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Lazuli / Être Et Ne Plus Être – CD-Review

Lazuli / Être Et Ne Plus Être – CD-Review

2023 war es, dass ich mit der Rezension zum Album mit dem Titel 11 einige einleitende Worte zur Band Lazuli verfasste, dahingehend, dass wir uns im Bereich zwischen Rock/Progressive Rock und World Music befinden und dass ein besonderes Instrument gefeatured wird, eine sogenannte Léode, kreiert von Claude Leonetti, der sie auch spielt. Diese »unwahrscheinliche Kombination aus einer Gitarre, einem Synthesizer, einer Melodiesäge, einer Onde Martenot und einem Stück Holz« bestimmt auch wieder auf der aktuellen Veröffentlichung der Band, "Être Et Ne Plus Être".

Sofort fällt diese edle Verpackung auf, dicke Pappe, darin ein achtzehnseitiges Booklet mit allen Texten und den jeweiligen Besetzungen zu jedem Stück. Zwölf Songs und zwölf Französisch-Lektionen, sind doch alle Texte in dieser Sprache. Hatte ich zum Album "11" bemerkt, dass sich mit dessen Musik solche geschaffen wurde, die sich mit warmer und harmonischer Ausstrahlung rasch in den Solarplexus schleichen konnte, so trifft das hier sicher wieder zu, meistens Prog Rock der sanften Art, stets ein Hauch Melodramatik inbegriffen.

Doch genau das macht diese gefühlvolle Musik so zugänglich und sympathisch, und sogleich von Beginn an wird dieser hymnische Ausdruck ausgestrahlt, mit dem breitflächigen Einsatz der Keyboards. Wer möchte, kann sich, sofern der Sprache mächtig, dazu auch noch in die Texte vergraben, sie sind alle im Booklet abgedruckt. "Chaque Jour Que Soleil Fait", hier geht es wohl um die Sonne, die jeden Tag scheint, oder so, und Dominique Leonetti lässt sie dann auch mit seinem dramatisch angesetzten Gesang scheinen. Herrlich, wie sich das Arrangement mit dieser großartigen Fülle an Ausdruckskraft in die Seele bohren kann. Und so ist das nicht der einzige Song, der diesen üppig orchestralen Anstrich erhalten hat.

Sowohl gesanglich als auch instrumental wird man in diesem orchestralen und symphonischen Strudel mitgerissen. Ja, Lazuli versteht es, diese gewisse Dramatik glaubhaft zu vermitteln. Beim einen oder anderen Song könnte man an Genesis denken, doch ich bin der Meinung, die Franzosen bringen diese Stimmung überzeugender. Prog- und Art-Rock der besonderen Art, eigentlich sollte die Band bereits eine internationale Institution sein, aber ich denke, dann ginge kein Weg daran vorbei, auch englischsprachige Songs zu präsentieren. Aber ob dann nicht dieser spezielle Charme verloren wäre?

Eine Besonderheit stellt sich im Übrigen mit dem Song "L’instant" vor, hier begleitet sich Sänger Dominique Leonetti ganz allein und einsam mit der Akustikgitarre. »Ich weiß, nichts währt ewig, und doch, für einen Augenblick, war dieser Moment nur uns, nur uns allein gewidmet«. Das singt er, so ungefähr übersetzt, mit emotionalen Anstrich. Doch diese Emotionen bleiben auch bei der restlichen Gestaltung. Ganz besonders kann mich das gut sieben Minuten lange "L’Homme Sûr" packen, ein wirklich ausdrucksstarker Song! Spuren von Pink Floyd kann man hier durchaus ausmachen, doch Lazuli verfolgt einen ganz unabhängigen eigenen Ansatz, ja, die Band entwickelt sich stets weiter zu einer individuellen sehr ernst zu nehmenden Institution!


Line-up Lazuli:

Claude Leonetti (léode)
Arnaud Beyney (electric guitar, bass)
Romain Thorel (keyboards, piano, Hammond, French horn, choir)
Vincent Barnavol (drums, percussion, metallophone. marimba)
Dominique Leonetti (vocals, electric guitar, ukulele, acoustic guitar)
Sara Barnavol, Jessica Bertry, Elliot Leonetti, Aline Leonetti, Christine Leonetti, Énahé Leonetti, les cigales de Deaux (choir – #11)

Tracklist "Être Et Ne Plus Être":

  1. Être Et Ne Plus Être (5:12)
  2. Chaque Jour Que Soleil Fait (3:53)
  3. Sourire (3:30)
  4. Matière Première (3:26)
  5. L’Eau Qui Dort (7:05)
  6. Une Chanson Cherokee (3:54)
  7. Quel Dommage (5:41)
  8. L’Instinct (3:58)
  9. L’Homme Sûr (7:05)
  10. Mon Body Se Meurt (4:30)
  11. Les 4 Raisons (3:50)
  12. Au Bord Du Précipice (8:28)

Gesamtspielzeit: 60:47, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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