Am 29. November 205 gastierten Vanja Sky und Blind Lemon im Joker Rock & Blues Club, Geldern.
Im Mai 2025 brachte Vanja Sky das Doppel-Album Access All Areas auf den Markt.
Aus der Konzertankündigung vom Veranstalter Culturkreis Gelderland e.V.: »[…] Abgeschlossen wird das Spieljahr 2025 mit Vanja Sky und Band, deren Auftritt in Geldern ebenfalls noch nicht allzu lange zurückliegt. Aber auch diese junge kroatische Künstlerin begeisterte in Geldern so sehr, dass man sie und ihre Band unbedingt noch einmal erleben will. […]«
Zum Support Act Blind Lemon heißt es unter anderem: »[…] Wer diese junge Frau ist? Das ist Britt Litjens, die am 29. November 2025 mit ihrer Band Blind Lemon unseren Joker Rock And Blues Club erobern will! Blind Lemon (aus den Niederlanden) freuen sich riesig auf ihr Gastspiel in Geldern und die Chance in Deutschland neue Fans zu gewinnen! […]«
Ursprünglich war Nienke Dingemans als Support-Band geplant, aber »[…] kurzfristig hatte das Management von Nienke Dingemans uns mitgeteilt, dass ihr Gastspiel […] nicht durchführbar ist, da sie sich von ihrer Band getrennt hat. […]«
Nach einer Stunde Blind Lemon-Konzert im Joker Rock & Blues Club, Geldern, stand fest, dass das Quartett aus den Niederlanden den Kreis der Fans definitiv erweitert hatte.
Ein Beleg dafür waren die Rufe nach einer Zugabe.
Bei diesem Gig passten die Puzzlesteine, die einen klasse Gig ausmachen, perfekt zusammen.
In erster Linie versah man die neun Coversongs beginnend mit "Let Me Get By" von der Tedeschi Trucks Band bis zu "Hard To Handle" (Otis Redding) mit einer sehr persönlichen Note, die das Quartett durch die hohe Qualität der Interpretation auszeichnete.
Neben der "Let Me Get By"-Nummer präsentierte Blind Lemon gleich noch einen Titel der Tedeschi Trucks Band. Bei "Do I Look Worried" wogte man sich zu Beginn des Tracks im seichten Reggae und bei diesem gut besuchten Doppel-Konzert wurde deutlich, wie gut Britt Litjens, Steven van Moorsel sowie Roland Kok stimmlich harmonierten. Bei deren Gesang bekam man zeitweise Gänsehaut.
- Britt Litjens (vocals, keyboards, harmonica)
- Steven van Moorsel (guitar, backing vocals)
- Roland Kok (bass, backing vocals)
- Robbert Hendriks (drums)
Auch ohne den männlichen Chor hatte Britt Litjens eine tolle Stimme und ihr Gesang passte wunderbar zum Blues und Soul der Lieder. Ihre Fantasien auf den schwarzen und weißen Tasten waren von hingebungsvollen Gefühle geprägt. Super!
Obwohl sich die Frontfrau durch ihr Keyboard nicht so sehr auf der Bühne tummeln konnte, bekam sie nicht nur einmal Besuch vom Gitarristen Steven van Moorsel oder Bassisten Roland Kok. Es gab auch Situationen, in denen sich beide Musiker bei Britt Litjens versammelten.
Manchmal hielt es die Protagonistin dann doch nicht auf ihrem Sitz. Sie sang im Stehen und spielte im sehr funky ausgelegten "Black Cat Bone" von Matt Schofield eine tolle Harp.
Ein zweites Mal griff sie beim letzten Stück des Gigs zum Mississippi-Saxofon. In einer feurigen Version von "Hard To Handle" war der Joker Rock & Blues Club-Publikums-Chor mit von der Partie und hier ergab sich auch die Gelegenheit, die Band vorzustellen. Ein Highlight bot dieser Track noch. Britt Litjens spielte ein furioses Harp-Solo, begab sich an den Bühnenrand und gesellte sich dann noch zu den Leuten vor der Bühne.
Ja, Britt Litjens sorgte für eine tolle Bühnenshow, die sie auch durch Mimik und Gestik zum Ausdruck brachte. Gelebter Blues und Soul. Emotionen, bei denen einem in dieser herbstlichen Jahreszeit warm ums Herz wurde.
Immer wieder wanderten die Blicke zum Schlagzeuger Robbert Hendriks. Boom! Mit seinen Beats und Grooves war er eine echte Wucht. Wenn man von einem Motor einer Band spricht, dann verdiente dieser Drummer definitiv diese Bezeichnung. Dynamisch bei den Uptempo-Stücken und sensible in den Balladen.
