«

»

Martin Engeliens Go Music – Konzertbericht, 05.06.2026, Buena Ressa Music Club, Rees

Am 06. Juni 2026 gastierte Martin Engeliens Go Music im angesagten Buena Ressa Music Club in Rees. Zum dreißigjährigen Jubiläum brachte der Go Music-Gründer ein Doppelalbum mit dem Titel Unvorherhörbar auf den Markt. Die letzte Tour vor der Sommerpause stand unter dem Motto »[…] Eine Zeitreise in die glorreichen 80er […]« Neben Martin Engelien traten Sänger und Gitarrist Wolfgang Terne, Sänger und Keyboarder Cherry Gehring sowie Schlagzeuger Manni von Bohr auf. Zu Wolfgang Terne erfahren wir aus dem Newsletter zur Juni-Tour unter anderem, dass er »[…] seit Jahrzehnten mit nationalen und internationalen Größen arbeitet. […]« Dazu gehören Bobby Kimball von Toto, Sister Sledge oder Max Mutzke. Außerdem wird  »[…] seine intensive Auseinandersetzung mit dem Sound von Foreigner […]« gelobt. Cherry Gehring bringt man in Zusammenhang mit der Band Pur. Manni von Bohr ist eine deutsche Schlagzeug-Institution und er trommelt auch für Bröselmaschine beziehungsweise Birth Control.

Martin Engeliens Go Music im Juni 2026 im Bueana Ressa Music Club Rees

Martin Engeliens Go Music im Juni 2026 im Bueana Ressa Music Club Rees

Mit der von der Go Music präsentierten Musik mit dem Schwerpunkt aus den Achtzigern entwickelte sich eine fantastische Partystimmung im sehr gut besuchten Buena Ressa Music Club. Auch dieser einhundertvierundvierzigminütige Auftritt kam einem Streifzug durch die History der Rock-Musik gleich. Mit der instrumentalen Eröffnung "Footprint" setzte das Quartett innerhalb der elf Minuten schon ein erstes Ausrufezeichen an Vorstellungs-Soli und Freude beim zahlreich erschienenen Publikum. Die anfängliche Freude entwickelte sich ziemlich schnell zu einer Begeisterung, die sich durch lautstarken Applaus ausdrückte.

Die ersten Alleingänge von Cherry Gehring, Wolfgang Terne, Manni von Bohr sowie Martin Engelien waren nur ein erster Fingerzeig auf das, was noch an einer Vielzahl von Soli folgen sollte. Schon bei "Get It On" von T. Rex, das Wolfgang Terne mit prägnanter Stimme sang, kam es zu einem Highlight, denn Cherry Gehring war es, der während seines phasenweise auch furiosen Alleingangs in den höchsten Tönen, Tasten seines Keyboards, einem Jimi Hendrix gleich, mit der Zunge spielte. Super!

Steve Millers "Fly Like An Eagle" versah die Combo unter Leitung von Martin Engelien mit einer psychedelischen Einleitung. Wolfgang Terne sang und begeisterte durch ein XXL-Solo inklusive Einsatz des Tremolohebels. Mit seinen Bass-Vibrations schüttelte der Tieftöner-Spezialist Martin Engelien die Location. Er wandte sich zu Manni von Bohr und forderte den Schlagzeuger zu einem Frage/Antwort-Action auf. Sehr gelungen. Szenenapplaus.

In "Davy’s On The Road Again", bestens bekannt von Manfred Mann’s Earth Band, spielte Cherry Gehring eine Art Hauptrolle. Die Go Music-Besetzung befand sich im rockigen Modus. Der Tastenmann setzte zu seinem Alleingang auch noch ein Kazoo ein und begab sich als Chordirigent für das Publikum in die Mitte der Bühne. Klasse! Martin Engeliens Alleingänge waren Aushängeschilder für faszinierende Bass-Variationen. Toll! Am Ende des Gigs bedankte er sich beim gesamten Buena Ressa Music Club-Team, die alle ehrenamtlich tätig sind. In diesem Zusammenhang ein Dank an Knut für den tollen Sound, der in Gesprächen auch vom Publikum gelobt wurde.

