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Kurz und knapp auf den Punkt gebracht # 2/2026

Kurz und knapp auf den Punkt gebrach

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht # 2/2026

In diesem Format stellen wir neue Platten vor, die wir aus Zeit- oder Fachkräftemangel nicht in aller Tiefe rezensieren können. Viele Alben kommen unangefordert in die Redaktion und die, die nicht ins Schema der Redakteure fallen, bleiben in der Regel unbesprochen liegen.

Die Musik ist es aber oft wert, vorgestellt zu werden und daher möchten wir die Scheiben auch nicht unter den Tisch fallen lassen.

Vieleicht gibt es in unserer Leserschaft Menschen, denen genau diese hier vorgestellte Musik zusagt und vielleicht hätte da auch der eine oder die andere Lust, bei uns solche Alben zu rezensieren.

Also keine Hemmungen und ab mit der Mail an kontakt(at)rocktimes.de

Medium: CD

Interpret: Grandma’s Ashes

Titel:  Bruxism

Spielzeit: 43:18

Stil: Alt Goth, Independent, Grunge

Label: Season of Mist

Promoter: LoudHerPR

Vertrieb:

VÖ: 2026

Grandma’s Ashes kommen aus Frankreich und behandeln thematisch die Zeit, in der wir leben. Konkret geht es um den Pariser Alltag, so der Promoter. Ein Alltag, der durch Gewalt und Gefühllosigkeit gekennzeichnet ist und musikalisch drücken das die drei Damen mit einer Mischung aus Independent, etwas Grunge und alternativem Gothic Rock aus.

Ihr Debüt "This Too Shall Pass" kam so gut an, dass es Grandma’s Ashes bis zur Teilnahme an Festivals wie Hellfest, Motocultor oder den Frankofolies schafften. Laut Information soll die Band eher in Richtung Stoner unterwegs gewesen sein und mit ihrem vorliegenden Album "Bruxism" nun eine etwas härtere Gangart eingeschlagen haben; es sei ihr radikalstes Kapitel, heißt es.

Nun, die Mischung auf der Scheibe ist dermaßen, dass sich fast industrialartige Momente mit dunkleren und zombiehaften Vocals ("Flesh Cage", "Dormant") und stellenweise auch angenehm gemäßigten Stücken, denen man gar einen sphärisch sirenenhaften Gesang ("Nightwalk") attestieren kann, abwechseln; musikalisch also so gemixt, wie das wohl auch dem thematisch angegangenen Pariser Alltag entspricht. Den Albumnamen "Bruxism" haben sie als Metapher für den täglichen Irr- und Wahnsinn einer Welt voller Stress gewählt; einer Welt, in der man unbewusst und automatisch mit den Zähnen knirscht (Bruxismus), um auf dieses Unwohlsein und den Stress zu reagieren.

Unwohlsein und Stress wird dem Hörer beim Musikhören allerdings eher weniger anheimfallen, wenngleich es sich aber auch nicht um ein gleich ins Ohr gehendes Album handelt. Die Musikerinnen selbst beschreiben ihr Album als »eine Gothic-Version von Kate Bush, angesiedelt zwischen der Düsternis von The Cure und der Wucht von Korn«. Ob das so ist, wird wohl ein jeder selbst herausfinden müssen. Wenn ich mich entscheiden müsste, wären gemäßigte Nummern wie das herrliche "Nightwalk" oder auch "Calix" meine erste Wahl.

  • Eva Hägen (lead vocals, bass)
    Myriam El Moumni (guitars, backing vocals)
    Edith Seguier (drums, backing vocals)
  • Tracks: 1. Saints Kiss 2. Empty House 3. Sufferer 4. Nightwalk 5. Flesh Cage 6. Neutral Life Neutral Death 7. Cold Sun Again 8. Calix 9. Duality 10. Dormant


Medium:

Interpret: Fatoumata Diawara

Titel: Massa

Spielzeit: 39:21

Stil: Afrobeat, Pop, World

Label: No Format

Promoter: Uta Bretsch Communications

Vertrieb: IDOL / Indigo

VÖ: 2026

Aufgewachsen ist die Singer/Songwriterin und Gitarristin in Mali, geboren wurde sie in der Elfenbeinküste. Bevor sie das Musikmachen für sich entdeckte, war sie Filmschauspielerin. Mit Musik begann sie 2011 und das war keine schlechte Entscheidung, ist sie mittlerweile doch etabliert, was zwei Grammy Nominierungen sowie Teilnahme an unter anderem dem Glastonbury- oder Montreux-Festival beweisen. Auch mit dem kubanischen Jazzpianisten Roberto Fonseca und dem Sir, Paul McCartney, stand sie auf der Bühne.

