Einen triumphalen Abgang versprechen uns Svntarer mit ihrer neuesten CD, ich hoffe, das heißt nicht, dass sie sich nun auflösen oder gar schlimmeres?
"Exitus Triumphalis" ist die zweite Scheibe von der Band; das Debüt "The Ardent Weight of Thoughts" erschien 2022. 2023 folgte die Single "Burnt Out Into Oblivion", der Song ist hier als CD-Bonus-Track drauf. Gute Entscheidung, mehr dazu später.
Doch schauen wir erst einmal zurück: Svntarer aus Salzburg gibt es seit 2020, Gitarrist Georg Traschwandtner war seit 2008 bei Soulful und ist auch Mitglied von Karg.
Umgekehrt hat J.J. bzw. V. Wahntraum von Karg / Harakiri For The Sky auf "Exitus Triumphalis" einen Gastbeitrag und ist Live-Mitglied von Svntater. Einen weiteren Gastbeitrag gibt es von P.G. von Groza, der auch schon Gast bei den zwei vorgenannten Bands war.
Wen wundert es dann noch, dass die Musik von Svntarer sich irgendwo zwischen Post Black Metal, Sludge, Doom und etwas Death Metal bewegt, also grob in ähnlichen Gefilden wie vorgenannte Bands.
Gerade bei der Stimme ist das zu merken, ich empfinde den Gesangsstil – wie auch bei Harakiri For The Sky – etwas 'anstrengend' bzw. 'angestrengt'. Wobei die Songs auf instrumentaler Seite eher entspannter wirken, eine gewisse Erhabenheit ausstrahlen. Melancholie trifft auf Schwärze, im Hintergrund lauert der Abgrund.
Während die ersten beiden Songs etwas gebremster sind, kommt bei "Oh Lord, Come Dance With Me" die härtere, schnellere Seite im Stilspektrum von Svntarer zum Vorschein, mehr Death Metal-Einfluss als Doom, wobei es in der zweiten Hälfte dennoch gedrosselte Passagen mit der Epik von Post Black Metal gibt.
Bei dem kurzen "Flesh Vessels" wird Sprechgesang mit hintergründigen Harmonien kombiniert und bringt symbolische Aussagen wie »On this farm we call earth / so vast and wide / Where spirits in fleshly vessels hide / The gods as farmers, ancient and wise«.
Danach geht es im üblichen Stil weiter, jedoch Karg-like mit deutschen Lyrics bei "Dirigent des Niedergangs".
"In Igne Ardeo" setzt dann wieder etwas mehr auf Doom/Death und bringt gleichzeitig wieder leichte Variationen des Stils ein. Das Stück überzeugt zudem durch poetisch und dennoch düster wirkende Lyrics, hier ein Auszug: »Through endless voids, where time is slain / I walk the path, where shadows reign / A crown of bones upon my brow / In flames I burn, in flames I return«
"Burnt Out Into Oblivion" ist schließlich ein Instrumental. Hier entfaltet sich die Wirkung von Post Black Metal, verträumt, melancholisch, ohne dabei von der (harschen) Stimme gestört zu werden, die sonst einen Kontrast setzt. Es ist reizvoll, die Musik mal 'pur' zu erleben, 'triumphaler Abgang' wäre vielleicht etwas zu hochgegriffen, ein gelungener Abschluss ist es jedoch.
Svntarer vereinen in ihrem Klangbild die schwebende Leichtigkeit des Post Black Metals und gleichzeitig die Tiefe von Doom/Death, ohne zu abgründig zu werden, mit einer Prise Sludge, jedoch ohne zu fies zu sein. Wer dies mag und / oder mit den genannten Bands etwas anfangen kann, sollte das optisch eher etwas unscheinbar wirkende Scheibchen antesten.
Line-up Svntarer:
Peter Kroh (bass)
Sebastian Hübner (drums)
Georg Traschwandtner (guitars)
Marko Kolac (vocals, guitars)
Gastmusiker:
P.G. (vocals – #3)
J.J. (vocals – #5)
Tracklist "Exitus Triumphalis":
- Torch The Saints (5:32)
- Feed The Earth With Bodies (5:08)
- Oh Lord, Come Dance With Me (6:17)
- Flesh Vessels (2:34)
- Dirigent des Niedergangs (7:53)
- In Igne Ardeo (6:42)
- Burnt Out Into Oblivion [CD-Bonus Track] (7:21)
Gesamtspielzeit: 41:37, Erscheinungsjahr: 2025



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