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Festivalnachlese 33. Oettersdorfer Open Air – 11.07 bis 13.07.2025, Oettersdorf

33. Open Air Oettersdorf, 11.-13.07.2025

»Wir haben noch vier Minuten Zeit«, rief Max Weber seinen Bandkollegen von Kornblumenblau und den Zuschauern auf dem Oettersdorfer Open Air-Gelände zu. Die Musiker aus dem gastgebenden Saale-Orla-Kreis waren zum vierten Mal bei diesem Festival dabei und brauchten sich über den Zuspruch seitens der Fans nicht zu beklagen. An der Spitze der Punkrockband steht Sängerin Pauline Weber, die Schwester des Gitarristen, die mit ihrem Akkordeon vielen Liedern eine besondere Note verpasst. Vier Minuten und damit Zeit für ein Lied blieben bis zum Auftritt von Sweet Confusion, die auf der Zeltbühne spielten, das gleich zwei Mal am ersten Abend.

Vom 11. bis 13. Juli 2025 war der kleine Ort nahe der ostthüringischen Kreisstadt Schleiz, unmittelbar an der A 9 gelegen, zum 33. Mal Gastgeber für ein Open Air, das sich im Wesentlichen durch seinen familiären Charakter, aber zugleich durch den breiten Stilmix im Programm auszeichnet. Rundum gibt es viele verlässliche Komponenten: Da ist der Zeitplan, der alles andere als streng geheim ist und im Vorfeld veröffentlicht wird. Logistisch ist der akribische Zeitplan kein Problem, da es mit der Hauptbühne und der Zeltbühne zwei nahe gelegene Veranstaltungsorte auf dem Gelände gibt. Es obliegt also den Bands, innerhalb der jeweils zur Verfügung stehenden Zeit Umbau und Soundcheck zu meistern. Letztlich gehört der Campingplatz mit der Duschmöglichkeit im Sportlerheim zu den festen Größen in puncto Zuverlässigkeit. Das lockt Besucher oft schon ein oder zwei Tage früher nach Thüringen.

Es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass die meisten Bands mit der Empfehlung eines Gastspiels im nahe gelegenen Wotufa-Saal in Neustadt an der Orla nach Oettersdorf kommen. Oft waren es schon mehrere Auftritte. Das wiederum hat mehrere praktische Seiten: Einmal gibt es ein Wiedersehen mit der geliebten Band, für viele Festivalbesucher eröffnet sich die Möglichkeit, am Freitag oder Samstag neue Künstler kennenzulernen, die man vielleicht zum ersten Mal gesehen hat. Musiker haben die Möglichkeit, sich untereinander besser zu beschnuppern.

Der Stilmix zieht sich gleichzeitig über Ländergrenzen hinweg. Weiter angereiste Musiker mit klangvollen Namen beim Festival 2025 waren Albert Frost aus Südafrika und Julian Sas aus den Niederlanden. Eine gefeierte Musikerin ist die deutsche Singer-Songwriterin Joon Wolfsberg, die mit ihrer Band auftrat. Moonomann, Dritte Wahl, Ton Steine Scherben, Pusteblume und Apfelbaum waren gut in den bunten Mix eingebunden, brachten als Bands jeweils eigene Fans mit. Genau diese Symbiose zeichnet ein solches Open Air aus, egal in welcher Größe. In Oettersdorf funktioniert dieses Konzept hervorragend. Bei Ton Steine Scherben wirkten mit Kai Sichtermann und Funk K. Götzner zwei Ur-Mitglieder mit. Dazu kam Sängerin Birte Volta. Die Formation brachte Nostalgie und Kult mit nach Oettersdorf. Erinnerungen an Rio Reiser lebten auf.

Auftritt der Band Monomann mit Michael Rhein (In Extremo, links) und Brian Bosse (Freygang)

Auftritt der Band Monomann mit Michael Rhein (In Extremo, links) und Brian Bosse (Freygang)

Bei einer Zahl von 20 Bands an drei Tagen blieben garantiert keine Wünsche offen. Das Open Air ist gleichermaßen ein jährlich wiederkehrender lokaler Höhepunkt, es lockt aber sehr viele Fans von außerhalb in die ostthüringische Provinz. Für ein besonderes Flair sorgen immer wieder die phantasievoll gestalteten Leinwände, die den Bauzaun als Absperrung verzieren und optisch aufwerten. Gewiss ein Erkennungsmerkmal dieser Veranstaltung, die heuer im 33. Jahr stattfand und ihren guten Ruf dadurch aufrechthält, weil es so viele Helfer gibt. Ohne diese wäre Oettersdorf im Zeitalter stark gestiegener Kosten wohl undenkbar. Das Open Air findet jeweils im Juli und damit in der Sommerpause des nahen Wotufa-Saales statt. Es ist somit eine Zäsur aus Sicht der Veranstalter und der Gäste. Dies weckt naturgemäß die Vorfrfeude auf die Zeit nach der Sommerpause. Junimond und Shawue sorgen am 3. Oktober 2025 für den Saisonstart 2025/2026. "Wotufa-Weekend" heißt es am 4. Oktober mit Joon Wolfsberg & Band, Kurz & Lang sowie Tom & Huck.

Am 11. Oktober spielen Pusteblume, am 7. November stellen sich Hans-Eckardt Wenzel und Band dem Publikum vor. Schließlich kommen am 10. Januar 2026 gern gesehene Stammgäste nach Neustadt. Die Hamburg Blues Band gibt sich hier seit vielen Jahren die Ehre. Viele bekannte Namen, aber das zeichnet die Gastgeber und ihr Umfeld aus. Namen, die für Tradition und die Liebe zur Musik stehen.

RockTimes bedankt sich bei Dirk Pasold und seiner Frau Tina für die Akkreditierung. Unsere Bilder von Kornblumenblau und Monomann stammen vom ersten Festivaltag am 11. Juli 2025.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Mario Keim | RockTimes

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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