Nicht nur gesanglich bildeten Wolfgang Terne sowie Cherry Gehring die Schwaben-Power des Quartetts. So sang Cherry Gehring "Silent Running" von Mike And The Mechanics. Wolfgang Terne solierte und vom Drive eines Manni von Bohr angetrieben, kam es auf dem Fretboard seiner E-Gitarre zu einem rasanten Flinkefinger-Einsatz. Super!

Der Buena Ressa-Publikums-Chor musste seine Stimmen gut geölt haben, denn er kam ziemlich oft zum Einsatz. So auch bei Christopher Cross' Klassiker "Ride Like The Wind". Abweichend von Original, sangen die Anwesenden den »[…] Na na na … […]«-Part, weil es so schön war, öfter. Versehen mit einem furiosen Ende wurde danach die Pause eingeläutet.

Die Go Music in den süßesten Träumen von anfänglich spacigem Charakter. Voll in den Achtzigern angekommen, malten "Sweet Dreams" (Eurythmics) ihre Kreise im Club und dazu aktivierte Wolfgang Terne das Wah Wah-Pedal. Die Soli der Protagonisten, von Martin Engelien dirgiert, drehten sich wie ein Karussell. In U2s "New Years Day" sah man, einem Pete Townshend gleich, Martin Engelien seinen rechten Arm Windmühlen-artig kreisen. Über ein riffiges "Here I Go Again" von Whitesnake mit kathedraler Cherry Gehring-Einleitung sowie einem Wolfang Terne-Überflieger-Solo kam es zu Totos "Georgy Porgy". Hier setzte Manni von Bohr zu einem sagenhaften Alleingang mit dem ganz großen Drum-Besteck an. Double Bass für die Magengrube. Fliegende Trommelstöcke über die Felle seines riesigen Schlagzeugs mit Latin-Drum inklusive Becken-Variationen. Die Beats und Grooves eines Manni von Bohr verfügten über rhythmische Faszination.

Ein zweites Mal Toto. "Kingdom Of Desire" war die Spielwiese von Wolfgang Terne, der den Song auch sang und sein hohes Gitarren-Niveau voll ausschöpfte. In Michael Jacksons "Billy Jean" gab Cherry Gehring ein Medley aus einer Vielzahl von Disco-Songs, zum Teil auch im Rap-Format zum Besten. Inklusive Rodgau Monotones' "Die Hesse komme". Besonders gelungen war die gesungene Bandvorstellung, in die sich schließlich Wolfgang Terne einklinkte. Stimmungs-Highlight. "Maniac" war das musikalische Fitnessprogramm für den ganzen Körper und was folgte war eine lautstark geforderte Zugabe.

Damals selbst miterlebt, wurde "Relax" von Frankie Goes To Hollywood trotz eines Hits für die Combo auch zu einem Art Skandal-Song, nicht nur wegen des Covers, sondern auch wegen des Textes. Für den Berichterstatter war und ist diese Nummer einer der großen Hits der Achtzigerjahre. Da gab es bei diesem Gig kein Halten mehr. Tanzen war angesagt. Eines der prägenden Elemente eines Go Music-Gig sind die persönlich gestalteten Soli. So lebte die Begeisterung beim Publikum nicht nur von der Song-Auswahl, sondern eben auch von der individuellen Klasse der vier Musiker. Chapeau, Cherry, Manni, Martin und Wolfgang!

RockTimes bedankt sich bei Ralf Praest für den Platz auf der Gästeliste. Am 13. Juni wird Monkey Business im Buena Ressa Music Club erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Martin Engeliens Go Music im Juni 2026:

Martin Engelien (bass) Wolfgang Terne (vocals, guitar, backing vocals) Cherry Gehring (vocals, keyboards, kazoo, backing vocals) Manni von Bohr (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
Über mich
Meine Seite Im Archiv
Mail: joachim(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>