Mittlerweile auch schon fast zwanzig Jahre auf dem Buckel hat die Münsteraner Band Long Distance Calling. Nach den Reviews zu deren Alben Numero 2 (Avoid The Light von 2009) sowie Numero 3 (Long Distance Calling von 2011) haben wir die Westfalen dann hinsichtlich ihrer weiteren Alben zwar etwas aus den Augen verloren, was aber nicht heißt, dass die Band seither tatenlos war. Vielmehr kamen mit schöner Regelmäßigkeit neue Platten auf den Markt und seit den letzten beiden Werken "Eraser", 2022 sowie dem diesjährigen "The Phantom Void" steht die Band bei dem renommierten Label earMusic unter Vertrag.
Bereits Ende 2025 ist dazu das CD + Blu-ray-Paket "Live At Lichtburg" erschienen, das das Konzert der Band vom 7. Februar 2024 in der namensgebenden Location in Essen beinhaltet. Wie bereits angedeutet sind die Alben der letzten 15 Jahre nicht mehr über unsere Redaktionsschreibtische gewandert und so war der Rezensent dann auch etwas überrascht, dass sich die Band auf dieser Live-Platte deutlich heavier anhört, als er es in Erinnerung hatte. Die Rhythmus-Abteilung erweist sich als dicht verzahntes Powerhouse und die Gitarren machen so mächtig Feuer unter dem Dach, dass die Band nicht mehr weit vom Heavy Metal entfernt ist.
Hatten Long Distance Calling in der Vergangenheit auch immer wieder mal einen Gastsänger am Start, so gestaltet sich "Live At Lichtburg" komplett instrumental. Was natürlich immer schon die Grundausrichtung der Band war, aber trotzdem schade ist, da ein Stück mit Gesang nochmal zusätzliche Abwechslung gebracht hätte. Schade, aber auch nicht wirklich schlimm, da das Quartett auch so über viel Variabilität verfügt, um erst gar keine Langeweile aufkommen zu lassen. Sehr cool kommen zum Beispiel immer wieder mal die Instrumente der Gastmusiker, die sich aus Violine, Cello, Trompete und Posaune zusammensetzen.
Nur eines der Highlights ist der Titeltrack des Albums "Eraser", der sehr clever mit unterschiedlichen Tempi und Klangfarben punktet. Noch cooler ist natürlich, dass man diese Geschichte durch die Blu-ray auch visuell nachvollziehen kann. Die klasse Licht-Show und -Effekte unterstützen die Songs der Westdeutschen optimal. Über die Stilistik des Films kann man ganz sicher geteilter Meinung sein. Ich finde es immer weniger gelungen, wenn die Konzert-Performance von Interviews und weiteren Impressionen unter anderem aus dem Backstage unterbrochen wird. Was aber eine reine Geschmackssache sein mag.
Von den Songs her wurde natürlich das seinerzeit aktuelle Album "Eraser" verstärkt herangezogen, aber die Band ging sogar zurück bis zur Platte "Avoid The Light", die mit den drei Nummern "359°", "Sundown Highway" sowie "Black Paper Planes" gewürdigt wurde. Wobei sich die beiden erstgenannten lediglich auf der Blu-ray, jedoch nicht auf der CD befinden. Insgesamt gesehen also eine runde Angelegenheit, die sich sehr gut dazu eignet, mal einen ersten Eindruck von der Band zu bekommen. Für die Fans von Long Distance Calling ist "Live At Lichtburg" natürlich sowieso unverzichtbar.
Line-up Long Distance Calling:
Jan Hoffmann (bass)
Janosch Rathmer (drums)
Florian Füntmann (guitars)
David Jordan (guitars)
With:
Tobias Köhler (cello)
Felix Köhler (violin)
Nico Wllers (trumpet)
Matthias Fleige (trombone)
Johannes Brünn (orchester arrangements)
Tracklist "Live At Lichtburg" (CD + Blu-ray):
- Enter: Death Box
- Blades
- Kamilah
- Giants Leaving
- Hazard
- Immunity
- 500 Years
- Eraser
- Apparitions
- Black Paper Planes
- 359°
- Sundown Highway
- Out There
- Metulsky Curse Revisited
Gesamtspielzeit: 87:06 (CD), 98:00 (DVD), Erscheinungsjahr: 2025



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