Mit dem Kanadier Cliff Stevens steht heute mal wieder ein Vertreter des Bluesrock auf der Hinterhof-Bühne. Bekannt wurde Stevens durch seine exzellenten Coverversionen des Saitenhexers Eric Clapton. Auch vom Aussehen, Stimme, Gestik und Handhabung seiner Stratocaster, ein Abbild von Claptons Black Beauty (heute Abend eine braune Strat!), kommt er seinem Vorbild sehr nahe. Stevens, der in Montreal lebt und britisch-schottische Wurzeln hat, bewegt sich musikalisch tief im klassischen Bluesrock. Zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt er
Gitarristen wie Eric Clapton, Stevie Ray Vaughan, Johnny Winter und Rory Gallagher. Gerade die Nähe zu Claptons Spielweise ist ein wiederkehrendes Merkmal seiner musikalischen Beschreibung. Stevens verbindet traditionelle Blues-Elemente mit kraftvollem Gitarrenspiel und eigenem Songwriting.
Jahrelang spielte er in diversen Bands, bis er 2009 das Album "Cliff Stevens" auf den Markt brachte und damit seine Solokarriere startete. Im Laufe der Jahre veröffentlichte er sechs Alben, das brandneue "New Shade Of Blue" kommt im Dezember in die Läden. Da können wir heute Abend ja mit ein paar absolut neuen Songs rechnen. Unterstützt wird er von dem italienischen Rhythmusgespann Roberto Dragonetti am Tieftöner und Matteo Marcese an der Schießbude.
- Die Akteure
- Matteo Marcese
- Matteo & Roberto
Das Konzert bestand aus zwei Sets mit einer Gesamtspielzeit von gut zwei Stunden und war eine gute Mischung von gecoverten Titeln und eigenen Stücken, die alle aus der Feder von Cliff Stevens stammten.
Um 20:00 Uhr begrüßte Frank Fellenberg von den Goslarschen Höfen die etwa 100 Zuhörer und kündigte Cliff Stevens und seine Band an. Die kam gut gelaunt auf die Bühne und legte gleich mit "Key To The highway" los.
Den Coversongs wurde ein ganz eigener Stempel aufgedrückt, man erkannte erst nach einigen Takten, um welche Nummer es sich handelte. Der Slowblues "I Been Thinking Of You" gefiel mir aus diesem Genre besonders gut.
- Roberto Dragonetti
- Roberto Dragonetti (bass)
- Cliff konzentriert
- Roberto beim Solo
Nach der Pause griff Cliff sich seine akustische Gitarre, um u.a. den "San Francisco Bay Blues" anzustimmen. Es folgte eine eigene tolle Version von "Layla". Klasse Gitarrenarbeit, Cliff!
Zu meinen persönlichen Highlights des heutigen Abends zählten die bandeigenen Interpretationen von Muddy Waters' "Hoochie Coochie Man" und Robert Johnsons "Crossroads". Mit dem Cream-Klassiker "Sunshine Of Your Love" verabschiedete sich die Band, um dann unter tosendem Applaus zurück auf die Bühne zu kommen und als Zugabe nochmal drei starke Titel rauszuhauen. Bei Bob Dylans "Knocking On Heavens Door" und J.J. Cales "Cocaine" kam durch die Mitarbeit (Mitsingen) des Publikums nochmal richtig Stimmung auf. Mit dem passenden Titel "Time For Me To Go" ging es swingend ins Finale.
Cliff Stevens überzeugte bei allen Titeln mit seinem flüssigen Gitarrenspiel und seiner ausdrucksstarken Stimme. Man sollte ihn nicht nur auf ein, wenn auch brillantes Clapton-Cover reduzieren, auch sein eigenes Titelmaterial besticht durch ein tolles Songwriting und energiegeladenes Gitarrenspiel. Seine Soli waren strukturiert aufgebaut, ohne zu überfrachten und in Frickeleien auszuarten. Auch das gute alte Wah Wah-Pedal kam oft zum Einsatz. Stevens fühlt sich in allen Arten des Blues zu Hause, ob Slow, Shuffle, Country oder Rock.
- 3Cliff soliert
- Die Band
- Cliff Stevens (vocals, guitar)
Matteo Marcese lieferte mit seinen powerful gespielten Drumming zusammen mit Bassist Roberto Dragonetti einen treibenden Groove, der ein solides, tragfähiges Fundament für Cliffs druckvolle Gitarrenpassagen bildete. Matteo spielte auf einem Minimal-Drumkit mit nur einem Becken und ohne Hängetoms, erstaunlich was er damit zustande brachte. Roberto lieferte komplexe Bassläufe auf seinen vier dicken Saiten ab, die zeitweilig schon einen gewissen Solocharakter entwickelten. Die beiden erhielten leider nur ein wenig Zeit, um sich solistisch darzustellen.
Das war mal wieder ein feines Konzert in angenehmer Atmosphäre voller Dynamik, enormer Spielfreude der sympathischen Musiker und einem begeisterten Publikum.
Ich bedanke mich bei Holger Pape für den Platz auf der Gästeliste.
Line-up Cliff Stevens:
Cliff Stevens (vocals, guitar)
Roberto Dragonetti (bass)
Matteo Marcese (drums)
Setlist:
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Jürgen Berking | RockTimes


















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