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V.A. / Rock-A-Ballads, Flipside Dreams And Loving Schemes Vol.1 – CD Review

V.A. / Rock-A-Ballads, Flipside Dreams And Loving Schemes Vol.1 - CD Review

Überwiegend rockte es bei der Bear Family grundsätzlich, Rock’n’Roll, Rockabilly, Hillbilly, alles flotte Klänge. Nun kommt man anscheinend ein wenig zur Ruhe mit dieser neuen Kollektion. Und wie es der Albumtitel auch vorausschickt, waren es bei den Singles oft die B-Seiten, die dann die sanfte oder romantische Seite von harten Kerlen und flotten Frauen zeigten.

Und so hat Bear Family erneut tief in die Schatzkiste gegriffen und Label-übergreifend zweiunddreissig Songs zusammengestellt, erneut in einem Mix sehr bekannter Acts wie Elvis Presley, Carl Perkins, Ricky Nelson, Patsy Cline oder Ritchie Valens und relativ oder total Unbekannter wie Tracy Pendarvis And The Swampers, Tony Casanova oder Warner Mack. Und nicht nur verschiedene Label, sondern auch verschiedene Genres wurden berührt bei diesem bunten Reigen.

Der eröffnende Interpret, Gene Dunlap, war in Nashville bereits im Country-Genre ein erfolgreicher Songwriter, startet mit einer klassisch schmachtenden Ballade, später sollte er gar im Bereich des Jazz tätig gewesen sein. Tracy Pendarvis war ein Interpret, der für das Label Sun aufnahm, sein "A Thousand Guitars" atmet noch ein wenig Rockabilly, im Schongang. Tommy Hills Beitrag hat ein wenig von Rhythm & Blues im Gepäck, und Ronnie Self hebt das Tempo sachte an und rockt gar ein wenig.

Rudy Grayzells Song "I Think Of You" klingt sehr dramatisch, Sanford Clark und sein "A Cheat" beinhaltet ein sanftes Blues-Feeling, Jack Scott, so ist zu lesen, war ein Spezialist im Bereich von Balladen, ein Hauch Doo-Wop durchzieht "My True Love". Und dann, klar, dann kommt ein ganz bekannter Song, und wir sind mitten im Country, Patsy Cline und ihr "Walkin' After Midnight", wer kennt es nicht?

Ja, und von Ritchie Valens erwartet man natürlich eine Ballade, diesen Wunsch erfüllt er voller großer Gefühle mit seinem "We Belong Together", ein ach so schönes Liebeslied! Ricky Nelson und sein "Poor Little Fool" swingt ganz leicht und locker, das kommt herrlich anschmiegsam. Nun, und ein weiterer ganz bekannter Song wird uns von Santo & Johnny geboten, das schöne Instrumental "Sleep Walk" mit dieser herrlich mitternächtlichen Stimmung.

Mit Tooter Boatman And The Chaparrals stellt sich eine eher unbekannte Formation vor, ihr "More And More (I Love You)" liegt im Tempo zwischen Ballade und angezogenem Drive. Und – wie man ihn kennt, wie soll es anders sein, schmachtet Elvis Presley sein "Anyway You Want Me (That’s How I Will Be)", unterstützt zum ersten Mal von der Vokalgruppe The Jordanaires. In Elvis' Fußstapfen schien Ral Donner treten zu wollen, der Einfluss ist offensichtlich auf "Turn Back The Clock".

Ein eher ungewöhnlicher Song ist "Bitter Tears" von Rodney Scott hinsichtlich seines leicht düster klingenden Arrangements, mit dem mit leichtem Hall ausgestatteten Schlagzeug, die ebenfalls mit Hall versehenen Bestandteile wie die dunkel gestimmte Gitarre und der Gesang voller Inbrunst, und im Hintergrund scheint eine Orgel mit dabei zu sein. In vielen Sätteln gerecht, von Country über Pop hin zu Klängen aus Hawaii, war Marty Robbins, und zum Schluss begegnen wir Carl Perkins, dem klassischen Vertreter des Rockabilly, der mit "Sure To Fall" ein dickes Päckchen Country einbezieht.

Und – wie sollte es bei Bear Family Records anders sein, alles in bestens remasterter Qualität und mit umfangreichen Information im wiederum "klassischen" sechsunddreissig Seiten starken Booklet von Bill Dahl! Ach, und freuen können wir uns nun auf Volume 2 dieser Serie!


Tracklist "Rock-A-Ballads, Flipside Dreams And Loving Schemes Vol.1":

  1. Gene Dunlap And The Jokers – What Do You Want
  2. Sonny James – I Can See It In Your Eyes
  3. Tracy Pendarvis And The Swampers – A Thousand Guitars
  4. Tommy LaBeff – Lonely
  5. Tommy Hill – Can’t Help It
  6. Ronnie Self – I Ain’t Goin' Nowhere
  7. Ronnie Hawkins – Someone Like You
  8. Rudy Grayzell – I Think Of You
  9. Sanford Clark – A Cheat
  10. Jack Scott – My True Love
  11. Patsy Cline – Walkin' After Midnight
  12. Weldon Rogers – Trying To Get To You
  13. Warner Mack – Since I Lost You
  14. Ritchie Valens – We Belong Together
  15. Ric Cartey – Crying Good Bye
  16. Ricky Nelson – Poor Little Fool
  17. Vernon Taylor – Breeze
  18. Santo and Johnny – Sleep Walk
  19. Tony Casanova – The Grave
  20. Tooter Boatman – More And More (I Love You)
  21. Robin Luke – My Girl
  22. Elvis Presley – Anyway You Want Me (That’s How I Will Be)
  23. The Prowlers with Les Vogt – Most Of All
  24. Mac Curtis – Come Back Baby
  25. Ral Donner – Turn Back The Clock
  26. Thomas Wayne with The DeLons – Tragedy
  27. Rodney Scott – Bitter Tears
  28. Ray Vernon – I’ll Take Tomorrow (Today)
  29. Marty Robbins – You Don’t Owe Me A Thing
  30. Lonnie Dee – Cold North Wind
  31. Marvin Rainwater – Nothin' Needs Nothin' (Like I Need You)
  32. Carl Perkins – Sure To Fall

Gesamtspielzeit: 79:02, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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