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California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay – Konzertbericht, 19.09.2025, Buena Ressa Music Club, Rees

Es dürfte ein ganz spezielles Konzert im Buena Ressa Music Club werden.
In der Konzertankündigung der angesagten Location zur Band California Jam Spectrum und Tony Lindsay heißt es unter anderem:
»[…] Tony Lindsay ist Sänger der weltbekannten Bands Santana und Maze. Gemeinsam mit Svenja Schmidt (Gesang), Oliver Schröder (Gitarre), Martin Hohmeier (Bass), Zacky Tsoukas (Drums) und Stephan Winkelhake (Keyboards) spielt er bei uns im Club.
Die Powerband Spectrum hat es sich zum Ziel gesetzt, etliche Facetten der Rock-Pop-Musik abzudecken und somit das Publikum auf eine spannende Reise durch die letzten sieben Jahrzehnte dieses Genre zu entführen. […]«

California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay mit Special Guest Svenja Schmidt im September 2025 im Buena Ressa Music Club Rees

California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay mit Special Guest Svenja Schmidt im September 2025 im Buena Ressa Music Club Rees

Auf dem Hinweg zum Konzert lief im Radio "Maria, Maria" von Santana.
Einige Zeit später spielte California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay beim ausverkauften Konzert just dieses Lied. Eines der beeindruckenden Live-Erlebnisse des Abends.
Diese Nummer sollte allerdings nicht das einzige Stück sein, mit dem Santana einen Mega-Hit hatte. "Black Magic Woman", das zu frühen Fleetwood Mac-Zeiten von Peter Green komponiert wurde, spielte das Sextett mit dem Sänger Tony Lindsay natürlich in der Version der Latin Rock-Combo. Bei diesen beiden Songs aus dem Santana-Fundus beließ es die Formation dann auch.
In den einhundertfünfzig Minuten standen noch sehr viele Highlights an. Dafür brauchte man definitiv mehr als zehn Finger.

Den Einstieg ins fantastische Konzert machte die Band ohne Tony Lindsay und Svenja Schmidt, denn mit The Meters' "Cissy Strut" stand ein Instrumental an. Das Mischungsverhältnis aus Funk und Fusion passte auch bei California Jam Spectrum perfekt und schon bei diesem ersten Stück bemerkte man die in den Song einfließende persönliche Note der Musiker.

Für "Good Love Is On The Way" von John Mayer stand Oliver Schröder am Gesangsmikrofon und er konnte über die gesamte Konzert-Distanz nicht nur mit seinem Gitarrenspiel begeistern, sondern auch in dieser Nummer als klasse Leadsänger und später durch seine schönen Backing Vocals punkten. Seine sehr individuell gefärbten Sechssaiter-Alleingänge zogen ein ums andere Mal die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Sie gehörten mit zu den Herzstücken des Gigs. Bei der "Purple Rain"-Zugabe hatte Oliver Schröder die Spendierhosen an. Er schraubte sich bei seinem großformatigen Solo in ungeahnte Höhen der Fantasie. Bei dem Lied von Prince sang das Publikum ein letztes Mal kräftig mit.

Nach den ersten beiden Songs enterten Svenja Schmidt sowie Tony Lindsay die Bühne und steigerten bei Steely Dans "Do It Again" die Stimmung in der Location noch weiter. Wow! Zwei Stimmen, die einem nicht nur eine Gänsehaut bereiteten. Svenja Schmidt bezauberte das Publikum durch ihren fantastischen Soul-Gesang und Tony Lindsay performte die Songs mit einer ungeahnt-ausdrucksstarken Leichtigkeit. Stephan Winkelhake ließ in seinem Solo die Finger über die schwarzen und weißen Tasten fliegen und als "Higher Ground" aus der Feder von Stevie Wonder die Runde machte, gesellten sich Svenja Schmidt sowie Tony Lindsay in die Reihe der Solisten ein. Vokale Improvisationen, die ihre Wurzeln auch im Jazz hatten, prägten eine ruhiger Phase im mächtig funkigen "Higher Ground".

Ein Hoch auf diese Band, die durch ihre Spielfreude immer weiter an der guten Stimmung schraubte. Es entwickelte sich eine echte Party.

