Rob Lawson und Scott Heller aka Dr Space.
Aus der englischsprachigen Pressemitteilung heißt es in freier Übersetzung unter anderem:
Man kennt sich seit zwanzig Jahren und es war an der Zeit, gemeinsam Musik zu machen.
Anfang März 2026 kam Imperfect Pyramid I auf den Markt.
Im Estúdio Paraíso nas Nuvens, Central Portugal aufgenommen, befinden sich auf der Veröffentlichung, schlicht mit "II" betitelt, sechs Songs von unterschiedlicher Länge.
Hervor stechen dabei "Space Samba" (11:13 min), "Egyptian Musician Flies South" (18:28 min) sowie "Empty Sarcophagus" (22:58 min).
Rob Lawson erstellte das Artwork und zeichnete für die Produktion verantwortlich.
Rob Lawsons Freund Dan Greene ist ebenfalls in dieses Projekt involviert und steuerte »[…] a variety of instruments to the mix. Each of us recorded our parts and then Rob mixed his and Dan’s part and I (Dr Space Anm. d. Red.) added and mixed mine in and mastered the sound. […]«
Ein Intro ("Approaching Sandstorm") und ein Outro ("Assifa Ramlayya") sind die Eckpfeiler der Produktion.
Von Synthesizer-Sounds unterlegt, beginnt "Approaching Sandstorm" mit einer Art Sprachwirrwarr. Danach wird es sofort echt spacig. Die Klänge wabern vom linken zum rechten Kanal hin und her. Da ist man sofort mittendrin in den herrlich modulierten Tönen. Sphärisch schwebt das Stück im luftleeren Raum. Zeitweise richtig luftig-leicht, nur von kurzem dynamisch-vehementem Aufbegehren ergänzt, gilt die erste Nummer schon als Highlight.
Auch "Assifa Ramlayya" startet mit einem Durcheinander von Stimmen. Synthesizer zirpen in höchsten Tönen und dezentes Drum Programming gibt so etwas wie einen Rhythmus vor. Dann gleitet das Stück in eine sehr melodische Phase, die Erinnerungen an die Musik eines Jean Michel Jarre weckt. Vor dem sanftmütigen Ende gibt es noch ein intensives sowie fulminantes Rebellieren. Klasse Nummer!
Rob Lawson setzt auch die Dulcimer ein.
Dafür steuern wir "Blue Pyramid Shadows" an. Zu mäandernden Synthesizern verorten sich die Dulcimer mit ihren verwegenen Klängen im psychedelischen Sektor der anturnenden Musik-Expedition. Imperfect Pyramid kreiert eine wunderschöne Sound-Landschaft, bei der mal die Synthesizer, mal die Dulcimer das Sagen haben. Improvisierte Fantasien münden in puren Space-Genuss.
Der Songtitel "Space Samba" weckt Neugierde. Die Atmosphäre ist spacig-relaxt, herrlich gelassen. Dazu entwirft Rob Lawson mit seinem Drum-Programming eine tolle Latin-Samba Stimmung, die durchaus in bedächtiger Art die Fußwippe aktiviert. Samba goes Kosmos. Highlight!
Imperfect Pyramid unternimmt einen Trip ins Land der Pharaonen und Pyramiden. Genauer in den Süden Ägyptens »[…] deep under the Pyramid. […]«
Mit beschwörenden Querflöten-Tönen beginnt "Egyptian Musician Flies South". Die Stimmung ist fernöstlich angehaucht und dann erhebt sich das Stück in die Lüfte. Drum-Programming gibt den – von Saiten-Variationen flankiert – immer flotter werdenden Flügelschlag vor. Der Flug über die Region nimmt durch Synthsizer-Action von Dr Space kräftigere Formen an. Die Landung ist geglückt und die Nummer endet fast schon besinnlich. Super!
Die erste Wahrnehmung des Beginns von "Empty Sarcophagus" vermittelt Musik, die deutlich im experimentalen Bereich lokalisiert ist. Man erhält den Eindruck, als entlade sich die gesamte Frustration über einen leeren Sarkophag in sich auftürmenden Klangkaskaden, die die emotionale Enttäuschung in musikalisch höchst leidenschaftlichen Gefühlen widerspiegelt. Das groteske Treiben nimmt Formen eines sich aberwitzig drehendem Kaleidoskop an. Hier passiert so viel und es ist noch nicht einmal die Hälfte der 22:58 Minuten Gesamtspielzeit um. Völlig unkalkulierbar sind weitere Ereignisse. Aufreibende knapp dreizehn Minuten scheinen sich in eine Gemütsruhe zu wandeln. Aber nur für ein Blitzlicht. Dann erfreuen wir uns an den galaktisch-umtriebigen Klangspektren. Hypnotische Sounds gehen eine Allianz mit Kreationen der Fantasie ein. "Empty Sarcophagus" ist ein Stück, das erobert werden will. Unterschiedliche Emotionen vereinen sich in einem umtriebigen Song, der von seiner Aussagekraft her eine nicht von der Hand zu weisende Power mitbringt.
"II" von Imperfect Pyramid ist ein sehr gelungener Space-Trip mit einem "Empty Sarcophagus" als Ausnahmeerscheinung.
"II" von Imperfect Pyramid ist großartige kosmische Kost.
Line-up Imperfect Pyramid:
Rob Lawson (Dulcimer, guitar, bass, keyboards, drum programming)
Dan Greene (additional treatments)
Dr Space (Korg monotron, modular synthesizers, Moog modules, wizardry)
Tracklist "II":
- Approaching Sandstorm [Intro] (6:29)
- Space Samba (11:13)
- Egyptian Musician Flies South (18:28)
- Blue Pyramid Shadows (8:35)
- Empty Sarcophagus (22:58)
- Assifa Ramlayya [Outro] (7:35)
Gesamtspielzeit: 74:48, Erscheinungsjahr: 2026



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