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Martin Engelien / Unvorherhörbar – Do-CD-Review

Jubiläums-DOCD “Unvorherhörbar“ von Martin Engelien zu gewinnen

Im Jahr 2021 hatten wir die Gelegenheit, das Go Music-Doppelalbum 25th Anniversary zu genießen.
Im Jahr 2026 feiert Martin Engeliens Go Music sein dreißigjähriges Jubiläum.
RockTimes gratuliert ganz herzlich.
Neben den Feierlichkeiten mit vielen Tourterminen veröffentlichte der Go Music-Gründer Martin Engelien auf seinem A1 Records-Label "Unvorherhörbar".
Der Live-Rückblick umfasst fünfzehn Songs, die in einer Zeit zwischen 2023 und 2026 bei diversen Konzerten mitgeschnitten wurden.
Wenn Songs aus Go Music-Konzerte auf zwei CDs (oder zwei LPs) so fokussiert zusammengefasst werden, dann ist man alleine schon so fasziniert, wie viele Musiker/Musikerinnen – insgesamt sind es vierunddreißig – sich im Line-up befinden.
Unter anderem freuen wir uns auf zehn Personen am Schlagzeug.
Zwei CDs mit einer Gesamtspielzeit von insgesamt stattlichen zwei Stunden erwarten die Leute vor den Lautsprechern.

Ohne auch nur den geringsten Zweifel aufkommen zu lassen, freuen wir uns über die ausgewählten Songs, die auf diesem Doppeldecker gelistet sind, aber noch viel mehr faszinieren die Improvisationen, die von Individualität geprägten Soli. Eben »[…] unvorherhörbar […]«, wie Martin Engelien bei Konzerten betont.
So erwarten uns viele Überraschungen.

Kenner der Go Music-Szene wissen, dass jedes Konzert mit einem instrumentalen Opener beginnt.
"Footprint In February", von Doris Engel-Engelien und Martin Engelien komponiert, steht am Anfang der ersten CD. Oh, wie herrlich, diese relaxten 11:42 Minuten. GK serviert uns traumhaft schöne Sechssaiter-Läufe. Simon Novskys perlende Keyboard-Ideen schließen sich an und schon hier es ist eine von Sehnsucht geprägte Fantasiewelt. Schlagzeuger Thomas Lieven ist es, der bei seinem Alleingang Dynamik einfließen lässt und Martin Engelien rundet die traumhaften Impressionen ab. Der gut hörbare Szenenapplaus nach jedem Solo bestätigt die tollen Leistungen der vier Musiker.
"Be Kind Everybody", von Doris Engel-Engelien und Martin Engelien gemeinsam mit Christian Felke komponiert, eröffnet CD 2. Da geht noch mehr. 12:50 Minuten stehen auf der Uhr, wenn dieses Lied im Beifall des Publikums endet. Bobby Stöcker mag es zu ordentlich rockend. Christian Felke beeindruckt uns mit seinen herrlichen Flötentönen. Jochen Welle sorgt für tolle Schlagzeug-Faszinationen und Martin Engelien macht seine Fretboard-Fahrt auf den dicken Saiten zur hörenswerten Showbühne.

Die Ballade "Stone Cold" wird von Jenn Tiger so emotional gesungen, als wäre der Text für sie geschrieben und Klaus Zimmermann macht sich bei diesem Track auf zu einer himmlischen Reise, die er über den Wolken ansiedelt. Klasse!
In den Go Music-Improvisationen gibt es keine Genre-Grenzen.
"Long Train Running" von den Doobie Brothers, von Bobby Stöcker hingebungsvoll gesungen, mündet in einem von Christian Felke angeführten Saxofon-Solo zu einem fantastisch swingenden Jazz-Intermezzo. Martin Engelien krönt diese Nummer aus dem Jahr 1973 mit einem funky-geslappten und furiosen Alleingang.
Da kracht es aus den Lautsprechern. "My Generation" von The Who. Gänsehaut bei den Vocals von Bryn Jones und dann, unvorherhörbar, verschieben, von Jürgen Dahmen geleitet, Drummerin Carina Zimmert sowie Martin Engelien das Stück hinüber in den Jazz. Super!

