
Chapeau, Mattanja und Rolf!
Peter Rutten sorgte für einen tollen Sound.

RockTimes bedankt sich bei Joost Brauer für den Platz auf der Gästeliste.
Am 11. Mai wird Big Mo And His One Man Band in De Brauerij, Kranenburg-Niel erwartet.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Mattanja Joy Bradley:

Mattanja Joy Bradley (vocals, semi-acoustic guitar, cajón)
Rolf Verbaant (electric guitar, slide guitar)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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