«

»

Geisht / Xpeia – Vinyl-Review

Geisht - "Xpeia" - Vinyl-Review

Wie ich neulich schon in meinem Review zum aktuellen Markus Rill-Album Good As New schrieb, gibt es Musiker, die offensichtlich unfähig sind, eine schlechte Platte zu machen. Und dazu braucht man noch nicht mal einen großen bzw. zumindest deutschlandweit bekannten Namen zu haben. Ein weiteres Beispiel dieser Kategorie ist ganz offensichtlich der Saarländer Jan Weis, der seit einigen Jahren sein Projekt Geisht am Start hat und unsere Redaktion bereits unter anderem mit der EP The Art Of Temptation sowie der gleichnamigen vollen Debüt-Scheibe von sich überzeugen konnte. Wobei ja alle Vorschusslorbeeren nichts nützen, wenn anschließend qualitativ nicht zumindest gleichwertig nachgelegt wird. Die große Neuigkeit im Hause Weis bzw. Geisht in Hinsicht auf das im Herbst 2025 erschienene Werk "Xpeia" ist, dass der bisher vollkommen im Alleingang unterwegs gewesene Musiker sich dafür mit dem Lead-Gitarristen Stephan Völpel sowie dem Schlagzeuger Markus Schu Verstärkung an Bord genommen hat.

Und das tut den zehn neuen Tracks, bei aller Klasse von Weis als Solo-Künstler, sehr gut. Alleine schon das Zusammenspiel mit anderen Individuen bringt automatisch ein ganz anderes Klima, ein ganz anderes 'Leben' in die einzelnen Nummern. Was sich bereits beim Opener "Don’t Ask Why" abzeichnet, ein klasse Stück im Folk Rock-/Singer/Songwriter-Stil, bei dem Weis auch seine soulige Stimme wieder zur Geltung bringt. Sehr guter Start! Weiter geht es mit dem herrlichen Groover "About People" und dem zwar Synthie-lastigen, aber trotzdem sehr gelungenen "Dig Her". Bei "Let’s Pretend" handelt es sich um eine schöne und eingängige Ballade, die neben feier Akustik-Gitarre von Streicher-Sounds unterlegt wird. Die sehr abwechslungsreiche erste Seite des mir vorliegenden Vinyls wird von dem ebenfalls ruhigeren"Street Poetry" beschlossen, bei dem Weis mit seinem Gesang ein stark gefühltes Doors– bzw. Jim Morrison-Feeling verströmt. Musikalisch kommen hier sogar noch psychedelische Parts hinzu.

Die zweite Seite dieser an Variabilität sowieso schon alles andere als armen Platte beginnt mit einer weiteren Überraschung, nämlich dem jazzigen "Someday I’ll Break Your Heart", das von dem Soul/Pop der siebziger Jahre ausstrahlenden "Indifferent Pleasures" abgelöst wird. Der fette Rocker der Scheibe ist "Possessions" und hier geht dann auch so richtig die Post ab. Stephan Völpel bringt ein weiteres seiner starken Soli ins Spiel, Markus Schu donnert den Beat raus und an dieser Stelle darf ruhig auch noch einmal erwähnt werden, dass Jan Weis sowohl am Bass, als auch an den Tasten alles andere als ein Anfänger ist. Gesanglich ist das ebenfalls rockige "Walk, Don’t Walk Away" einer der stärksten Tracks des Albums, bei dem der gute Jan seine Gefühle – gefühlt – sogar noch eine Spur extrovertierter raus lässt. Und schließlich ist da noch das mit einer schönen Akustik-Gitarre beginnende und Westcoast-Flair versprühende "You’re My Inspiration", das eine tolle Schlussnote setzt.

Geisht schaffen es auf ihrem aktuellen Album "Xpeia", wie anerkannt werden muss, eine wahre Stil-Vielfalt von Singer/Songwriter über Soul bis Jazz, Rock und mehr unterzubringen, die sich dennoch wie aus einem Guss und als eine Gesamtheit anhört. Offensichtlich haben die drei Musiker so ziemlich alles drauf, was an Genres im Angebot ist. Addiert man dazu das bewährt starke Songwriting sowie den Gesang von Weis, das lebhafte und gewinnende Drumming von Schu und obendrein die klasse Gitarre von Völpel, dann wird klar, dass wir es hier wieder mit einem absoluten Gewinner zu tun haben.

Wer die Platte erstmal anchecken möchte, kann dies über die üblichen Plattformen tun, erwerben kann man das feine Teil über janweis.bandcamp.com.


Line-up Geisht:

Jan Weis (bass, guitars, synthesizers, programming, lead vocals)
Markus Schu (drums & percussion)
Stephan Völpel (lead guitars)

With:
Natascha Lansch (background vocals – #A-3)
Anne Völpel (background vocals – #B-5)

Tracklist "Xpeia":

Side 1:

  1. Don’t Ask Why
  2. About People
  3. Dig Her
  4. Let’s Pretend
  5. Street Poetry

Side 2:

  1. Someday I’ll Break Your Heart
  2. Indifferent Pleasures
  3. Possessions
  4. Walk, Don’t Walk Away
  5. You’re My Inspiration

Gesamtspielzeit: 19:17 (Side 1), 19:23 (Side 2), Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
Meine Beiträge im RockTimes-Archiv
News
Meine Konzerberichte im Team mit Sabine
Mail: markus(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>