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V.A. / Headin' For The Poorhouse, What To Do When Money Is Through? – CD-Review

V.A. / Headin' For The Poorhouse, What To Do When Money Is Through? - CD-Review

Heute geht es ums Geld, dergestalt, dass nicht Jede/r über solches oder nicht genügend verfügt, und daher unter Umständen auch den Weg ins Armenhaus anzutreten hat. Armenhäuser, Relikte aus vergangenen Tagen, Häuser, in denen Menschen lebten, die nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Dörfer als auch Städte verfügten über solche Einrichtungen. Ja, und so fragt man sich bei Bear Family "What To Do When Money Is Through?", und dreißig Songs befassen sich mit dieser Thematik, den Zeitraum von 1948 bis 1967 betreffend. Finanzielle Not, Arbeitslosigkeit und Herausforderungen eines Lebens am Existenzminimum bestimmen die Aussage der Songs.

Und verpackt ist alles in Musik der seinerzeit beliebten Genres wie Rock and Roll, Rhythm & Blues, Country und Blues. Und auch für diese Kompilation trifft zu, dass sich unbekannte, relativ unbekannte und bekannte Künstler*innen zusammenfanden. Wem sind Namen wie Howard Crockett, Eugene Lee, Carl Runner oder Arkie Shibley auf Anhieb geläufig? Ein wenig besser mag das sein mit Johnny Ace, Slim Harpo, The Louvin Brothers, aber spätestens bei Acts wie Carl Perkins, Billy (Boy) Arnold, Willie Nelson und Elvis Presley dürften die Finger gehoben werden.

Und wie immer stellen Bekanntheitsgrad und Qualität der Vorträge nicht zwingend eine Einheit her. Zum Beispiel ist "I’m Broke" von Glen Paul and The Sunset Wranglers ein toll swingender Country-Song voller Feeling, und Jesse Knight and His Combo liefert mit "Nothing But Money" einen treibenden shuffelnden Song in R&B-Manier ab. Jesse war übrigens ein Neffe von Ike Turner, der den Song auch komponierte, und schließlich ist es The 'Great' Gates alias Edward Gates White, der das Feuer ordentlich zum Lodern bringt mit dem enthusiastisch treibenden "Ain’t Got No Money"!

Interessant ist auch, wenn man verschiedene Versionen einiger Songs vergleichen kann; das wären "Money Honey" von Clyde McPhatter and The Drifters (1953) und von Elvis Presley (1956), Punktsieger für mich Clyde, und "Money (That’s What I Want)" in den Versionen von Barrett Strong (1959) und The Miracles (1961), wobei ich auch stets das Original vorziehen würde. Farbige Musiker stellen eine große Zahl an Interpreten, allen voran die Blueser Slim Harpo, Billy Boy Arnold, Sunnyland Slim (hier unter dem Pseudonym Dr. Clayton’s Buddy). Alles in Allem trotz der thematischen Problematik ein schwungvoller Reigen mit emotional stark geprägter Musik, und Musik, die noch "swingte", etwas, das heutzutage wohl nach und nach entschwunden zu sein scheint.

Ja, und wie von Bear Family bestens bekannt, können wir uns auf ausführliche Linernotes von Bill Dahl aus Chicago im 36-seitigen illustrierten Booklet freuen.


Tracklist "Headin' For The Poorhouse, What To Do When Money Is Through?":

  1. The Silhouettes – Headin' For The Poorhouse (2:24)
  2. Clyde McPhatter and The Drifters – Money Honey (2:57)
  3. Johnny Ace – No Money (2:46)
  4. Slim Harpo – I Need Money (Keep Your Alibis) (2:22)
  5. Howard Crockett – Just A Poor Man (2:00)
  6. Glen Paul and The Sunset Wranglers – I’m Broke (2:38)
  7. Carl Perkins – Poor Boy Blues (2:42)
  8. Barrett Strong – Money (That’s What I Want) (2:34)
  9. Eugene Lee – Money Blues (If You Ain’t Got No Money) (2:03)
  10. Billy 'Boy' Arnold – I Ain’t Got No Money (2:29)
  11. Dr. Clayton’s Buddy (Sunnyland Slim) – Broke And Hungry (3:10)
  12. Jimmy Witherspoon with Jay McShann’s Orchestra – Drunk, Broke And Hungry (2:32)
  13. Faron Young – I’m A Poor Boy (2:07)
  14. Frankie Avalon – I’m Broke (1:55)
  15. Willy Nelson – No Dough (2:17)
  16. The Rebel Guys – Ain’t Got No Money (2:22)
  17. Carl Runner – No Money (2:28)
  18. Stonewall Jackson – Life Of A Poor Boy (2:22)
  19. Elvis Presley – Money Honey (2:36)
  20. Freddie Carpenter – Money, Money, Money (2:09)
  21. Jessie Knight and His Combo – Nothing But Money (3:07)
  22. The Blue Diamonds – No Money (2:29)
  23. The Penguins – Money Talks (2:34)
  24. The Louvin Brothers – Cash On The Barrelhead (2:41)
  25. Ted Daffan’s Texans (vocal by Curly Bergen) – Got Money On My Mind (2:34)
  26. Cecil Moore and Ray’s Trio – My Money’s Gone (2:06)
  27. Arkie Shibley – I’m a Poor Oakie (2:31)
  28. The 'Great' Gates – Ain’t Got No Money (2:04)
  29. The Miracles – Money (That’s What I Want) (3:47)
  30. Al Terry with Rusty & Doug – Money (2:34)

Gesamtspielzeit: Erscheinungsjahr: 2025 (1948-1967)

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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