Und zum Dritten. Nach Let It Burn und To The Center veröffentlichen Heavy Psych Sounds Records auch Nebulas "Dos Ep’s", im Original 2002 auf den Markt gebracht. Inhalt sind die Nebula-Songs der Split-EP mit Lowrider sowie die "Sun Creature"-EP. Ergänzt wurde "Dos EP’s" seinerzeit durch drei Tracks und die vorliegende Platte wiederum enthält zwei bisher unveröffentlichte Songs.
Neu verpackt bekommt man die CD im Digipak oder »[…] in bildschönem transparentem Splatter-Vinyl […]«
In der "To The Center"-Rezension war die Rede von »[…] eine der Vorzeigebands des Stoner Rocks […]« , »[…] Vorzeigecharakter […]« oder »[…] sich schließlich zu einer Institution entwickelten Formation. […]«
Jetzt haben wir den Salat, denn dieses "Dos EP’s"-Ding ist der Knaller.
Nicht nur, weil sich hier auch die in einer Wiederholung, aber live dargebotenen Bonus Tracks "Anything From You" sowie "Rollin' My Way To Freedom" in die qualitative Reihe der vorherigen Nummern dieses Silberlings einreihen.
Der Opener "Anything From You" hämmert die Pflöcke der hohen Maßstäbe in den Stein des Rock. Eddie Glass ist gesanglich in besonderer Form und was er auf seinem Sechssaiter inszeniert, pendelt zwischen Rock sowie Psychedelic. Man hat das Gefühl, als meißeln schon bei der ersten Nummer mehrere Gitarren auf dem harten Granit herum. Highlight! Das 1999 live eingefangene "Anything From You" behält seinen Wiedererkennungswert, allerdings geht der Frontmann auf den Saiten seines Arbeitsgeräts doch von der Studioversion abweichende Wege.
Die Kanal-Waberei in "Rollin' My Way To Freedom" ist nur Sound-Spielerei, aber ein Ass an Effektivität. Nebula macht in Rock’n’Roll. So weit hätten sich selbst Bands aus den Sechziger-/Siebzigerjahren nicht aus dem Fenster gelehnt. Mit Schmackes und hoher Geschwindigkeit kommt man bis zum Schluss auf seine Kosten. Switchen wir gleich rüber zum Rausschmeißer … "Rollin' My Way To Freedom" live. Druckvoll, mit etwas weniger Rock’n’Roll im Gepäck, aber tollen Gitarrensoli, quillt das Stück aus den Lautsprechern. Hoppla, dieses eingeflochtene, quirlige Intermezzo aus Bass- und Gitarren-Action im Höhenflug-Format ist genial. So lohnen sich die ergänzten Tracks auch in ihrer Andersartigkeit. Toll!
"Long Day" entpuppt sich als längstes Lied der Platte. Eddie Glass spielt sich sozusagen Blasen an die Finger. Bei ihm ist zwischen geerdet und himmlisch so ziemlich alles möglich. Abgedreht-psychedelische Exkurse treffen auf eine herrliche Ruben Romano-Drumsolo-Episode und fantastisch gestaltete Improvisation. Man muss Obacht geben, dass einem der Mund nicht austrocknet, weil der so lange offen steht. Ach so, Eddie Glass verwirklicht sich auch noch in beeindruckender Art und Weise an den schwarzen und weißen Tasten des Fender Rhodes. Perfekt! Trocken rockend hat "Bardo Airways" andere Qualitäten. Wah Wah-Pedal-Klänge sind angesagt und begeistern.
Achtung! Von den Erdkrumen aus schraubt sich Nebula bei "Fall Of Icarus" – ähnlich wie es der Mythos von Dädalus und seinem Sohn Ikarus besagt – in Höhen, die für das Trio allerdings nicht so enden, wie bei Ikarus. Highlight!
Mag man, im Vergleich zu vielen Songs, die die Band im treibenden Stoner Rock-Gewand zeigen, die Gruppe überhaupt in ruhigerem Fahrwasser erleben? Zumindest hat der Hörer in einem Teil von "Rocket" die Gelegenheit dazu.
"Dos EP’s" liegt noch deutlicher im 'Must Have'-Bereich als das bereits weiter oben erwähnte "To The Center".
Line-up Nebula:
Eddie Glass (guitar, vocals, Fender Rhodes)
Ruben Romano (drums, vocals)
Mark Ashire (bass)
Tracklist "Dos EP’s":
- Anything From You
- Full Throttle
- Back To The Dawn
- Fall Of Icarus
- Rollin' My Way To Freedom
- Sun Creature
- Smokin' Woman
- Fly On
- Rocket
- Long Way
- Bardo Airways
- Anything From You (Bonus Track/Live)
- Rollin' My Way To Fredom (Bonus Track/Live)
Gesamtspielzeit: 57:21, Erscheinungsjahr: 2018 (1998/1999/2002)



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