Er begeisterte durch sein Drum-Intro bei "Keep On Growing" (Derek & The Dominos).
Apropos Balladen. Auch da glänzte die Combo mit Kompetenz. Mike Mattisons "Midnight In Harlem" schwebte förmlich federleicht durch die Location und im langen Instrumentalteil gingen die Augen in Richtung Steven van Moorsel. Er beeindruckte durch eine Vielzahl an Soli der rockend-zupackenden Art sowie feinfühliger Blues-Metrik.
Bassist Roland Kok entpuppte sich als der Fachmann der ebenfalls melodisch gezupften dicken Saiten. Seine tiefen Töne, zum Teil auch auf einem Rickenbacher-Bass gespielt, trafen auf angenehme Weise die Magengrube, wenn man sich direkt vor der Bühne befand.
Viele Highlights säumten den Weg des Gigs. Aus meiner Sicht war Buddy Miles' "Them Changes" ein besonderer Höhepunkt.
Blind Lemon hatte beste Werbung in eigener Sache gemacht.
Beide Daumen hoch für Britt, Robbert, Roland und Steven!
Line-up Blind Lemon:
Britt Litjens (vocals, keyboards, harmonica)
Steven van Moorsel (guitar, backing vocals)
Roland Kok (bass, backing vocals)
Robbert Hendriks (drums)
Der Umbau ging flott von der Bühne.
So konnte es mit dem Vanja Sky-Konzert und "Rock’n Rolla Train" losgehen.
Die Band um die Frontfrau zeigte gleich zu Beginn, wo die Blues-Glocken hingen. Hoch in der Dynamik und mit einer klasse Johannes Hoffmann-Rhythmik ging es zur Eröffnung des Auftritts lautstark in die erste Runde.
Die Backing Vocals von Gitarrist Guenter Haas sowie Joshua Hoffmann (Bass) passten perfekt zum Rahmen von Vanja Skys Gesang.
Wörtlich nehmen musste man die Nummer "Don’t Forget To Rock’n’Roll", denn auch hier ging die Post ab.
Fetzig dann auch "Hard Working Woman". In dieser Nummer kristallisierte sich der Rock’n’Roll à la Vanja Sky & Co. in besonderer Weise heraus. Ein Highlight!
Als Medley kombinierte die Combo "Do You Wanna" aus dem Album "Bad Penny" mit "I’d Love To Change The Wolrd" von Ten Years After.
- Vanja Sky (vocals, guitar)
- Guenter Haas (guitar, backing vocals)
- Joshua Hoffmann (bass, backing vocals)
- Johannes Hoffmann (drums)
Während der eineinhalb Stunden steuerte Vanja Sky im bereits erwähnten "Hard Working Woman" ein Solo bei und für "Crossroads Of Life" aktivierte sie das Bottleneck.
Neben ihrem Gesang war die Rhythmus-Gitarre ihr Hauptmetier.
Eine der längeren Nummern war "Run Away". Ein Song, für den Vanja Sky eine akustische Gitarre schulterte. Im von ihr gespielten Intro trat ihr beseelter Gesang besonders in den Vordergrund. Für diese emotionale Ballade, die später ordentlich Fahrt aufnahm und teiweise im Country Blues mündete, wechselte die Protagonistin zur schwarzen E-Gitarre und kreierte gemeinsam mit Guenter Haas einen feinen Twin-Sound auf zwölf Saiten.
In der "To Love Somebody"-Ballade, das die Bandleaderin ohne ihre Gitarren-Begleitung sang, zeigte sich die Protagonistin spendabel, denn aus einem golden glitzernden kleinen Eimer verteilte sie Lollis an die Leute in den vorderen Reihen und das Publikum sang dazu »[…] to love sombody to love sombody the way I love you […]«.
Dieses Bee Gees-Stück war eines der emotionalen Höhepunkte.
Der Groove von "Devil Woman" aktivierte die Fußwippe und animierte zum Tanzen und einige Gänge höher schaltet man dann für das folgende "Voodoo Mama".
Guenter Haas. Er sorgte für so manches Glanzlicht.
Seine Soli waren das weite Land der Ideen und spielerischen Höhepunkte.
Auch er hielt die tolle Stimmung bei der Live-Party im Joker Rock & Blues Club stets hoch.
Guenter Haas veredelte die Songs mit seinen Alleingängen und es war ein Erlebnis, seine Finger über das Fretboard tanzen zu sehen.
