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Adam Lytle / Altars – CD-Review

Adam Lytle - "Altars" - CD-Review

Bereits im April dieses Jahres ist das neue Soloalbum des amerikanischen Singer/Songwriters Adam Lytle erschienen. Der Mann war zuvor unter anderem in den Bands Quicksilver Daydream oder Wild Leaves aktiv, entschied sich dann aber ganz bewusst für eine Solokarriere. "Altars" heißt das neue Werk des aus Brooklyn, New York stammenden Musikers, der sämtliche Tracks für diese Scheibe im Alleingang verfasst hat. Für die Aufnahmen hatte er sechs weitere Musiker sowie die Background-Sängerin Kristina Moore an seiner Seite, um ihn bei den elf vertretenen Stücken zu unterstützen.

Adam Lytle hat hier oft düsteres Material mit einer dichten, meist melancholischen Atmosphäre am Start, während sein Gesang vom Tonfall und auch der Stimme des öfteren mal an den seligen Leonard Cohen erinnert. Keine allzu schlechte Referenz, möchte man sagen. Der Sound ist fast durchgehend etwas dumpf und klingt – sicherlich ganz bewusst – wie durch einen Schleier, manchmal wie aus einer anderen Welt oder einem Traum durch die Boxen. Bei "Sanctuary" sorgen ’schwere' E-Gitarrenakkorde aus dem Hintergrund für die bedrohliche Atmosphäre einer ansonsten von Bass, Drums und Akustikgitarre bestimmten Nummer.

Das Herzstück des Albums ist ganz klar der siebte Song namens "Heaven", auf dem Lytle seine Abrechnung mit der westlichen Zivilisation macht. Die Band läuft hier auf allen Zylindern und auch der Refrain ist der eingängigste der kompletten Platte. Die Adjektive bei den Song-Beschreibungen wiederholen sich immer wieder: intensiv, düster, atmosphärisch und hochinteressant, wenn man das Werk zum richtigen Zeitpunkt anhört. "Nothing Lies Beyond" hat fast etwas von Dark Wave und "Hollow Eyes" verfügt wie viele der anderen Stücke über eine coole Gesangsmelodie, die – wenn man sich nicht darauf konzentriert – wegen der dunklen Stimme des Protagonisten ein bisschen untergeht.

Der Background-Gesang der bereits angesprochenen Kristina Moore passt perfekt zu diesen Songs und macht die eh schon angespannte Aura der Musik sogar noch ein bisschen gespenstischer. Klasse Ergänzung! Das abschließende "Sea Of Tears" erinnert dann wieder ganz deutlich an Meister Cohen, ist jedoch ein guter Song für sich selbst. Aber Lytle setzt hier direkt mit dem ersten Track, "Savage Thunder" den Ton des gesamten Albums. Ein treibender Sound, eine dunkle Stimme, schwirrende, flimmernde Klanglandschaften und ineinander verzahnte Bass und Drums bestimmen das Gesamtbild.

Richtig klasse, etwas positiver und fast schon zärtlich kommt "Midnight Shakes The Memory", bei dem sich der die gesamte Platte zu umgebende Schleier etwas lichtet. Wahrscheinlich das offenste und optimistischste Lied auf "Altars". Und ganz klar darf man bezüglich dieses Albums auch "That Was Me" nicht unerwähnt lassen. Die das Stück antreibende Gitarre am Anfang hat ein bisschen was von Neil Young Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger, während der Protagonist mit seinen Lyrics eine weitere Geschichte erzählt. Und das kann er richtig gut.

Somit ist "Altars" von Adam Lytle nun wirklich keine Scheibe, die man an einem Sommermorgen zum Frühstück im Garten oder auf der Terrasse genießt. Die elf Tracks sind intensiv, meist sehr getragen und emotional. Alleine schon daher passen sie dann doch eher zu einem ruhigen Abend mit einem Kaltgetränk und – ganz wichtig! – der richtigen Stimmung bzw. Gefühlslage, um sich darauf einlassen zu können. Stimmen die Rahmenbedingungen, dann ist die Platte ein tolles sowie möglicherweise – das ist ja bei jedem Hörer anders – tiefgehendes Erlebnis. Meine Anspieltipps hören neben "Heaven" außerdem auf die Namen "Nothing Lies Beyond", "Savage Thunder" sowie "Midnight Shakes The Memory". Richtig gut, selbst wenn man im Anschluss das dringende Verlangen verspürt, mit der nächsten Platte wieder 'leichtere Kost' aufzulegen.


Line-up Adam Lytle:

Adam Lytle (nylon string guitar, fuzz guitar, Mellotron, synthesizer)
Jonathan schenke (synthesizer, piano, Rhodes, samples, snaps)
Cameron Kapoor (electric guitars)
William Logan (drums & percussion, additional piano)
Kevin Copeland (electric bass)
Oli Deakin (electric guitars, keyboards)
Mauro Refosco (percussion)
Kristina Moore (background vocals)

Tracklist "Altars":

  1. Savage Thunder
  2. Lead On Desire
  3. Sister Wave
  4. Midnight Shakes The Memory
  5. That Was Me
  6. Sanctuary
  7. Heaven
  8. Black Masses
  9. Nothing Lies Beyond
  10. Hollow Eyes
  11. Sea Of Tears

Gesamtspielzeit: 40:11, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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