In diesem Fall macht es Sinn, die Erklärung zur Entstehung der Band an den Anfang zu stellen:
»Die Band Unspoilt ist ein Nebenprojekt aus der Death-Thrash-Metal-Szene, das in einer außergewöhnlichen Zeit entstanden ist: der Coronazeit. Während die Welt stillstand und soziale Kontakte eingeschränkt waren, fanden die Gründer der Band, Marco Vunc (Muggeseggl), Dieter Schwarz (Dark Zodiak) und Simone Schwarz (Dark Zodiak) einen kreativen Ausweg im kompromisslosen Sound dieser Band. Unspoilt steht für ehrliche Musik ohne Kompromisse – entstanden aus einer Zeit des Stillstands, doch voller Energie.«
So kann also aus etwas Negativem (Pandemie mit Einschränkungen, die – neben anderen – auch Bands stark betrafen) etwas Positives entstehen. Wenn schon Touren nicht möglich, dann eben die Zeit nutzen, um Songs zu schreiben.
Wer sich die Trackliste durchliest, findet einige Bezüge zu der damaligen Situation – ich hoffe, doch, dass nicht wirklich ein Selbstmord im Bekanntenkreis der Musiker geschehen ist. Laut Angabe auf dem Backcover handelt es sich um eine Coverversion von Sin Nombre.
Die beiden 'Schwarzen' sind alte Bekannte für RockTimes, Dark Zodiak sind hier bereits mehrfach vertreten, mit Reviews zu See You In Hell, Landscapes Of Our Soul und Ophiuchus – The Thirtheenth Sign Of Zodiak.
Muggeseggl waren mir bisher unbekannt. Laut Eigendefinition auf Bandcamp handelt es sich dabei um Death Metal /Grindcore mit Dialekt (und passender Optik) aus Baden-Württemberg.
Wer nun Death Metal mit einem Schuss Thrash oder Grindcore erwartet, wird nicht enttäuscht. Nach ein paar ruhigen Einleitungstönen legt "Monitoring" los grob Richtung Death / Thrash mit den von Simone bekannten growl-keifenden Vocals. Vorwiegend aggressiv und flott, doch auch mit harmonischen Gitarren dazwischen, die den Song etwas auflockern und die die Geschwindigkeit geschickt variieren.
"Carnivore" ist dann direkter und gradliniger, hier bleibt die Melodie des Titels im Ohr hängen, während "Stop The World" wieder starke Gitarrenmomente hat. Bei "Mountain Too High" kommt etwas der Grindeinfluss durch, auch weil da mal Pig Squeals eingesetzt werden.
Auch im weiteren Verlauf von "Unspoilt" gibt es kleine Details, die hängen bleiben, mal eher im instrumentalen Bereich, mal eher beim Gesang, jedoch keine großen Überraschungen, muss es aber auch nicht. Ordentlicher Death (vor allem die Vocals) / Thrash Metal ohne Hochgeschwindigkeitsambitionen, ohne Firlefanz, doch mit Feinheiten im Songwriting, reicht. Dazu kommt Simones starke Stimme, die eine ganze Bandbreite von typischen Stilmitteln beherrscht, Growls, Keifen, auch mal Screams.
Gut, wenn die Musiker so ihren Frust loswerden (konnten) und dann auch noch etwas zum Hören herauskommt. Fans bekommen also etwas auf die Ohren und können gleichzeitig die Band unterstützen. Etwas, das grundsätzlich gilt, jedoch hier unter dem eingangs erwähnten Hintergrund an Bedeutung gewinnt – eine der besten Möglichkeiten der Pandemie-Bewältigung.
Dazu passt perfekt das sehr gelungene atmosphärische Covermotiv mit seiner düsteren Symbolik. Inmitten aller Verzweiflung gibt es ein zartes Pflänzchen der Hoffnung – aus diesem entsteht Unspoilt – oder umgekehrt.
Line up Unspoilt:
Simone Schwarz (vocals)
Dieter Schwarz (drums)
Marco Vunc (guitar)
Markus Sauter (guitar)
Chris Kaiser (bass)
Tracklist "Unspoilt":
- Monitoring (6:20)
- Carnivore (4:56)
- Stop The World (3:11)
- Ghosting (4:27)
- Mountain To High (3:59)
- Innocent (4:43)
- Thousand Little Things (4:36)
- Silent Longing (3:45)
- FEAR (4:08)
- Suicide (4:10)
Gesamtspielzeit 43:51, Erscheinungsjahr: 2025



Neueste Kommentare