"Hit Me With The Blues" sollte eine seiner großformatigen Wanderschaften auf dem Griffbrett seiner E-Gitarre sein.
Mit dem Fokus auf den Gitarristen muss "Crossroads Of Life" nochmals Erwähnung finden, denn in dieser heavy Blues Rock-Nummer spielte Guenter Haas nach einem seiner zig Alleingänge in einem folgenden sehr entspannten Part die Hauptrolle. Vanja Sky überließ die Bühne dem Trio und Guenter Haas brillierte durch ein Gitarren-Happening bei der Demonstration der unterschiedlichsten Variationen der Musik. Zunächst hatte der Hard Rock Priorität. Dann nahm uns Guenter Haas mit auf eine faszinierende Reise in den Orient. Nach einem verträumten Zwischenspiel ging es weiter in die beseelten Tiefen des Blues mit melodischen Wurzeln. Immer wieder Szeneapplaus. Dann hob er den Zeigefinger und motivierte das Publikum rhythmisch zu klatschen. Der Boogie brachte noch mehr Stimmung in die eh schon feiernde Menge. Schlussendlich waren es gefühlte fünfzehn Minuten, als man, wieder mit Vanja Sky zurück auf die Bühne, den Song gemeinsam zu Ende brachte.
Der Rock’n’Roll der "I Want You To Want Me"-Zugabe war dann das Sahnehäubchen auf dem Gig. Das Cheap Trick-Stück brachte das Publikum ein letztes Mal zum Singen und Tanzen. Die ausgelassene Fete fand so ein fetziges Ende.
Nach dem Gig war der Andrang am Merchandise-Stand groß. Es bildete sich eine Warteschlange.
Ein Abend randvoll mit Blues von unterschiedlicher Couleur.
Beide Bands, Blind Lemon sowie Vanja Sky & Co. versüßten den Leuten einen tristen Herbsttag.
Ein Dank geht Stefan von Rockline für einen klasse Sound sowie die Lightshow.
RockTimes bedankt sich bei Willi Teloo für den Platz auf der Gästeliste.
Am 17. Januar wird Todd Sharpville im Joker Rock & Blues Club erwartet. Support: Inphonix.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Vanja Sky:
Vanja Sky (vocals, guitar, acoustic guitar)
Guenter Haas (guitars, backing vocals)
Joshua Hoffmann (bass, backing vocals)
Johannes Hoffmann (drums)















































8 Kommentare
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Ferdinand Sprenger
6. Dezember 2025 um 15:13 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
ein guter Bericht von diesem schönen Abend,
danke Joe
Stefan Kosmalla
2. Dezember 2025 um 14:03 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
1A Berichterstattung, sehr aufmerksam und detailliert. Dazu unterhaltsam zu lesen. Der Abend war eine mega Show. Und aus Sicht des Soundtechnikers bedanke ich mich bei beiden Bands für die hervorragenden Signale! Weltklasse – bis zum nächsten Mal.
Joachim 'Joe' Brookes
3. Dezember 2025 um 12:39 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Hallo Stafan,
zu einem guten Konzert gehört auch ein guter Sound.
Vielen Dank dafür
Herzliche Grüße
Joachim
Joachim 'Joe' Brookes
3. Dezember 2025 um 12:40 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Stefan muss es natürlich heißen
Stefan Deckers
2. Dezember 2025 um 12:18 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Joe, wieder mal ein toller Bericht, der die Stimmung 1 zu 1 rüberbringt. Ein fantastischer Gig von beiden Bands. Ich darf da sagen – ich war auch dabei. Viele Grüße aus Geldern.
Joachim 'Joe' Brookes
3. Dezember 2025 um 12:42 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Hi Stefan,
wir haben ja schon öfter miteinander gesprochen. Immer wieder schön, dich in Geldern zu sehen.
Herzliche Grüße
Joachim
Willi Teloo
2. Dezember 2025 um 12:05 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
besser kann man es nicht schreiben (sagen)! Jo schafft es, mit Fachkompetenz die musikalischen Leistungen der Musiker herauszustellen und gleichzeitig nimmt er die Leser mit durch den JOKER ROCK AND BLUES CLUB, indem er die feine und tolle ausgelassene Stimmung gut rüber bringt! Ich darf das sagen – ich war dabei!
Joachim 'Joe' Brookes
3. Dezember 2025 um 12:43 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Dein Kommentar ist für mich Motivation für weitere Taten.
Herzliche Grüße
Joe