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Sean Taylor – Konzertbericht, 24.10.2026, De Brauerij, Kranenburg-Niel

Bei RockTimes hat der britische Singer-Songwriter Sean Taylor eine ziemlich lange Vergangenheit.
Vor zwanzig Jahren, also im Jahr 2006 gab es von Corrugations die erste Rezension, der 2007 eine zweite Besprechung folgte.
Ebenfalls 2007 stand Angels in den Regalen der Musik-Shops.
2009 und 2010 veröffentlichte Sean Taylor Calcutta Grove sowie Walk With Me.
In der Liste der RockTimes-Reviews gab es für Love Against Death eine Tipp-Grafik.
In der Diskografie befinden sich auch "Chase The Night" (2013), "The Only Good Addiction I Love" (2015), "Flood And Burn" (2017), "Lockdown" (2021). Oder das schlicht betitelte "Live", der ersten Album-Veröffentlichung als Sean Taylor Band. Im Line-up sind Michael Seal (Kontrabass) sowie von den Thompson Twins Paulina Szczepaniak (Percussion).
Ebenfalls im Band-Format eingespielt wurden 2021 und 2023 The Beat Goes On sowie das beeindruckende Short Stories.
Aus der Konzertankündigung bei De Brauerij, Kranenburg-Niel:
»[…] Sean Taylor (UK) kann aus allem ein Lied machen und ist ein echter internationaler Troubadour. Zudem wurde er vier Jahre in Folge als britischer Akustik-Blues-Künstler des Jahres nominiert. […] Taylor tourt mit seinen durchdachten Songs um die ganze Welt und trat unter anderem beim Glastonbury (Akustikbühne), dem Cambridge Folk Festival und dem Ramblin Roots Festival (NL) sowie bei vielen anderen Veranstaltungen weltweit auf. […]«

Sean Taylor im Oktober 2026 in De Brauerij Kranenburg-Niel

Sean Taylor im Oktober 2026 in De Brauerij Kranenburg-Niel

Am Merchandise-Stand bot der sympathische Sean Taylor unter anderem das Album "Make The World Bad Again" an.
Dabei handelt es sich um eine Veröffentlichung, die erst im Februar 2027 auf den Markt kommen wird.
Allerdings war die Gelegenheit günstig, sich diese CD zu kaufen, denn der Protagonist stellte im Laufe seines begeisternden einhundertvierminütigen Gigs einige der Songs vor.
Den Anfang machte das Titelstück der neuen Scheibe "Make The World Bad Again". Ein politisch-kritisches Lied, das beim sehr gut besuchten Gig stante pede für mächtigen Eindruck sorgte. Blues à la Sean Taylor.
Den Korpus seiner akustischen Gitarre benutzte der mittlerweile in Brighton (Südengland) beheimatet Singer/Songwriter als Percussioninstrument. Bei dieser Technik erwies er sich als ein echter Perfektionist. Bei geschlossenen Augen meinte man, es gäbe auf der Bühne eine weitere Person, die ein Cajón einsetzte. Der berühmte Funke sprang sofort auf das Publikum über.

Sean Taylor (vocals, acoustic guitar, e-piano, harmonica)

Sean Taylor (vocals, acoustic guitar, e-piano, harmonica)

Boogie, Boogie, Boogie.
Auch dieses Zwölftakter-Format mit dem Titel "Texas Boogie" entfachte ein Blues Rock-Feuerwerk der Dynamik. Highlight!
Ein Liebeslied sorgte für romantische Stimmung im Herbst. Erstmals kam der De Brauerij-Publikumschor ins Spiel. "Hope", ebenfalls aus "Make The World Bad Again", entpuppte sich als Ballade mit Spurenelementen des Blues.
Ein weiterer Track aus dem gerade genannten Album war "Friend Of Mine". Während dieser Ballade mit zurückhaltender Korpus-Percussion herrschte andächtige Stimmung in der Location.
Für "Mona Lisa" aktivierte der Musiker die Blues-Harp und auch auf diesem kleinen Instrument konnte Sean Taylor voll überzeugen. So abwechslungsreich sein Gesang war, war auch die Vielschichtigkeit der Korpus-Percussion. Klasse!
Bei "Little Donny" wechselte er zum E-Piano. Auch auf den schwarzen und weißen Tasten begleitete Sean Taylor seinen Gesang einfühlsam sowie virtuos.
Augen schließen und träumen. "Heart Of The Ocean", ebenfalls am E-Piano vorgetragen, sprach alle an, die das Meer mögen. Ein Lied wie ein Regenbogen. Ein Song, in dem man sich vorstellte wie kleine Wellen ganz sanft am Sandstrand ausliefen.
Drive, Groove, feinstes Fingerpicking und Tapping auf der Gitarre wechselten sich ab mit akzentuiertem Riffing.

Den vielen Opfern beim Brand des Grenfell Tower widmete er seine Komposition "Grenfell". Ein Track, bei dem sich die Emotionen bei den Anwesenden in einer Gänsehaut äußerte. Highlight!
Bei "She’s So Fine" mündete ein herrliches Gitarren-Intro in eine Uptempo-Phase, die dann von einem langen instrumentalen Teil inklusive klasse Riffing abgelöst wurde.
Im Text von "Texas Boogie" kam Lightin' Hopkins vor. Während des Gigs blickte Sean Taylor auch zurück zur Blues-History. Einerseits floss in eine Nummer der Rolling Stones-Hit "Jumping Jack Flash" ein und er interpretierte andererseits mit "Hard Times Killing Floor" einen Song von Skip James. Der Publikumschor war wieder voll dabei. Nur mit zurückhaltender Begleitung endete das Stück mit Fingerschnippen beim Musiker sowie der Zuhörerschaft.
Ab und an mündete der Gesang des Briten in Spoken Words. Sean Taylor, eine Alleinunterhalter par excellence.
Vom Blues zum Boogie und wieder zurück zum Blues. Pointiertes Riffing, Groove und Drive kennzeichneten einen weiteren Track, tief im Zwölftakter verwurzelt.
Nach "Hard Times Killing Floor" Standing Ovations. Die Rufe nach einer Zugabe wurden umgehend erfüllt. Spätestens nach dem Woodstock-Festival 1969 war Richie Havens mit "Freedom" in aller Munde. Wie bei "Pinball Wizard" von The Who begann das Stück in den Händen des Künstlers furios und virtuos. Beim Rhythmus-Klatschen befand sich alle im Auditorium auf den Beinen. Ein krönender Abschluss.
Wunderschön, beeindruckend, überzeugend, intensiv, beschwingt, voller Emotionen und einer Lockerheit bei den Song-Ansagen, die hier und da auch Anlass zum Schmunzeln gaben.
Aus diesem De Brauerij-Konzert zog man den Schluss, dass Sean Taylor ein Garant für beste Unterhaltung war.
Ein musikalisches Sean Taylor-Geschenk bei herbstlichem Wetter.
RockTimes schließt sich dem Dank von Sean Taylor an den Soundmann Peter Rutten an.

Ein Dank geht ebenfalls an Joost Brauer für den Platz auf der Gästeliste.
Am 08. November wird Magda Novels in De Brauerij, Kranenburg-Niel erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Sean Taylor:

Sean Taylor (vocals, acoustic guitar, e-piano, harmonica)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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