«

»

Gluttony / Eulogy To Blasphemy – CD Review

Gluttony - Eulogy To Blasphemy

Kleines Rätsel: Die Band heißt Gluttony (dt: Völlerei, Gefräßigkeit) und kommt aus Sundsvall in Schweden, ihre neue CD mit dem Titel "Eulogy To Blasphemy" erscheint bei FDA Records, auf dem Cover ist ein blutiger Totenschädel – welche Musik machen die wohl?
Wer nun entgegnet 'Elchtod', also oldschool Swedish Death Metal, hat gewonnen. Nein keinen Shopping-Gutschein bei IKEA. Sondern ein neues Scheibchen, das zum eigenen Geschmack passt – vorausgesetzt, die Antwort kam von einem Fan dieser Sparte.

Ein kleiner, obligatorischer Rückblick zur Einordnung: Gluttony wurden 2009 gegründet von drei Mitgliedern der Band My Own Grave, bzw. waren zunächst als Solo-Projekt von Anders geplant. Ihr erstes Demo "The Coffinborn" erschien 2012. Das Debüt "Beyond The Veil Of Flesh" kam 2014. 2018 folgte "Cult Of The Unborn" und 2023 "Drogulus". "Eulogy To Blasphemy" ist somit die vierte Veröffentlichung.

Hierauf gibt es – nach einem kurzen Intro – wie bereits erwähnt, typisch schwedischen Death Metal im Stil von u.a. Entombed, Dismember oder Grave, Vorbilder sind also die 'Großen' in diesem Bereich. "Eulogy To Blasphemy" bietet alles, was Fans dieser Bands / Stilrichtung erwarten: brutale Gitarren, ordentlich tiefe Growls und den typischen rohen und 'dreckigen' (HM-2)-Sound, der mit genug Druck aus dem Boxen kommt. Dieser wurde im Studio Blastbeat in Sundsvall aufgenommen und von Henrick Heinrich in den Nevo Studios gemastert.

Auch textlich bewegen sich Gluttony im üblichen Death Metal-Rahmen: Zombies, Blut, gefressen werden (passend zum Namen) usw., die Gestaltung des Booklets ist ebenfalls entsprechend – allerdings ist die Schrift nicht immer gut lesbar, was jedoch wenig stören dürfte.

Genre-Fans erhalten, was sie erwarten. Nicht mehr, nicht weniger, und das ist in diesem Fall gut so, zurücklehnen, vollrumpeln lassen, manchmal muss es genauso sein. Kein Firlefanz – außer Horror-Film-Samples – hier darf dann geraten werden, woher diese stammen. Keine Innovation, keine außergewöhnlichen Instrumente oder irgendetwas, das nicht dazu gehört. Keine Enttäuschungen, keine Überraschungen.

Nur eine kleine: Der zwölfte Track ist eine Coverversion von King Diamond, "Burn" von der "The Eye" von 1990. Ist mir beim ersten Hören gar nicht aufgefallen, obwohl ich das Original im Regal stehen habe, erst beim zweiten Mal, kam von mir ein 'ja stimmt'.  Vergrowlt statt mit hohen Vocals fügt es sich gut ein und schließt den Silberling angemessen ab.

Tja, mehr gibt es nicht dazu zu schreiben, was nicht negativ sein muss. Geneigte Hörer der Zielgruppe wissen nun schon Bescheid. Es gibt genug (traditionell orientierte) Death Metal-Fans die ihr 'Todesblei' genauso haben möchten – hier bekommen sie es.


Line-up Guttony:

Anders Härén (guitars)
John Henriksson (drums)
Max Bergman (bass)
Magnus Ödling (vocals)

Tracklist "Eulogy To Blasphemy":

  1. Intro
  2. All These Trees Are Gallows
  3. Hung from Entrails
  4. Excoriation Thrall
  5. Eulogy To Blasphemy
  6. Awoken In Autopsy
  7. A Face Devoured By Rats
  8. Corpses Eating Corpses
  9. Threshold To Nonexistance
  10. A Haunting Wordless Choir
  11. Immured By Rotting Corpses
  12. Burn (Bonus-Track auf CD / LP)

Gesamspielzeit: 43:42, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Andrea Groh

Hauptgenres: Doom/Death/Black Metal, auch Post/Progressive/Pagan Metal u.a.
Über mich
Meine Seite im Archiv
News
Konzertberichte als Team mit Jens
Mail: andrea(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>