Am 17.Oktober 2026 gastierte Drive By Wire im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth.
Die niederländische Band kommt aus Deventer, das sich in der Provinz Overjissel befindet.
Das Quartett um die Frontfrau Simone Holsbeek wurde 2006 gemeinsam mit dem Gitarristen Alwin Wubben gegründet.
Die Musik von Drive By Wire befindet sich im Spannungsfeld von Stoner Rock, Psychedelic Rock, Heavy Rock beziehungsweise Desert Rock.
2006 erschien das Album "Drive By Wire", gefolgt von "Between The Oceans" (2008), "The Whole Shebang" (2016), "Spellbound" (2018) bezeihungsweise "Time Horizon" (2024). Zum zwanzigjährigen Band-Jubiläum brachte man 2026 "XXYRS" auf den Markt.
Man tourte bereits durch Europa (Deutschland, Belgien, Frankreich, England) und war, neben anderen Festival-Auftritten, 2024 Gast beim Desertfest.
In der Konzertankündigung auf der Facebook-Seite vom Griether Hanselädchen ist unter anderem zu lesen: »[…] Samstag, 17. Oktober im vermutlich rockigsten Dorfladen Deutschlands. […]« Volle Zustimmung.
Das einhundertvierminütige Drive By Wire-Konzert war sehr gut besucht.
Die Begeisterung des Publikums konnte kaum gesteigert werden und wurde mit einer Zugabe, in der das spielfreudige Quartett den einzigen Coversong kredenzte, belohnt.
"Gardenia" geht zurück auf Iggy Pop, ist aber auch bekannt durch die kalifornische Stoner Rock-Formation Kyuss.
Drive By Wire spielte sehr viele musikalische Trumpfkarten aus.
Die Ballade "Apollo" war eine davon.
Die Combo schmückte ihren individuell geprägten, auch melodischen Stoner Rock mit vielen psychedelischen Elementen aus.
In einigen Songs kreierte Alwin Wubben auf den Saiten seiner E-Gitarre Bierflaschen-Slide-Sounds und das Wah Wah-Pedal kam ebenfalls zum Einsatz.
- Simone Holsbeek (vocals, guitar, tambourine)
- Alwin Wubben (guitar, slide guitar)
- Marcel Zerb (bass)
- Ingmar Regeling (drums)
Mit Ausnahme der Zugabe präsentierte Drive By Wire ausschließlich Eigenkompositionen. Die hatten großes Format und offenbarten, wie vielschichtig der Stoner Rock der Combo war.
So setzte das Quartett eine Vielzahl an musikalischen Duftmarken und sorgte insgesamt für ein Stoner Rock-Spektakel.
Alleine fünf der fünfzehn Nummern stammten aus dem Album "Time Horizon". Den Beginn machte das Stück "Elements". Die psychedelische Einleitung stammte aus einem Handy, das Alwin Wubben an einen der Tonabnehmer seiner E-Gitarre hielt. Dann stieg die Band ein und nach einem ruhigen Part gab es heavy Stoner Rock, gepaart mit Wah Wah-Pedal-Action, auf die Ohren. Klasse Konzert-Starter!
Bei "Northern Lights" gönnte Frontfrau Simone Holsbeek ihrer E-Gitarre eine Pause und sie wechselte zum Tamburin. Der Marcel Zerb-Bass wummerte und es wurde ziemlich schnell deutlich, über welch eine ausdrucksstarke Stimme Simone Holsbeek verfügte. Zum Teil überschäumende Gefühle waren eines der Markenzeichen ihres Gesangs.
"Slowrider" steigerte die Temperaturen in der Location, denn auch in diesem Track war schwer was los. Mächtige Power war angesagt. Die Nummer fokussierte die Sonnenstrahlen quasi wie ein Brennglas.
Wie toll Simone Holsbeek singen konnte, wurde zum Start von "Blood Red Moon" besonders deutlich. Gänsehaut, als sie das Lied a cappella begann. Mit einem super Groove von Schlagzeuger Ingmar Regeling brachte der etwas moderatere Stoner Rock die Fußwippe in Aktion.
