Einen Kritikerpreis der Deutschen Gegenwartsliteratur werden die fränkischen Spaßrocker von J.B.O. wohl nicht mehr einheimsen. Mit ihren Parodien und Coversongs sind sie vielmehr angetreten, auf ihre Weise harte Gitarren mit deutschen Texten zu kombinieren. Im Fun-Metal sind sie zu Hause und haben sich damit seit dem Gründungsjahr 1989 eine stattliche Fangemeinde erspielt. Diese Stilart im Metal beherrschen sie wie keine zweite Band.
Das macht es Veranstaltern nicht schwer, für volle Häuser zu sorgen, wie es am 27. Dezember 2025 im Jenaer F-Haus zu erleben war. Die Vorzeichen hätten nicht besser sein können: Es war die dritte Station auf der aktuellen Tour Of The Rising Fun 2025/2026, zugleich war der Termin für alle Gäste mit einem Samstag im Umfeld der Weihnachtsfeiertage ein nahezu idealer Zeitpunkt. Man könnte an dieser Stelle den Konzertbericht in der Form beenden, indem man den Franken eine rundum solide Leistung bescheinigt. Diese rufen sie Abend für Abend auf, vollziehen mit ihrem Potpourri mit vielen älteren Titeln eine Punktlandung beim auffallend textsicheren Publikum. Der Begriff Fankonzert erhält bei J.B.O. eine besonders faszinierende Wirkung.
Die Besucher scheuen sich nicht, "Ein guter Tag zum Sterben" lautstark aus voller Kehle zu singen, so traurig die Titelzeile anmuten mag. Es ist das bekannteste Lied und zugleich der größte Hit des Quartetts. Er wurde einst sogar als Techno-Version und Klassik-Version mit den Nürnberger Symphonikern aufgenommen. Zum Start des Konzertes erklang mit "Vito, wir machen Krach" ein aktueller Single-Hit. Es war ein Vorgeschmack auf das am 9. Januar 2026 bei Perception erscheinende 15. Studioalbum "Haus Of The Rising Fun" – einem Werk, das den Mix aus schrägen Texten, satirischen Kommentaren und musikalischer Energie in vielen Facetten unterstreicht.
»Wer hier den Spaß hat, der hat die Macht«, verkünden die Spaßrocker dazu selbstbewusst. "Vito, wir machen Krach" stand programmatisch für den weiteren Verlauf des Abends, denn vom ersten Takt an gab es für die Fans kein Halten mehr. Die Originalmelodie des gecoverten Lieds stammt von Vicky Leandros und ihrem Schlager "Theo, wir fahr’n nach Lodz" aus dem Jahr 1974.
Der Autor dieser Zeilen erinnerte sich an diesem Abend in Jena gut und gerne daran, dass die fränkische Band schon 1997 beim Schlettweiner Open in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) als Höhepunkt des Festivals gefeiert wurde. Die Begeisterung damals kannte ebenfalls keine Grenzen, obwohl die Formation zu diesem Zeitpunkt erst acht Jahre bestand. Allerdings darf man den Musikern um die Gründungsmitglieder Hannes 'G. Laber' Holzmann (Gesang, Gitarre) und Veit 'Vito C.' Kutzer (Gesang, Gitarre) bescheinigen, dass sie schon in den ersten Jahren praktisch von null auf 100 mit einer sehr eigenen Mischung durchstarteten. Unterstützung erhalten die Gründungsmitglieder heute durch Ralph Bach (Bass) und Wolfram Kellner (Schlagzeug), die das Quartett jeweils seit 2001 bereichern.