Jede Go Music ist auch eine Zeitreise.
Rose Tattoos "Rock ’n Roll Outlaw" stammt aus dem Jahr 1978 und wenn Stella Tonon singt, sieht man sie förmlich über die Bühne hasten und kriechen. Auch ohne den visuellen Effekt, eine gesangliche Performance, die begeistert. Thomas Blug feuert einen Alleingang der Extraklasse mit Jimi Hendrix-Zitaten, ab und diese Nummer zählt zu den Highlights der Veröffentlichung.
"Crazy" ist die Spielwiese von Svenja Schmidt. Schon wieder Gänsehaut, wenn die Soul-Vibes ihres Gesangs begeistern und genauso begeistert sind wir, wenn Sylvia Gonálaez Bolívar Alannah Miles' "Black Velvet" singt. Gitarrist Martin Ettrich (auch Birth Control/The Almost Three) schwelgt in der Psychedelic und er ist es, der bei "Let’s Dance" David Bowie alle Ehre erweist. Klasse Talkbox-Einsatz. Martin Ettrich, der Meister der Funk-Gitarre.
Die Interpretation von "Purple Rain" (Prince) mit Publikums-Chor kommt (fast) ohne Worte aus. Genial, diese geniale Improvisation mit einem singenden GK, der dafür Szeneapplaus erhält. Gänsehaut! Highlight!

Auf Martin Engeliens "Unvorherhörbar" wird nicht nur gerockt.
Martin Engeliens "Unvorherhörbar" ist ein faszinierendes, begeisterndes Doppelalbum mit balladesken, souligen, psychedelischen und funkigen Ausflügen von Musikern und Musikerinnen, die ihre Emotionen gerade bei einer Go Music voll ausleben können.
Martin Engeliens "Unvorherhörbar" ist ein Volltreffer.


Line-up Martin Engelien:

Martin Engelien (bass, all songs, backing vocals CD1 – #2,5,8)
Stella Tonon (vocals CD 1 – #4)
Simon Novsky (vocals – CD 1 – #3, keyboards – CD 1 – #1,3,6, backing vocals – CD 1 – #6)
Wolfgang Terne (vocals, guitar CD1 – #2)
Bobby Stöcker (vocals CD 1 – #5, guitar CD 1 – #5)
GK (vocals – CD 1 – #6, guitar – CD 1 – #1,3,6)
Cherry Gering (vocals CD 1 – #7, keyboards – CD 1 – #7, CD 2 – #1)
Bryn Jones (vocals – CD 1 – #8, guitar CD 1 – #8)
Jenn Tiger (vocals – CD 2 – #2, guitar CD 2 – #2)
Wolfgang Roggenkamp (vocals – CD 2 – #3, keyboards CD 2 – #3)
Svenja Schmidt (vocals CD 2 – #4, Rhodes CD 2 – #4)
Bo Heart (vocals – CD 2 – #5, keyboards – CD 2 – #5)
Sylvia Gonálaez Bolívar (vocals – CD 2 – #6)
Martin Ettrich (vocals CD 2 – #7, guitar – CD 2 – #4,7)
Thomas Blug (guitar – CD 1 – #4)
Bram Engelen (guitar – CD 1 – #7)
Klaus Zimmermann (guitar CD 2 – #2)

Gregor Hilden (guitar – CD 2 – #3)
Joerg Dudys (guitar – CD 2 – #5)
Zibby Krebs (guitar – CD 2 – #6)
Kai Weiner (keyboards – CD 1 – #2, CD 2 – #7, backing vocals – CD 1 – #2)
Jürgen Dahmen (Rhodes – CD 1 – #8, backing vocals  CD 1 – #8)
Christian Felke (saxophone – CD 1 – #5, backing vocals – CD 1 – #5, flute – CD 2 – #1)
Pitti Hecht (percussion – CD 2 – #7)
Thomas Lieven (drums – CD 1 – #1,3,6)
Hanno Kerstan (drums – CD 1 – #2, CD 2 – #4)
Tommy Fischer (drums – CD 1 – #4)
Jochen Welle (drums – CD 1 – #5, CD 2 – #1)
Dirk Brand (drums  CD 1 – #7, CD 2 – #3)
30Carina Zimmert (drums – CD 1 – #8)
Manni von Bohr (drums – CD 2 – #2)
Dieter Steinmann (drums – CD 2 – #5)
Felix Lehrmann (drums – CD 2 – #6)
Charly T. (drums – CD 2 – #7)

Tracklist "Unvorherhörbar":

CD 1:

  1. Footprint In February (11:42)
  2. Kingdom Of Desire (8:03)
  3. Lose Control (6:48)
  4. Rock ’n Roll Outlaw (7:10)
  5. Long Train Running (7:16)
  6. Purple Rain (7:37)
  7. Silent Running (8:30)
  8. My Generation (7:10)

CD 2:

  1. Be Kind Everybody (12:50)
  2. Stone Cold (7:12)
  3. Grandma’s Hands (5:58)
  4. Crazy (6:45)
  5. Enjoy The Silence (7:30)
  6. Black Velvet (9:28)
  7. Let’s Dance (9:22)

Gesamtspielzeit: 64:27 (CD 1), 59:11 (CD 2), Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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