Alwin Wubben, der Gitarrist mit den tausend Fantasie.
In die Tiefe gehend Riffs und Headbanging bei der Band waren die Markenzeichen von "Slowrider" und vor der Pause setzte man ein weiteres Ausrufezeichen in Form von "Dustfader", einem Track in Highspeed-Konfiguration. So etwas wie Rock’n’Roll à la Drive By Wire.
"Soil (Seven)" wurde von Simone Holsbeek als »[…] a longer track […]« angekündigt. Andächtig beginnend und dann bei zunächst schleppendem Tempo im tonnenscheren Stoner Rock verankert, brachte es das Stück auf eine Spielzeit von zehn Minuten. Alwin Wubben zündete eine nächste Stufe der Dramatik. Mit einem Marcel Zerb, dessen tiefe Töne immer wieder den direkten Weg in die Magengrube fanden, war dieser Song von viel Improvisation gekennzeichnet. Auch die an- und abschwellende Dynamik machte diese Nummer zu einem Highlight. Ruhiger Gesang in den relaxten Phasen, in den hochoktanigen Teilen wie ein Vukan.
"Tar" im Rückblick auf die zwanzigjährige History der Band. In den melodisch rockenden Song warf Alwin Wubben ein Wah Wah-Pedal-Solo ein und Ingmar Regelings Double Bass wirbelte die Luft ordentlich durcheinander. Ein weiterer Auszug aus dem Debütalbum aus 2006 war "Dirt". Der Gitarrist schraubte die Begeisterung beim Publikum in die Höhe als er in einer hypnotischen Band-Phase ein psychedelisches Bottleneck-Solo vom Stapel ließ. In "Sharpshifter" steuerte er die Psychedelic durch Bierflaschen-Slide-Klänge. Super! Intensiver Simone Holsbeek-Gesang wurde begleitet von einem infizierenden Drum&Bass-Groove.
Auf seinem durchsichtigen Acryl-Drumset überzeugte Schlagzeuger Ingmar Regeling als ein Spezialist der Rhythmik. Seine akzentuierten Beats sowie Grooves entwickelten positive Vibrations bei dieser Hanselädchen-Session.
Der Drummer versetzte die Becken nur mit den Händen in Schwingungen und sorgte bei "Mammoth" so für die Ruhe vor dem Stoner Rock-Sturm. Simone Holsbeek hatte wieder die E-Gitarre geschultert und mit einem Alwin Wubben-Gitarren-Feedback startete das Titelstück des Albums "Spellbound". Ein Highlight der Psychedelic. Drive By Wire mal anders. Zu knarzigem Bass wurde in "The Whole Shebang" Hard Rock-Riffing serviert. Auch hier befand sich die Melodik in einer gesanglichen Hauptrolle. Als Showeinlage spielte Alwin Wubben sein Arbeitsgerät kurzzeitig hinter dem Kopf. Ab und an begab er sich in die Nähe des Publikums oder spielte einmal einen Alleingang auf dem Sims des Schaufensters.
Auch nach zwanzig Jahren hat den niederländische Band Drive By Wire kein einziges Korn an Power eingebüßt.
Das Drive By Wire-Konzert im Griether Hanselädchen war geprägt von der Vielschichtigkeit des Stoner Rock mit einem Facetten-Reichtum der besonderen Art.
Chapeau, Alwin, Ingmar, Marcel und Simone!
Für den klasse Sound geht ein Dank an Oliver Schupp.
Wir bedanken uns bei Ingmar Kerkhoff für den Platz auf der Gästeliste.
Am 30. Oktober wird Duo HaWei (Folk-Coverduo) im Griether Hanselädchen, Kalkar-Grieth erwartet.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Drive By Wire:
Simone Holsbeek (vocals, guitar, tambourine)
Alwin Wubben (guitar, slide guitar)
Marcel Zerb (bass)
Ingmar Regeling (drums)


























Neueste Kommentare