Mit Chris Kramer steht heute ein international anerkannter Bluesharpspieler, Gitarrist, Sänger und Songwriter zum ersten Mal auf der Hinterhof-Bühne. Er ist sechsmaliger Gewinner des "German Blues Awards" in der Kategorie "Best Blues-Harp".
Ich möchte hier auf seine informative Homepage hinweisen. Mit seinem Projekt Beatbox’n’Blues hat er eine außergewöhnliche musikalische Verbindung geschaffen, die traditionelle Blues-Elemente mit modernen Einflüssen aus Hip-Hop und Rock kombiniert. Dabei gelingt es ihm, ein klassisches Genre in die Gegenwart zu holen und einem neuen (jüngeren) Publikum zugänglich zu machen.
Chris Kramer, 1970 geborener Ruhrpottler, ist vor allem als virtuoser Mundharmonikaspieler bekannt. Seit über 30 Jahren steht er auf der Bühne und arbeitete mit internationalen Musikern zusammen. Musikalische Größen, wie Jack Bruce, Chuck Leavell, Pinetop Perkins oder Peter Maffay äußerten sich begeistert über sein Können an der Harp.
Das Beatbox-Projekt ist als Trio angelegt, bei der die Musiker aus unterschiedlichen Genres kommen. Da ist Sänger und Gitarrist Sean Athens, der im Rock und Blues verwurzelt ist. Seit 2016 ist er festes Mitglied der Band und prägt den Sound entscheidend mit. Heute Abend wird er allerdings von Christoph Lindner, einem umtriebigen Allround-Musiker vertreten, der das Trio mit seinen kraftvollen Riffs und Soli perfekt unterstützt. Der dritte Mann, der mit entscheidend für den Projektnamen war, ist Kevin O Neal, der das Beatboxen schon seit 24 Jahren praktiziert. Der zweifache deutsche Beatbox-Meister bringt Hip-Hop-Elemente ein und ersetzt mit seiner Stimme ein komplettes Schlagzeug. Seine rhythmische Vielfalt gibt der Band ihren modernen Puls.
Beatbox und energiegeladenem Rock. Diese Mischung sorgt für einen vollen Bandsound, obwohl nur wenige Musiker auf der Bühne stehen. Seit zehn Jahren ist das Trio präsent und hat bis jetzt drei Alben produziert. Das 100-minütige Konzert bestand aus zwei Sets, bis auf den "Hootchie Kootchie Man" von Willie Dixon, wurden nur Eigenkompositionen gespielt.
Um 20:00 Uhr betritt die Band die Hinterhof-Bühne und Frontmann Chris Kramer wünscht den 120 Zuhörern, die sich heute auf den Weg zu den Höfen gemacht haben, einen schönen Abend. Und dann ging es auch gleich mit einem flotten Boogie ordentlich zur Sache. Die Fusswippe kam an diesem Abend nicht zur Ruhe!
Bei dem Liebeslied "Together With The Blues" wurde auf die Bremse getreten, ein schöner melodischer Blues in dem Chris emotional (gesanglich und harptechnisch) alles gab. Man hatte den Eindruck ein reales Schlagzeug zu hören, ganz authentisch: Bass und Snare. Auch die Gitarre lieferte ein schönes Solo ab. Zwischen den Titeln wusste Chris das Publikum mit Hintergrundinfos zu Songtiteln und interessanten Anekdoten, wie "Die kleine Mundharmonika" oder das Zusammentreffen mit Kevin, zu unterhalten. Es kam jedenfalls keine Langweile auf. Die heavy Bluesrocknummern bestachen durch eingängige Hooklines und fetzige Gitarrensoli.
- Chris am MIkro
- Christoph Lindner (guitar, voc)
- Chris an der Gitarre
- Kevin O Neal Beatbox
Gut gefallen hat mir auch der sehr rhythmische und temporeich angelegte Titel "I’m Different" mit mehrstimmigen Gesang. Vor der Pause gab Kevin noch eine 25-minütigen Erklärung in seine Beatbox-Technik. Er ’spielte' Bassdrum, Snare und Hi-Hat einzeln an, um dann alle drei zu einem Beat zu kombinieren. Des Weiteren zeigt er verschiedene Musikstile auf, da gab es Funk (James Brown mit "Sexmachine"), Samba, chinesisch, indisch bis Techno. Er kombinierte bis zu sechs Beats gleichzeitig. Da ich bislang mit Hip-Hop nichts am Hut hatte, war ich von Kevins Fähigkeiten total überrascht.
Der "Hootchie Kootchie Man" wurde in einer packenden Version rübergebracht, Christoph zeigte hierbei seine gesanglichen Fähigkeiten. Bei dem eher ruhigen "Feel Alright" wurde das Publikum mit eingebunden, es durfte lautstark mitsingen. Als erste Zugabe wurde "Happy Birthday" angestimmt, die Idee hierbei war, dass ihn auf YouTube möglichst viele Leute teilen. Dann fuhr der Rock’n’Roll-Train auf die Bühne, bei dieser Nummer verließen viele Zuhörer ihre Plätze, um die letzten Minuten tanzend zu verbringen. Chris dreht, Bluesharp spielend dabei eine Runde durch die Location. Christoph gab auch nochmal ordentlich Gas, in Form von einigen heavy Sololäufen.
Unglaublich, was Chris Kramer aus seiner Mundharmonika an Tönen hervorzauberte, ob leise melodiös oder kräftig fordernd, Einzeltöne oder Harmonien -der Mann ist einfach hervorragend und ein Meister der Kanzellen. Gesanglich war er auch sehr wandlungsfähig. Christoph Lindner wurde der Ankündigung ein Killergitarrist zu sein in jeder Beziehung gerecht. Er spielte zudem brettharte Intros und Outros auf seiner Strat. Auch die Leadvocals, die er bei einigen Titeln übernahm, konnten überzeugen. Über Kevin O Neal kann man nur sagen, dass er mit seinem außergewöhnlichen Können beim Beatboxen wirklich erstklassige Arbeit leistete. Chapeau!!!
Stilistisch wurde einiges abgedeckt ob heavy Bluesrock, melodischer Blues, tanzbarer Rock’n’Roll oder treibender Südstaatenrock. Alles klasse gemacht. Die Drei zeichneten sich durch eine hohe Komplexität aus, der Zuhörer vermisste keine anderen Instrumente. Das Auditorium war jedenfalls total begeistert und ich habe selten bei Konzerten so viel frenetischen Beifall erlebt. Bei der Band kann man auf eine Wiederholungsgig hoffen. Das Konzert hat allen Beteiligten so richtig Spaß gemacht
- Spielfreude
- Kevin & Chris
- Starkes Duo
- Kevin beim ‘Drumsolo’
.RockTimes bedankt sich bei Holger Pape für den Platz auf der Gästeliste.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Jürgen Berking | RockTimes















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