Das vorliegende neue Album "Massa" entstand in Zusammenarbeit mit dem französischen Sänger und Gitarristen -M-, auch bekannt unter seinem richtigen Namen Matthieu Chedid, der neben vielen weiteren Musikern auf den Tracks zu hören ist. Laut Information ist "Massa" das persönlichste Album der Musikerin, die übrigens in ihrer Muttersprache Bambara singt, was auf der einen Seite das westafrikanische Flair der Stücke sehr schön verstärkt und der Musik perfekte Authentizität mitgibt.

Auf der anderen Seite ist es wohl für die meisten Ohren anderer Kontinente natürlich unmöglich, die Texte zu verstehen. So gebe ich die Infos des Waschzettels weiter, dem zu entnehmen ist, dass Frau Diawara sich Themen wie politischen Widerstand und Persönlichem aus ihrem Leben und Umfeld widmet. Dass sie afrikanisch traditionelle Tunes mit modernem Pop, leichtem Jazz, etwas Elektronik und dezenten Soul- und Funk-Tupfern verbindet, ist zu hören und so packend, dass es eigentlich egal ist, die Texte nicht zu verstehen. Afrobeat ist wohl die Kommode, in der die vielen Schubladen stecken, die man in den zwölf Nummern mal mehr oder mal weniger hört. Tolle Rhythmen, auch mal ein dezentes Wah Wah-Spiel und vor allem immer diese fast Fernweh erzeugende Atmosphäre, die einen umgibt.

Wer auf westafrikanische Stimmungen steht, wird Fatoumata Diawara mit Sicherheit bereits kennen. Alle anderen: bitte mal reinhören.

  • Fatoumata Diawara (vocals, electric guitar, acoustic guitar)
    -M- (electric guitar, drums, bass, synths, Wurlitzer, piano, organ, percussion, cello)
    Joseph Chedid (synths, modular percussion)
    Tim Payan (bass programming)
    Matteo Marchese (drums)
    Jerome Goldet (bass)
    Martin Gamet (percussion, drums)
    Marilena Montarone (bass)
    Davide Lasala (acoustic guitar)
    Frank Mantegari (drums)
  • Tracks: 1. Djanne 2. Mogo 3. Tcheba 4. Sigui 5. Massa 6. Lahidou 7. Fala 8. Denko 9. Farana
    10. Tati Bakary 11. Nden 12. Djo


Medium: CD

Interpret: Perfect Beasts

Titel:  Perfect Beasts

Spielzeit: 48:22

Stil: Prog Rock

Label: Eigenproduktion

Promoter: Just For Kicks Music

Vertrieb: Just For Kicks Music

VÖ: 2026

John Mitchell – man kenn ihn von Bands wie It Bites, Frost, Arena, Kino und natürlich Asia. Zusammen mit Nick Andrea, Darren Redeck und Steve Hales stellt er das gleichnamige Debütalbum seiner Band Perfect Beasts vor.

Aus seiner Vita sind uns ja einige stilistische Vorgaben im Ohr und auf "Perfect Beasts" begegnen wir derer so einigen. Der Mantel ist aus progressiver Wolle gewebt, grob gesagt. Allerdings ist Steve, wie auch seine Mitstreiter niemand, der sich nur in eine Richtung bewegt. Es gibt neben den klassischen Prog-Strukturen auch allerhand an fast straightem Rock, balladenhafte und hochmelodiöse Nummern und allerlei Tunes, die angenehm an große alte Prog-Bands erinnern. Es sind aber mitnichten Tracks, denen man ein 'klingt wie' oder 'klingt nach' voranstellen kann. Die Band harmoniert perfekt zusammen und ist alleine deshalb schon anders, da sie ohne Tasten auskommt, was in diesem Genre doch eher selten ist.

Johns angenehmes Stimmwerk und der Fakt, dass zwei Gitarren marschieren, lassen zu keiner Zeit irgendetwas vermissen. Im Gegenteil, Aufbau, Choreografie und Songwriting sind stets spannend und man mag hoffen, dass das Debüt keine Eintagsfliege bleibt, zumal Mitchell ja auch mit seinem Soloprojekt Lonely Robot beschäftigt ist. Gut kommen die ergänzenden weiblichen Vocals der Singer/Songwriterin Leoni Jane Kennedy auf "Heavy Is The Head" und der fast monumentale Titelsong mit Stadiontauglichkeit sollte vielleicht eher auf den ersten, denn auf den letzten Platz der Platte gesetzt werden.

  • John Mitchell (guitar, vocals)
    Nick Andrew (guitar, guitar synths)
    Darren Redick (bass, bass pedals)
    Steve Hales (drums & percussion)
    with:
    Leoni Jane Kennedy (vocals – #3)
  • Tracks: 1. Three’s A Crowd 2. Bad Things Happen 3. Heavy Is The Head 4. Genie’s Out The Bottle 5. Non-Stop To The Moon 6. Undertow 7. Chasing Daylight 8. On A Curve 9. Every Saturday (One Night Only) 10. Perfect Beasts

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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Mail: ulli(at)rocktimes.de

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