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Marc Atkinson / Voices – CD-Review

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Marc Atkinson ist Sänger, Songwriter, Multiinstrumentalist und ein Klangvirtuose. Sein Name steht zwar nicht in Verbindung mit den prominenten Künstlern seines Genres, aber dennoch überzeugt der Brite auf seinem neuen Album "Voices" mit stilprägendem Progressive Rock. Seine Musik wird dieser Stilrichtung zugeordnet, was angesichts der 15 neuen Tracks berechtigt ist. Atkinson startet furios. Auf dem 6:51 Minuten langen Opener "Where Do I Begin" wird dem Pink Floyd-Liebhaber warm ums Herz. Schon die Spiellänge spricht für sich. Wer Zweifel hegt, darf das Lied neu starten und kommt immer näher an die Überflieger der Szene heran. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Marc Atkinson, der Sänger der Band Moon Halo ist, zum großen Wurf ausholt und sich eine Platte lang mit Pink Floyd auseinandersetzt. Aber festzuhalten bleibt, dass alle 15 Stücke im Kern einer Stilrichtung angehören. Der Komponist trägt die Lieder gekonnt vor, im Vergleich zum Opener im weiteren Verlauf stets ein wenig mit angezogener Handbremse, aber eben in seinem eigenen Stil. Hier bleibt man als Hörer gerne dabei. Mit den 15 Liedern ist das Album nicht überladen. Es ist ein roter Faden zu erkennen, alles kommt aus einem Guss. Was die Spiellänge betrifft: Auf "Help Me Believe" (6:26), "So Far Away" (5:12) und "The Here and The Now" (8:10) gibt es ebenfalls Lieder von längerer Dauer. Insgesamt verwöhnt uns Marc Atkinson mit einer stattlichen Gesamtspielzeit von exakt 73 Minuten.

Zuweilen werden bei mir in Stimme und Instrumentierung Vergleiche mit Ray Wilson, Solokünstler mit eigener Band und ehemaliger Sänger von Genesis, aufgerufen. Dieser Vergleich ist durchaus berechtigt, denn beide Musiker arbeiten mit einem festen Stamm an Künstlern und beide haben ihren Schwerpunkt im Progressive Rock gefunden. Letztlich beweisen beide, dass sie im Konzert der Großen mithalten können. Marc Atkinson legt mit "Voices" sein drittes Solo-Album vor, das konsequent eine Fortsetzung von Heart & Soul ist. Es zeichnet sich aus durch viel Herz, Seele und Ruhe und kommt mit Gefühl daher. Musik zum Träumen und Trauern, zum Genießen und Sich-fallen-lassen, also auch mit dem Thema endgültiger Abschied. All diese Facetten sind enthalten: Liebe, Abschied, Beziehungen. Doch wenn es zuweilen ruhig zugeht, so bleiben die Lieder immer noch in der Rockmusik verankert. Ein weiteres Merkmal sind seine Sprach-Samples, die sich durch das komplette Album durchziehen. Er setzt sie jedoch sparsam und dezent ein.

Die musikalische Sozialisation von Marc Atkinson hatte übrigens bereits während seiner Schulzeit begonnen, als er gemeinsam mit zwei späteren Musikerkollegen als Straßenmusiker aktiv war. So ist ferner überliefert, dass er schon immer mit Balladen aufgetreten ist und diese zu seinen Spezialitäten gehören. Hier gelingt es ihm, die Zuhörer auf eine besondere Weise mitzunehmen. Man hört ihm gerne zu, zumal das Gefühlvolle immer noch die bereits beschriebene rockige Note enthält. Man kann folglich mit Marc Atkinson nichts falsch machen. Ruhig einmal einen Gang runter schalten und den Alltag hinter sich lassen. Es bleibt als wichtige Erkenntnis: Es müssen nicht immer nur die großen Namen sein, will man gut unterhalten sein.


Line-up Marc Atkinson:

Marc Atkinson (vocals, guitar, bass, percussion, ebow, backing vocals)
Bob Fleming (bass)
Martin Ledger (guitar)
Maurizio Fornacca (drums)

With
Tamsin Wonderland (backing vocals)
Enya Atkinson (backing vocals)
David Clements (bass)

Tracklist "Voices":

  1. Where Do I Begin, (6:51)
  2. Voices (3:49)
  3. All Out Of Love (5:41)
  4. Anything Is Possible (4:41)
  5. Every One of Us (3:38)
  6. If I Could (4:55)
  7. Say It Isn’t So (4:20)
  8. I Won’t Let You Go (5:54)
  9. Home (2:34)
  10. The Maze (2:44)
  11. Help Me Believe (6:26)
  12. I Will Follow (4:53)
  13. So Far Away (5:12)
  14. The Future Starts Tonight (3:06)
  15. The Here And The Now (8:10)

Gesamtspielzeit: 73:00, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

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