»Rinunci a Satana?
E tutte le sue opere?
E tutte le sue pompe?
Rinunci a Satana?«
Die Scheibe "To The Grave" von Crypt Crawler wird in "Promesse Battesimali" (Taufversprechen) eröffnet mit diesen Fragen, ob Satan, all sein Werk und seine Pracht, abgelehnt wird. Das mit dem zurückweisen des Bösen hat wohl nicht so funktioniert, denn nach dem düster-atmosphärischen Intro wird anscheinend erst einmal ein Exorzist benötigt, denn der nächste Song trägt den Titel "An Exorcism".
Wer nun denkt, wir haben es hier mit Black Metal zu tun, irrt sich. Die Australier spielen old school Death Metal und sind 2018 aus irgendeiner Gruft gekrabbelt um fortan ihr (musikalisches) Unwesen zu treiben. Seitdem gab es neben EPs / Singles folgende Scheiben: "To The Grave" (2019), "Future Ursuper" (2021) und "The Immortal Realm" (2024).
2026 wurde das Debüt von FDA Records neu aufgelegt, dem passenden Label für diese Stilrichtung. "To The Grave" hat nun fünfzehn Songs in knapp 47 Minuten statt elf in 32 Minuten. Wobei die Tracks 12-15 von der EP "Blood Sustenance" von 2020 stammen. Macht Sinn, da beides damals von der Band selbst veröffentlicht wurde und derzeit nicht mehr so leicht zu bekommen sein dürfte.
Fans von brutalem Death Metal ohne Geschwindigkeitsambitionen, die es gerne roh, heavy und in vorwiegend gedrosseltem Tempo mögen, dürfen sich also freuen. Crypt Crawler wollen nicht modern sein, sondern bewegen sich lieber in musikalischen Gefilden, die es bereits Ende der 80er / Anfang der 90er gab und servieren alles was dazu gehört – von den tiefen Growls (die mir gut gefallen) bis zu den (vorwiegend) fiesen Gitarren.
Auch wenn es heißt »no modern gimmicks« wird dennoch nicht nur stumpf vor sich hin geprügelt, es gibt ein paar eingestreute Elemente, die für Auflockerung sorgen. So überrascht beispielsweise der sechste Song "Dig Up The Dead" am Ende durch ein Outro. Gleich danach wird wieder die Todesblei-Keule ausgepackt, stellenweise sogar etwas flotter als zuvor, bevor es zurück zum Midtempo geht.
Weniger nett ist der Anfang von "The Surgery Beginns" – diese Operation klingt nach Horrorfilm und ist laut Lyrics dementsprechend: »This is my revenge /The surgery begins«. Wobei der Schluss dann ausgleichend ruhig ist. Womit dann damals das Scheibchen beendet war – und das Leben des in dem Text Operierten…
Bei der mir vorliegenden neuen Version kommt nun noch die EP hintendran, diese unterscheidet sich kaum von dem Material davor, fügt sich damit gut ein. "Decaying Host" überzeugt durch einen Part mit harmonischen Gitarren, der etwas länger ausgefallen ist als in den Songs zuvor. Was zeigt, dass Crypt Crawler dies durchaus können, nur meistens nicht wollen.
Das ist keineswegs negativ (gemeint), denn was sie eingetrümmert haben, ist mehr als amtlich – und hat die Neuauflage verdient. Wobei das Cover des Debüts übernommen wurde (das von der EP gefällt mir allerdings besser, wurde jedoch auch nicht ins Booklet integriert), das wie auch die Lyrics genretypisch ist und zum Bandnamen passt.
Die entsprechende Zielgruppe sollten nun Bescheid wissen und was zu tun ist…
Line-Up Crypt Crawler:
Cameron Gillam (bass)
Zach James (guitars)
Marco Ieritano (vocals, lyrics)
Jordan Cappa (guitars)
Jacob Sewell (drums –#1-11)
Lewis Oliver (drums -#12-15)
Tracklist "To The Grave":
- Promesse Battesimali (0:55)
- An Exorcism (2:49)
- Skinned Alive (3:04)
- Cremator (2:27)
- Flesh Obsessed (2:45)
- Dig Up The Dead (3:25)
- Not Of This World (3:00)
- Soul Harvester (3:45)
- Bloodletting (2:58)
- To The Grave (3:09)
- The Surgery Begins (3:50)Bonus-Tracks "Blood Sustenance":
- Vengeance For The Unborn (2:43)
- The River Of Blood (3:08)
- Decaying Host (5:04)
- This Once Holy Ground (3:53)
Gesamtspielzeit: 46:55, Erscheinungsjahr: 2026 (2019, 2020)



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