Mit "Still" legt die aus Syracuse, NY stammende Band Vaporeyes ihr mittlerweile drittes Studioalbum vor. Digital ist die Scheibe bereits seit Ende Dezember 2025 auf dem Markt und nun gibt es "Still" als Compact Disc.
Diese CD möchte ich auch Jamrock-Fans ans Herz legen und ihnen sagen, dass das Etikett Progressive Rock nicht allzu dogmatisch gesehen werden darf. Wobei Jam-Freunde in der Regel wenig bis gar nichts gegen Prog Rock haben dürften – sofern letztgenannte Schublade nicht nur von Akademikern und Astrophysikern zu öffnen ist. Und da besteht bei den Vaporeyes keine Gefahr, denn sobald "Burgerwalker" aus den Lautsprechern perlt wird klar, dass die Amerikaner den ihnen ans Revers gehefteten Musikstill so darbieten, dass man sofort mitwippt und weiß, dass hier Musik kommt, die einen wach hält und die eher in der Jam Rock-Ecke zu Hause ist.
Rhythmisch geht der Punk ab und die Gitarre läuft minutenlang von einem Ohr ins andere und ich denke an Formationen wie Widespread Panic oder moe.. "Take It All" offenbart eine weitere Spielart, indem eine gehörige Portion Psychedelic den ruhigen Track umgibt und die, wie die ebenfalls anfangs eher gemütlich dahinrollenden Nummer "Teeth", die Stimme Jonas Reddy-Nicholsons in den Fokus rückt. Bei letztgenannter sorgt ein fast störender Break für Augenrollen, bis der lockere Jam wieder die Oberhand gewinnt und Patrick Tierney an der Gitarre zeigt, dass man nicht Frickeln muss, um die Hörer in den Bann zu ziehen. Auch die Tasten sorgen für wohliges Befinden und stellen den Zeiger weit zurück zu den großen Tagen psychedelischer Zeiten.
S K I N", scheinbar ein kurzer Gag, leitet über zu "Unstuck", dem Song der am nähesten an den großen Tagen Pink Floyds liegt, der durch Gitarrenspiel, Harmonie, Gesang und Stimmung begeistert und die ersten dreieinhalb Minuten die Waagschale in Richtung süßlicher Art Rock, -Prog bewegt. Bis das Tempo anzieht und die Band in einen Jam verfällt, der die Fusswippe erneut aktiviert. Schön auch der Gesang mit den Backings und dann geht es über zum Sechzehnminüter und Albumnamensgeber "Still".
Leichtes Wah Wah und psychedelischer Grundtenor zum jammigen Rhythmus lassen erahnen, dass diese pralle Viertelstunde alles aufbietet, was der Vierer so drauf hat. Herrlich flüssig, dabei extrem relaxt, ergießt sich der Jam in dem Hörraum und man kommt zu dem Schluss, dass sich die Vaporeyes total dieser Jamgattung widmen sollte, denn erstens ist das packender als süßliches Art- und Prog Rock-Wabern und zweitens gibt es diese Jam-Sternstunden äußerst selten.
Selbstredend ist der Prog, den die Band spielt ebenfalls von der guten Sorte, aber sobald sie mit dem Jammen beginnen, meine ich zu hören, dass genau das die korrekte Hausnummer der Band ist. Und damit wäre ich wieder beim Anfang der Rezension: Diese unter Prog gelistete Scheibe sollte unbedingt auch von Jam-Freunden gehört werden.
Line-up Vaporeyes:
Jonas Reddy-Nicholson (keys, synths, lead vocals)
Shannon Zory (bass, backing vocals)
Patrick Tierney (guitar, backing vocals)
Sean Cadley (drums)
Tracklist "Still":
- Burgerwalker (7:55)
- Take it All (3:51)
- Teeth (6:39)
- S K I N (0:19)
- Unstuck (8.25)
- Still (16:15)
Gesamtspielzeit: 43:28, Erscheinungsjahr: 2026



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