Zum vierten Mal lud Organisator Oliver Gries ausgesuchte regionale Bands zur Noize Attack in die Westpark Eventhalle Ingolstadt ein. Nach dem Singer/Songwriter Special im Juni, wurden nun die E-Gitarren wieder ausgepackt!.
Als Opener fungierte diesmal die junge Formation Open Cage, die erst vor kurzer Zeit zusammenkam und glücklicherweise spontan die Möglichkeit hatte, hier ihren ersten Auftritt zu spielen, da die vorher angekündigte Band Jammin July krankheitsbedingt absagen musste.
Drummer Fabi Dude, den wir später noch an einer anderen Stelle sehen, trieb seine beiden Vorderleute an, die sich nicht bitten ließen und richtig Gas gaben. Das Ausnahmetalent Dennis Burbach an der Gitarre und die Basslady Lisa Schimmer gaben hier eine perfekte Symbiose ab. Ein bemerkenswerter Auftritt – allen voran Dennis, der sein Instrument verinnerlicht hat und die Gitarre öfters singen, sowie auch krächzen ließ und seine Songs wie z. B. "Empty Shell" (wird demnächst auf EP erscheinen) in die gewisse Länge zog, wie sich das im Jam Rock-Lager gehört. Lisa stand ihm da in nichts nach und gab mit ihren Läufen den richtigen Drive zu den Songs.
Nach kurzer Umbaupause betrat schon die nächste Band die Bühne: Harry B. Cheese. Ein ungewöhnlicher Name einer Band aus Mitgliedern der Lokalhelden Bored Nation und den Stereons aus Neuburg/Donau. Aus der Mischung Stoner Rock mit einer Prise Psychedelic und Alternativ Rock entstehen Songs wie etwa "Subway Of Fortune", das sich zu einem gewaltigen Kracher mit kantigen Bassläufen aufbaut. Oder das grungige "King Of Dorks" aus ihrem Album "fuzz.muff.cheese". Ein energiegeladener und fetter Auftritt um Frontmann Marco, Stefan an den Drums, sowie dem italienischen Basser Stallion Ferdy.
Übrigens, das Drum Set wurde wieder von Bear Custom Drums aus Ingolstadt zur Verfügung gestellt und jeder der Schlagzeiger war voll des Lobes.
- Harry B. Cheese
- Harry B. Cheese
Dann wurde man wieder auf eine Zeitreise geschickt, wie von Bernd Köstler gewohnt, der neben seiner zweiten Band Jump The Shark auch Frontman von Snake ist.
Dekoriert mit plüschigen Schlangen auf der Bühne und einem Banner, das erahnen ließ, dass etwas Gewaltiges auf uns zu kommt: So war es auch – ein sphärische Intro, fette Riffs und harte Rhythmen versetzten uns in die 80er Heavy Hair Metal-Zeit. So auch die Protagonisten, die ihre Rolle nicht spielen, sondern leben. Ob der coole Sonnenbrillen-Typ mit Stirnband an der Gitarre oder dem Basser mit lockiger langer Mähne, oder eben Bernd himself mit kitschig beleuchtetem Mikroständer.
Wie es sich gehört, ging es gleich in die Vollen. Die Band war in ihrem Element und brachte mit ihrem Power Hard Rock sämtliche Gelenke in Wallung. Dreizehn tolle Songs boten sie auf. Ob "Eyes Of A Snake", "Hit On A surface" oder das wundervolle hymnische "Rattlesnake", bei dem der Frontmann seine opernhafte Stimme voll ausspielte und das Publikum einlud, mit ihm zu singen. Die Bühne wurde komplett ausgenutzt und er war immer in Bewegung. Ob zum gemeinsamen Status Quo-Gitarrentanz oder für ein Solo, zu dem er auch mal ins Publikum ging. Die Stimmung wurde sehr hoch gehalten, besonders von Bernd Köstler. Er performte perfekt und seine Soli kamen gekonnt auf dem Punkt; ein sehr bereichernder Auftritt der Band.
Als Highlight begannen noch ein paar Jungs eine Polonäse mit einer der Plüschschlange durch die Eventhalle.
- Gitarrist Andi Pi
- Frontman Bernd Köstler
Zum endgültigen Abriss des Abends startete ein Trio aus Eichstätt: die über die Region hinaus bekannte Band "Hänger". Was hier abgeliefert wurde ist zwar melodiöser, aber brachialer Stoner Heavy Rock at it best.
Der Bass hing sehr tief und der Drummer von der Band Open Cage stand dieses Mal mit seiner Les Paul an der Front. Von hinten getrieben wurden die zwei von Andreas Mayr, der hier wirklich alles geben musste, um die Wall of Sound zu durchbrechen. Dumpf, groovig, und vor allem laut … sehr laut … mit einer Portion Verrücktheit versehen.
Im Mix aus ruhigen, spacigen und harten bis heavy Passagen, fanden Bassist Heiner und Fabi immer die Balance, damit die aufgebaute Energie nicht verpufft und somit die tanzwütende Menge im Publikum bei Laune hält. Immer wieder riefen die Fans »HÄNGER«: und mit kurzer Ansagen im tiefsten bayerischen Dialekt antwortete Heiner: »Einen Hänger hat jeder mal im Leben«. Mit Stücken wie "Get Lost", "Hänger" oder "Ständer" spielte sich die Band in einen Rausch. Der Gesang war zweitrangig und es wurde so tief genuschelt, dass man den Text kaum richtig verstand. Nach schweißtreibenden 90 Minuten verließen sie mit viel Applaus die Bühne.
Es war wieder einmal ein musikalisches Fest und ein Beweis, dass die Kulturszene in und rund um Ingolstadt lebt. Dazu trägt die Plattform Noize Attack einen großen Teil bei. Für 2026 sind schon Termine geplant und Bewerbungen sind bereits angenommen und werden ausgewertet. Am 22. November steht die letzte Staffel in der Eventhalle mit den Bands Silent Misery, Trashmouth, Defield Souls, Pain Paradize und Brainchuckies an.
- Heiner und Fabi
- Bassist Heiner und Drummer Andreas Mayr
- Heiner
Karten gibt es wie immer direkt bei den Bands oder bei der Westpark Eventhalle Ingolstadt.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Achim Mayinger | RockTimes












Neueste Kommentare