Stephan Winkelhake bot ein verträumtes Intro. Dann donnerte Oliver Schröder die so bekannten ersten Töne von Deep Purples "Smoke On The Water" aus den Boxen. Diese Nummer brachte die gute Laune zum Brodeln. Das Solo des Keyboarders weckte Erinnerungen an Jon Lord und danach ging es weiter mit raffiniert arrangierten Funk-Variationen, wie zum Beispiel bei "Baby Love" (The Surpremes).

In eine andere musikalische Richtung bewegte man sich dann mit dem Instrumental "Party In Simon’s Pants". Dieses Lied geht zurück auf Steve Lukather, in dessen eigener Band auch Simon Phillips trommelte. Was lag da näher, als in diesem Fusion-Stück Zacky Tsoukas für sein überwältigendes Solo Zeit zu geben. Hammer, was er aufbot. Differenzierte Rhythmik, Trommeln nur mit den Händen gespielt, im Stehen herrliche Variationen auf den Becken, auf einer der Metallschalen kuriose Klänge erzeugen und dann flogen während des Drummings auch noch die Sticks durch die Luft. Zacky Tsoukas, die Kraftquelle der Band, bot eine atemberaubende Show auf seinem Kit.

Tony Lindsay sowie Svenja Schmidt boten Scat-Gesang im Frage-Antwort-Modus und wie schön fühlte sich die Gänsehaut an, als Svenja Schmidt "Empire State Of Mind" höchst emotional sang. Highlight!
Man genoss die luftige Leichtigkeit von Donald Fagens "I.G.Y." und die verführerische Mixtur aus Groove, Funk und Soul bei "Peg", einem weiteren Lied von Steely Dan, das Bassist Martin Hohmeier mit geslappten Tönen verschärfte. Sein Solo in Bill Withers' "Use Me", inklusive gesungener Bandvorstellung von Tony Lindsay, hatte auch furiosen Charakter. Gänsehaut bei der Ballade "Fragile" von Sting.

An diesem Abend erlebte man ein grandioses Konzert von California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay und natürlich Svenja Schmidt als Special Guest.
Bekannte Songs kleidete das Sextett in individuelle Outfits und das Publikum feierte eine ausgelassene Party.

RockTimes schließt sich dem Dank der Band an Marcel Bucksteeg für den Sound und die Lightshow an.
Ein großer Dank geht auch an Gudrun, Iris, Renate und Steffi für die immer freundliche Bedienung sowie Gudrun & Co. an der Kasse.
Ehrenamtliche Tätigkeit muss erwähnt werden.

RockTimes bedankt sich bei Ralf Praest für den Platz auf der Gästeliste.
Am 10. Oktober wird die Band 3 Times A Lady im Buena Ressa Music Club erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2024 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up California Jam Spectrum feat. Tony Lindsay:

Tony Lindsay (vocals)
Oliver Schröder (guitar, vocals, backing vocals)
Stephan Winkelhake (keyboards)
Martin Hohmeier (bass)
Zacky Tsoukas (drums, percussion)

Special Guest:
Svenja Schmidt (vocals)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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Mail: joachim(at)rocktimes.de

4 Kommentare

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  1. Irene Heek

    Toller und treffender Artikel mit super Fotos von einem überwältigend grandiosen Abend. Sehr schön, dass du auch die dort tätigen ehrenamtlich fleißigen "Hände" erwähnst. Danke Joe!
    Gruß Irene

    1. Joachim 'Joe' Brookes

      Hallo Irene,
      vielen Dank für deine Rückmeldung zu einem fantastischen California Jam Spectrum-Konzert. Ein Ehrenamt kann nicht oft genug berücksichtigt werden.
      Gruß Joe

  2. Ferdinand Sprenger

    Hallo,
    eine tolle Beschreibung von diesem "grandiosen" Abend und feine Fotos. Sogar mit fliegendem Drumstick.
    Grüße Ferdi

    1. Joachim 'Joe' Brookes

      Hi Ferdi,
      ja, es war, wie du schreibst, ein grandioses Konzert.
      Es hat mich gefreut, Zackys fliegende Drumsticks zu fotografieren.
      Grüße
      Joe

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