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Markus Rill & The Troublemakers / Neustadt, 19.06.2026, Soku – Konzert-Review

Soku-Neustadt

Für das Konzertteam Markine war das schöne Neustadt an der Weinstraße, obwohl ganz in der Nähe des eigenen Wohnorts und somit leicht zu erreichen, Konzert-technisch tatsächlich noch unerforschtes Land. Zur Ehrenrettung müssen wir allerdings anfügen, dass unser Ziel, das Soku, erst seit September 2022 existiert und sich seither ständig im Aufbau befindet. Auf dem ehemaligen Bahngelände haben die rührigen Mitglieder des Soku e.V. neben einem sehr einladenden Außenbereich auch den coolen Club gezaubert und versuchen seit 2024 jedes Wochenende Programm auf die Beine zu stellen.

Somit kam es an diesem schwülheißen Freitagabend gleich zu zwei Premieren: Zum einen unser erster Gig in dieser pfälzischen Stadt und zum zweiten war es so, dass das oben erwähnte Team den deutschen Musiker Markus Rill zwar bereits des öfteren live auf der Bühne erleben durfte, allerdings immer nur mit seinem Solo-Programm. Nun also endlich mal mit voller Band, den Troublemakers, inklusive dem dienstältesten 'Radaubruder' Chris Reiss am Bass, dazu Sebbo Bach an den Tasten, Benjamin Haupt an der Lead-Gitarre und Konrad Patzig an den Drums.

Zunächst bestritten jedoch die Sons Of Buskerville den Auftakt. Dabei handelt es sich um die Neustadter Musiker Achim Wagner und Javier de la Poza, die an diesem Abend mit Akustik-Gitarre und Percussion im Rahmen der Reihe 'Spot On Youngsters' des Neustadter Kulturprogramms antraten. Etwa eine halbe Stunde lang trugen sie ihre Tracks, die nicht nur durch gute Kompositionen und teilweise zweistimmigen Gesang, sondern auch sehr clevere Texte, wie beispielsweise bei "Angry Davy" sowie "Lyrics Are For Losers", zu überzeugen wussten. Einer der Songs hatte zwar eine deutliche Oasis-Schlagseite, aber Schwamm drüber. Letzten Endes hätte sich wohl niemand beschwert, wenn ihr gutes Set ein Viertelstündchen länger gewesen wäre.

Schließlich war dann der Moment gekommen, an dem Markus Rill mit seinen Troublemakers die Bühne übernahm und mit gleich drei fetzigen Rockern mal so richtig Feuer unter das Dach brachte. Der aufmerksame Zuhörer bemerkte dabei auch sehr schnell, dass die Band nicht nur hervorragend eingespielt war, sondern jeweils aus echten Könnern auf ihren Instrumenten bestand. Konrad Patzigs starkes Drumming und der sowohl punktuierte, groovige. locker-flockige und dennoch wahnsinnig kraftvolle Bass von Chris Reiss waren alleine schon ein Erlebnis. Nimmt man dazu die einerseits mannschaftsdienlichen wie andererseits solistisch explodierenden Keyboards von Sebbo Bach und die bärenstarke Solo-Gitarre von Benjamin Haupt, dann ist die halbe Miete schon eingefahren. Oder um es anders zu sagen: Da konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Und wie nicht anders zu erwarten, ließ sich auch der Bandleader und Frontmann Markus Rill nicht lumpen und legte mit seiner tighten Rhythmus-Gitarre und dem so rauen wie kraftvollen Gesang eine ganz starke Performance auf die Bretter.

Noch über die Songwriter-Qualitäten eines Markus Rill zu sprechen, hieße Eulen nach Athen tragen. Hinsichtlich der Setlist stand ganz klar das aktuelle Studioalbum Good As New, von dem unter anderem die Tracks "(We Used To) Ride Our Bicycles", "Just Might Happen Yet", der Titelsong, "Anny Got Angry" sowie der Überflieger "Walk In Light" gebracht wurden. Bei der Güte dieser Scheibe sehr willkommen, wobei dem Rezensenten sowieso kein einziges schwächeres Werk des Protagonisten bekannt ist. Natürlich wurde auch etwas in die jüngere Vergangenheit abgetaucht und so kamen ebenfalls Nummern wie "Everything We Wanted", "Get Paid" oder "Walk On Water" zum Einsatz. Als Abschluss legte die Band um den bekennenden Elvis Presley-Fan Markus Rill dann noch eine rauschende Version von "Burning Love" auf die Bretter, die kein Auge trocken ließ.

Leider war das Soku an diesem Abend nicht ganz so gut gefüllt, aber es war auch Rills erster Auftritt nach längerer Zeit in Neustadt. Doch der wird sich hoffentlich rumsprechen, sodass dies beim nächsten Mal schon wieder ganz anders aussehen wird. Zu der Location sei übrigens noch gesagt, dass der Sound sehr gut und klar war und sich das RockTimes-Team dort auch insgesamt sehr wohlgefühlt hat. Was geradezu nach einem weiteren Besuch schreit!


Line-up Markus Rill & The…:

Markus Rill (acoustic & electric guitars, harmonica, lead vocals)
Benjamin Haupt (acoustic & electric guitars)
Sebbo Bach (piano, organ, keyboards, synthesizer, harmony vocals)
Chris Reiss (bass)
Konrad Patzig (drums & percussion)

Über den Autor

Markine (Konzertteam Markus und Sabine)

Gemeinsame Artikel von Markus Kerren und Sabine Feickert

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