- J.B.O.-Bassist Ralph Bach
- Schlagzeuger Wolfram Kellner
- Gründungsmitglied Hannes 'G. Laber' Holzmann
Das musikalische Genre ist klar zu erkennen und so weiß jeder Besucher genau, was ihn erwartet. Dass Familien ihre Sprösslinge zu Konzerten mitnehmen, was es in dieser Form auch bei anderen Künstlern zu beobachten gibt, mag keine Überraschung sein. Wobei man davon ausgehen darf, dass die Texte nicht die tragende Rolle beim Besuch des Familiennachwuchses spielen. Deren Begeisterung beginnt schon bei der auffallend in Pink gefärbten Kleidung der Akteure. Doch spüren selbst die Kleinsten, mit welcher Ehrlichkeit hier gerockt wird. J.B.O. lassen auf ihrem musikalischen Streifzug kein Thema aus und bringen aktuell zum Besten, dass ein Liebeslied auch einmal anders, nämlich traditionell bayerisch klingen darf, so wie "Bussi", das ebenfalls auf dem neuen Album "Haus Of The Rising Fun" zu hören ist. "Bussi" ist eine meisterhafte Parodie auf Rammsteins "Pussy". Volle Punktzahl! Gute Laune mit Metalfaktor.
- Single und Motto "Vito, wir machen Krach“
- Hannes 'G. Laber' Holzmann und Veit Kutzer alias 'Vito C.' riefen im Sommer 1989 das Spaßprojekt ins Leben
- Auch Veit 'Vito C.' Kutzer rockt seit 1989 für J.B.O.
J.B.O. macht den Unterschied. Dies in jeder Hinsicht. Wenige Minuten nach Ende des zweistündigen Konzertes waren die Musiker bereits am Merchandising-Stand zu erleben, standen für Autogramme, Fotos und Gespräche zur Verfügung. Das macht die authentischen Rocker so sympathisch, dafür stehen sie seit über 35 Jahren. Es war eine Konzertvorstellung nach Maß an diesem – wie eingangs beschrieben – gut gewählten Konzerttermin. J.B.O. – eine wertvolle Kompetente im Metal, mit Spaß und Freude sind sie dabei.
Der Frankenexpress rollte in Jena gleich mit zwei Bands aus dem benachbarten Freistaat durch Thüringen. Sons Of Eternity aus Kitzingen überzeugten zur Einstimmung 45 Minuten mit Melodic Power Metal, ließen dabei aber gleichzeitig Anleihen aus der New Wave of British Heavy Metal anklingen. Sänger Matthias 'Schenky' Schenk gelang es schon nach wenigen Minuten, die ohnehin gute Stimmung zu steigern, indem er den Anwesenden im Jenaer F-Haus zurief: »Was verbindet Thüringen mit Franken? Es ist die Liebe zum Heavy Metal«. Mehr musste er nicht sagen. Hier war das letzte Eis getaut.
Sons Of Eternity konnten nach Herzenslust losrocken, um ihrerseits zu begeistern. Die 2020 aus erfahrenen Musikern gegründete Formation legte ein beachtliches Potenzial an den Tag. Es erklangen Lieder aus ihrem 2023 erschienenen Debüt "End Of Silence" und erste Titel aus dem Nachfolgealbum "Human Beast", das im März 2026 wiederum bei Massacre Records veröffentlicht wird. Die fünf Musiker standen im Einklang mit J.B.O ebenfalls im Anschluss für die Fans bereit, sodass es ein rundum gelungener Metalabend zum Wohlfühlen war. Beide Bands aus Franken hatten den Wohlfühlfaktor im Gepäck. Sons Of Eternity waren der Support auf den ersten Tourstationen bei J.B.O.
- Sons Of Eternity-Sänger Matthias ‘Schenky’ Schenk
- Jonas Roßner (links) und Bassist Freddy Müller-Schartl
- Matthias ‘Church’ Kirchgessner
Ein Dankeschön sagt RockTimes Vanessa Christodoulou von Perception für den Platz auf der Gästeliste und die Fotoakkreditierung. Ein Dankeschön geht ferner an Andreas Klink, F-Haus Event GmbH Jena, für den freundlichen Support vor Ort.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Mario Keim | RockTimes
Line-up Sons Of Eternity:
Matthias 'Schenky' Schenk (vocals)
Matthias 'Church' Kirchgessner (guitar)
Jonas Roßner (guitar)
Freddy Müller-Schartl (bass)
Thomas Abts (drums)
Line-up J.B.O.:
Hannes 'G. Laber' Holzmann (vocals, guitar)
Veit 'Vito C' Kutzer (vocals, guitar)
Ralph Bach (bass)
Wolfram Kellner (drums)















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