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Alex Lopez / Slowdown – CD-Review

Auf dem Coverbild steht Alex Lopez und auf der Booklet-Rückseite heißt es dann Alex Lopez Xpress. So bringt man automatisch seine Begleitband ins Spiel. Gary Dowell ist der Tastenmann, Steve Pagano zupft die dicken Saiten und Michael Maxim bearbeitet die Felle sowie Becken.
"Slowdown" ist nicht die erste Scheibe des Amerikaners. Unter anderem sind "We Can Take This Boat" beziehungsweise "Is It A Lie" bereits erschienen. Alex Lopez nahm zu Kinderzeiten Klavierstunden, stiegt dann aber auf den Sechssaiter um, weil ihn Jimi Hendrix, Jimmy Page oder Eric Clapton beeindruckten. In Cleveland geboren spielte er in lokalen Bands wie Midnight Voyager oder Sahara. Auch im sonnigen Florida brachte er es zu lokaler Bekanntheit. Dann machte der Protagonist aus familiären Gründe eine Pause und nahm Abstand vom musikalischen Geschäft. Als der dann wieder die Gitarre schulterte, war er Mitglied in der Coverband Reminiscion.
Schließlich stand er auf eigenen Füßen und gründete The Xpress.

Trotz der genannten Einflüsse steht auch seine Musik auf eigenen Füßen, denn alle vierzehn Lieder, davon zwei Bonus Tracks, wurden von ihm komponiert und er schieb auch die Texte dazu. Die vorliegende Platte trägt den thematischen Untertitel 'A Story Of Loss And Redemption', wie es auf der Juwel Case-Rückseite abgedruckt wurde.

Die mit fast einundfünfzig Minuten gut gefüllte Scheibe beginnt mit einem Titel, der sich "Dangerous" nennt. Da könnte man schon befürchten, dass es hier gnadenlos zur Sache geht. Zwar kehrt Alex Lopez den Rock raus und gemischt mit einer Funk-Beigabe ist die Nummer bei phasenweise geslapptem Bass sehr eingängig. Die Keyboard-Füller sowie das Gitarrensolo sind hörenswert. Musikalisch ist das Lied nicht gefährlich.
Nach dem Opener gibt der Hörer der Platte eine weitere Chance. "The Wildlife" ist der nächste Track. Aha, nach dem Funk greift der Protagonist in den Gewürzschrank und entscheidet sich, den Rock’n’Roll-Behälter zu öffnen. Fast vorhersehbar legt Gary Dowell die Schalter seines Tasteninstruments auf Piano-Klänge um. Die Nummer geht gut ab, weist aber keine bemerkenswerten Besonderheiten auf. Okay, singen kann der Bandleader.
Man könnte vermuten, dass es die Formation in im Titeltrack des Albums "Slowdown" etwas ruhiger angehen lässt. Dem ist nicht so. Das Lied hat Drive und als gerade Gary Dowell erwähnt wurde, liefert er hier entscheidende Bläser-Sounds ab. Alex Lopez zeigt sich als versierter Gitarrist, dessen Soli man sich gerne zu Gemüte führt. Bisher führt das abermals mit Funk getränkte "Slowdown" die Tracklist an.

Hört man das relativ kurze "Worlds Of Wisdom", dann spielt der Keyboarder definitiv die zweite Hauptrolle, auch wenn Alex Lopez zum Bottleneck greift. Das Stück hat eine schöne Hookline. Aber wieder kommt es einem so vor, als habe man derartige Lieder woanders schon öfter gehört.
Mit fast fünf Minuten sind "Redeem Me" sowie "Exodus/Long Long Time" schon die längsten Stücke der Platte. Für die "Redeem Me"-Nummer hat der Songschreiber den Blues in einen Schleier gehüllt und dafür den puren Rock walten lassen.
Laut Information im Juwelcase spielt Alex Lopez in "Exodus/Long Long Time" und bei "I Love The Blues" alle Instrumente selbst. Die Sechssaiter, unter anderem die Akustische, regieren "Exodus/Long Long Time" und solo steigt der Pegel des Gefallens. Wenn er Musiker bei "I Love The Blues" zusätzlich in die Tasten greift und nochmals die akustische Gitarre zum Klingen bringt, dann kauft man es dem Mann ab, dass er den Blues liebt. Klasse Stück! "Slowdown (Reprise)" verfügt über einen Hauch von Psychedelic. Diese Richtung hätte durchaus ausgebaut werden können.

Die Bonus Tracks beginnen mit "Dance The Night With Me" und zu dieser Ballade tanzt das Paar eher eng umschlungen. Die Komposition ist okay, kehrt dem Blues allerdings vollends den Rücken und balanciert mit ihren Streicher-Elementen auf dem Rand des Schmalztopfes. Die akustische Gitarre und das Piano sorgen dafür, dass ein Absturz verhindert wird. In "War Without A Face" kann der Bandleader ein letztes Mal das Bottleneck gewinnbringend einsetzen.

Dennoch ist "Slowdown" ein Album, dessen Höhepunkte rar gesät sind. So ohne Weiteres kann die Scheibe nicht empfohlen werden. Insofern muss sich der Leser sein eigenes Urteil bilden.


Line-up Alex Lopez:

Alex Lopez (vocals, guitar)
Gary Dowell (keyboards)
Steve Pagano (bass)
Michael Maxim (drums)

Tracklist "Slowdown":

  1. Dangerous
  2. The Wildlife
  3. Slowdown
  4. Words Of Wisdom
  5. Enough Of It
  6. I Don’t Know
  7. Exodus/Long Long Time
  8. Stolen
  9. Redeem Me
  10. I Love The Blues
  11. Alive
  12. Slowdown (Reprise)
  13. Dance The Night With Me (Bonus Track)
  14. War Without A Face (Bonus Track)

Gesamtspieltzeit: 50:43, Erscheinungsjahr: 2017

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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