«

»

Sarah Maison / Divad – CD-Review

Sarah Maison / Divad – CD-Review

Mit dem Album "Divad" veröffentlicht die französische Singer-Songwriterin, Arrangeurin und Produzentin Sarah Maison ihr Debütalbum nach einer Vorlage mit zwei EPs aus 2018 und 2021. Eigenen Aussagen zufolge, soll sie ihre Musik mit »Pop The Casbah« bezeichnet haben. Casbah, Altstädte in Nordafrika, und musikalisch fühle ich mich gleich mit dem ersten Stück, dem Titelsong, nach Marokko entführt, die Protagonistin singt in französischer Sprache.

Ich höre programmierten Sound, mit dem französischen Gesang sind arabische Elemente inbegriffen, ein ziemlich schwebender Gesang, der sich recht breitflächig darstellt, und im Mix untergeht. Das ändert sich mit dem zweiten Song, da singt Sarah mit sehr elastischem Ausdruck und wieder sehr arabisch mit wellenartiger Ausprägung über verschiedene Tonhöhen, aber es bleibt leider der recht programmierte Sound.

So integrieren sich Elemente des französischen Chansons, arabische Folklore, Disco-Sound der Siebziger und Synth-Pop zu einem ganz lasziven Klangererlebnis, ein besonderer Hybrid insofern. Sehr theatralisch dargeboten hat Sarah Maison schließlich, unbeachtet jeglicher Trends, einen relativ eigenen Sound geschaffen, der irgendwie auch fesseln kann, am besten dann, wenn die programmierte Bearbeitung mehr in den Hintergrund tritt.

Und damit nehme ich es vorweg und verweise gleich auf den letzten Track, "Bonsoir". Denn das ist ein wunderbar ruhiger romantischer Song mit großartigem Chanson-Charakter. Die ausdrucksvoll emotional geprägte Stimme der Protagonistin, mit großem Hall unterlegt und von einer akustischen Gitarre begleitet, das ist ein wunderschönes Hörerlebnis, und das ist mein absoluter Lieblingssong!
Aber auch "Reste Près De Moi" zielt in genau diese Richtung, die dazu einlädt, vielleicht ein komplettes Album in diesem Stil einzuspielen!

Gut, diese beiden Nummern könnten "Gefahr laufen", sich nicht der breiten Masse als zugänglich zu erweisen, das dürfte mit den übrigen Songs eher geschehen. Und hier ist es dann dieses orientalische Element, dass diese Besonderheit ausmacht, und dazu ist die Musik noch tanzbar und könnte in einschlägigen Diskotheken erfolgreich Einzug halten. Auf jeden Fall ist diese Musik sehr individuell geprägt und entzieht sich jeglicher Kategorisierung, und das spricht für die Künstlerin!


Line-up Sarah Maison:

Sarah Maison (claviers, guitare, chant, synthé bass, voix, choeurs)
Camille Frillex (basse)
Nicolas Musset (batterie)
Timotée Pédron & Sarah Maison (mandoline – #1, 9)
Clément Walker (harmonies, produit, joué, mixé)
Steve Surmely (pedal steel)

Tracklist "Divad":

  1. Divad
  2. La Mandoline
  3. La Vie
  4. Exister
  5. Dans Une Ivresse
  6. Hier
  7. Harmonies
  8. Dessiner
  9. Jamais
  10. Ton Corps
  11. Reste Près De Moi
  12. Bonsoir

Gesamtspielzeit: 43:43, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>