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Ulrich Ellison & Band / Konzertbericht, 18.10.2025, Kniestedter Kirche, Salzgitter

Kniestedter Kirche Salzgitter

Nach einem tollen Konzert im letzten Jahr gastierte Ulrich Ellison mit seiner Band nun zum zweiten Mal unter seinem Namen in der Kniestedter Kirche.

Ellison wurde als Ulrich Guggenberger 1980 in Graz (Österreich) geboren. Er startete mit einer klassischen Pianoausbildung, seine Gitarrenkarriere begann in Wien. 2007 folgte ein Studium der Jazzgitarre in Austin, Texas. Er gewann drei Downbeat Awards und drei Austin Music Awards. Er spielte mit diversen Musikgrößen, wie Chris Farlowe, Billy Sheehan und José Feliciano. Ich sah ihn 2018 in Salzgitter das erste Mal als Sideman von Patricia Vonne.

Ullrich Ellison Band

Ullrich Ellison Band

Seine aktuelle Band besteht aus Drummer Dee Dee G. und Keyboarder/Basser Bryce Powell, sie liefert einen im Blues verankerten Mix aus Rock, Soul und Fusion.
Das Repertoire bestand überwiegend aus Titeln des im April 2024 veröffentlichten Albums "Momentum", aber auch ein paar Cover (von Jimi Hendrix und Willie John) wurden gespielt.

Um 20:10 Uhr begrüßte Majimbi Mergner vom Fachbereich Kultur der Stadt Salzgitter die etwa (nur) 60 Blues Rock-Liebhaber, die den Weg in die Kniki gefunden haben.
Ulrich Ellison und seine beiden Mitstreiter betraten die Bühne und starteten mit "Machete", einer Nummer aus dem 2014er Album "Synergy". Begonnen mit fernöstlichen Klängen um dann in einen soliden Rocker überzugehen.
Von der ersten Note an zogen Ellison und seine Musiker das Publikum in ihren Bann.

Beim Slow-Blues "Need Your So Love So Bad" von Willie John (1955 aufgenommen), besser bekannt durch Peter Greens Fleetwood Mac, griff man ganz tief in die Kiste mit den klassischen Bluesnummern, um das Publikum wieder zu erden. "Rythm Is The Healer" und "Do What Your Mama Said" waren zwei ganz starke Rocknummern mit Ohrwurmcharakter.

Durch seine humorvollen Anekdoten zwischen den Songs schuf Ellison eine fast schon intime Atmosphäre. Immer wieder interagierte er mit dem Publikum und forderte es zum Mitmachen auf.

Bad in der Menge

Bad in der Menge

Mit "Angel" und "Manic Depression" wurden dann zwei weniger gecoverte Stücke von Jimi Hendrix zu Gehör gebracht, perfekt im eigenen Stil interpretiert und mit einem prima Keyboardsolo von Bryce bereichert.

Mein persönlicher Favorit des heutigen Abends war der Heavy-Rocker "Wall Flower" vom 2016-er Album "Rise Up From The Ashes". Hier ging die Post nochmal so richtig ab und das Schema setzte sich in der letzten Nummer fort. Ulrich nahm, der Sendertechnik sei Dank, ein minutenlanges Bad in der Menge, um über verschiedene bekannte Hooklines (u.a. "Thunderstruck") zu Improvisieren. Der Gang durch die Kirche kam beim Publikum natürlich sehr gut an.

Mit den zwei tollen Zugaben, Jimi Hendrix' "Little Wing" und Hambone Willie Newberns "Rollin' And Tumblin'" von 1929 ging ein Klassekonzert zu Ende. Hier wurde nochmal auf Teufel komm raus gejammt, z.B. mit Frage-Antwort-Duell und "Smoke On The Water"-Einlage, die Musiker entwickelten eine irre Spielfreude.
Die Band wurde mit viel Applaus nach zweieinhalb Stunden verabschiedet.

Ellison konnte mit seinem ausdrucksstarken Gesang und beeindruckenden Gitarrenspiel voll überzeugen, er zog alle Spieltechnikregister (Tapping, Bending etc.) auf seiner Fender Stratocaster.
Der Spannungsbogen wurde weit geschlagen, ob shuffle, hard & heavy, slow oder funky. Hier zeigte sich die enorme Bandbreite und das musikalische Können der Band. Ulrichs Soli kamen präzise auf den Punkt gebracht, wobei das Griffbrett voll genutzt wurde und das ohne Frickeleien!  Dee Dee G. schuf mit seinem powervollen Groove das Grundgerüst auf dem Bryce Powell mit dem Keyboard seine Basslinien legen konnte.

Ihm macht es Spaß

Ihm macht es Spaß

Leider erhielt Dee Dee keine Gelegenheit, seine hervorragenden Fähigkeiten in einem Drumsolo unter Beweis zu stellen. Es war eine Freude, ihm bei seinen präzisen Breaks und Fills auf die Sticks zu schauen. Bryce Powell bereicherte die Songs durch seine tolle Arbeit an den schwarzen und weißen Tasten im Solo-und Rythmusbereich. Auch lieferte er sich mit Ulrich ein paar packende Orgel/Gitarre-Duelle.
Die Performance war eine dynamische Mischung aus satten, erdigen Blues-Riffs und treibendem Rock, die nahtlos ineinander übergingen.
Ulrich Ellison und Band bewiesen eindrucksvoll, dass echter Bluesrock, emotional gespielt, zeitlos ist und sein Publikum immer wieder aufs Neue begeistern kann.

RockTimes bedankt sich bei Majimbi Mergner für den Platz auf der Gästeliste. Den nächsten Bluesabend am 14.11.2025 bestreiten Mojo Men.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Rolf Grossjohann | RockTimes


Line-up Ulrich Ellison & Band:

Ulrich Ellison (guitar, vocals)
Bryce Powell (keyboards, bass, vocals)
Dee Dee G. (drums)

Über den Autor

Jürgen Berking

3 Kommentare

  1. Mario Keim

    Auch ich stimme Dir gern zu, lieber Rolf. Einerseits widerspiegelt der Bericht die gute Stimmung des Konzertes. Andererseits legt der Konzertbericht Zeugnis ab, dass es in jeder Region unseres Landes ordentlich rockt. Insofern kann man die Autoren nur ermuntern, bei passender Gelegenheit fleißig nachzulegen.
    LG Mario

  2. uh

    So ist das Rolf. Und wir hoffen auf viele weitere Konzertberichte vom Team aus dem Harz und aus Niedersaschen. Unser RockTimes-Bruder Jürgen würde sich freuen …

    Beste Grüße

    Ulli

  3. Rolf Großjohann

    wieder ein klasse Bericht von einem tollen Konzert. Rolf

Antworte auf den Kommentar von Rolf Großjohann Antwort abbrechen

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