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Benji Kirkpatrick / In Phase – CD-Review

Benji Kirkpatrick / In Phase

Der Musiker Benji Kirkpatrick war in den Siebzigern und Achtzigern fester Bestandteil der englischen Folk-Szene, sowohl solo/mit eigener Band als auch mit der Folk Big Band Bellowhead. Aber es führte auch zu Zusammenarbeiten mit Bands wie Steeleye Span oder der Oysterband. Sein Debütalbum erschien 1998, "Dance In The Shadow", und weitere folgten, nun liegt mit "In Phase" das aktuelle Album vor.

Nach einem ersten Hördurchgang stelle ich fest, dass mich so mancher Song oder einzelne Passagen an die eine oder andere Produktion des britischen Kollegen Richard Thompson erinnert. Zunächst klingt die Musik in der Tat 'britisch', neben Folk, Folk Rock, schimmert hier und da auch immer wieder ein Quäntchen Popmusik durch, oft sind es in dem einen oder anderen Song kleine und kurze versteckte Elemente in den Arrangements, die für Lebendigkeit und Abwechslung sorgen in dieser insgesamt sehr harmonisch und 'freundlich' wirkender Ausrichtung der Musik.

In diesem Zusammenhang fallen dann auch diese gut ausgefüllten und ausgetüftelten Arrangements positiv auf. Bei einigen Stücken scheint man zunächst auf eine Basis in Richtung Singer/Songwriter zu stoßen, bis sich dann andere Elemente dazugesellen und in Richtung Folk Rock tendieren. Dieses fügt sich zum Beispiel wunderbar harmonisch in einem der wohl schönsten Songs des Albums, "Could Be Dragons".

Eine andere Richtung schlägt dann "Sunken Ships" mit einer flott rockenden Stimmung ein, ein wichtiger Farbtupfer ist hier dann noch der Einsatz eines Didgeridoos, gespielt von Brett Fuller. Bei "The Undead" fällt mir dieser außergewöhnliche, leicht hypnotisch wirkende Gitarrenlauf auf, und ganz zu Beginn dachte ich erst, ich würde eine Coverversion von "I See You" der Byrds vernehmen, startet der Text doch auch noch genau mit der Zeile »I see you…«. Aber es ist eine eigene Komposition, die sich dann entwickelt und auch zu einer der interessantesten des Albums zählt.

Einige Tracks zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine, besonders auf akustische Instrumente konzentrierte Atmosphäre widerspiegeln, so hat man zum Beispiel bei "Mindspace" oder "You Could Try Roulette" ganz auf elektronische Instrumente verzichtet, und "When We Get Through" ist allein gekennzeichnet durch den Gesang und das Pianospiel des Protagonisten und verbreitet eine ganz ruhige und intime Stimmung.
"Speak Your Word" atmet die Stimmung britischen Folk Rocks der Siebziger/Achtziger, ein wenig 'riecht' das auch nach der damaligen Ausrichtung von Fairport Convention.

Die beiden letzten Stücke haben es dann auch noch einmal in sich. "History On Repeat" besticht durch den Einsatz einer Mandoline, dazu erklingt der Sound der Hammondorgel, und mit "Shadow Love" erklingt der längste Song des Albums, hinsichtlich der Instrumentierung wieder reduziert auf eine Akustik- und eine E-Gitarre sowie ein Piano.


Line-up Benji Kirkpatrick:

Benji Kirkpatrick (vocals, acoustic guitars, mandolin, piano, Hammond organ, bass guitar, electric bouzouki, bouzouki, electric guitar, Philipa Philicorda, banjo, Fender Rhodes)
Pete Thomas (bass guitar, double bass)
Joelle Barker (drums)
Pete Brown (slide guitar, shaker, acoustic and electric lap steel guitar, shruti box, Appalachian dulcimer, backing vocals, percussion, electric guitar)
Brett Fuller (didgeridoo)
Aitch McRobbie (backing vocals)
Alex Hart (backing vocals)

Tracklist "In Phase":

  1. In Phase (3:28)
  2. Could Be Dragons (5:10)
  3. Sunken Ship (4:08)
  4. Barefaced Lies (4:13)
  5. The Undead (5:50)
  6. Mindspace (4:19)
  7. When We Get Through (5:21)
  8. You Could Try Roulette (4:12)
  9. Speak Your Word (4:49)
  10. Reason (4:37)
  11. History On Repeat (5:19)
  12. Shadow Love (6:30)

Gesamtspielzeit: 58:01, Erscheinungsjahr: 2023

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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