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Timo Gross – Konzertbericht, 13.10.2017, blues, Rhede

Mit dem Hochkaräter Heavy Soul ist der aus Bad Bergzabern stammende Blues Rock-/Americana-Musiker Timo Gross in aller Munde.
So machte er zum wiederholten Mal Station im blues, Rhede. Beim letzten Deutschland-Konzert der niederländischen Formation King Mo war er ein willkommener Jam-Partner der Band um Frontmann Phil Bee.
Apropos Jam … Mitte September 2017 stand Timo Gross gemeinsam mit Aynsley Lister auf der Bühne. Das Blues & Roots-Festival im Weingut Ullrich jährte sich 2017 zum dreizehnten Mal und im Sommer war dort unter anderem Yaelle Cinkey zu Gast.
Die Platte "Heavy Soul" gefiel seinerzeit nicht nur dem RockTimes-Rezensenten, sondern auch vielen anderen Kritikern und die Scheibe wurde beim »[…] Big Award 2016 contemporary […]« Album des Jahres.
Neben seinen Aktivitäten als Musiker gibt Timo Gross auch Songwriting- beziehungsweise Blues-Guitar-Workshops.
Im blues, Rhede trat der Rheinland-Pfälzer zusammen mit Patrick Pilarski am Bass sowie Sascha Waack (Schlagzeug) auf.

Timo Gross & Band im blues, Rhede

Timo Gross & Band im blues, Rhede

Konzertbeginn war um kurz nach 21:00 Uhr.
Der Titelsong des Albums "Down To The Delta" brachte die Zuschauer im blues, Rhede ordentlich in Stimmung. Kein Wunder, denn mit einem derart von knackigen Riffs lebenden Song sowie im weiteren Verlauf einer tollen Wah Wah-Pedal-Unterstützung, kam der Opener genau richtig.
Ein ansteckender Groove vom herausragend trommelnden Sascha Waack, ein melodisch gezupfter Tieftöner des Bassisten Patrick Pilarski und eine lange Fretboard-Fahrt des Bandleaders waren die prägenden Merkmale der von der Platte Travellin' stammenden Nummer "Lovesick". Mit einem leichten Tritt auf die Tempobremse entwickelte sich ein Timo Gross-Klassiker namens "Sugar Mama" zu einem Publikums-Akteur in Form von rhythmischem Klatschen und dem blues, Rhede-Zuschauer-Chor. Guter Song!
Die Lieder auf der Scheibe Landmarks dokumentieren Timo Gross' musikalische Wurzeln. Ein Root führte beim blues, Rhede-Gig zum "Driftin' Blues", dem der Protagonist damals auf Eric Claptons "E.C. Was Here" über den Weg lief und im Zusammenhang mit dem Track fand auch der Gitarrist Snooks Eaglin Erwähnung. Dieser in den Händen von Timo Gross zelebrierte Slow Blues war ein Highlight des Auftritts. Im Mittelteil wurde die Geschwindigkeit nochmals gedrosselt. Höchst dezent begleitet von Sascha Waacks Hi-Hat- sowie Snare-Kanten-Drumming kreierte der Meister der sechs Saiten einen phantastischen Wah Wah-Sound. Mit einem Platz am vorderen Rand der Bühnenmitte schraubte Timo Gross die Lautstärke seiner E-Gitarre stufenweise bis Null und sang ohne Mikrofon. Glänzend!

Timo Gross (guitars, lead vcoals)

Timo Gross (guitars, lead vcoals)

Dann kam es bei dem Auftritt mit "Time Ain’t Tight", einer insgesamt guten Nummer, endlich zum ersten Track des preisgekrönten Albums. Durch Patrick Pilarskis Backing Vocals verfügte das Stück über einen kräftigen Refrain und überhaupt stellt dieses Lied Timo Gross' ausdrucksstarke Stimme in den Vordergrund. Mit einem freizügigen Solo gefüllt wurde man durchaus neugierig, was wohl noch von "Heavy Soul" kommen würde.
Über einen Blues, der so richtig abging war es dann Zeit für ein tolles – im entfernten Verwandtschaftsgrad zu Jimi Hendrix – "I Need You Badly". Mit einem furiosen, höchst interessanten und beeindruckenden Schlagzeugsolo trommelte sich kurz vor der Pause Sascha Waack in den Fokus der Aufmerksamkeit. Hats off, Sascha!
Die zweite Konzert-Abteilung repräsentierte mit "Bound To The Shadows" von It’s All About Love sowie "Small Town Blues" mit einem Solo von den breiteren bis zu den ganz schmalen Bünden des Fretboards und einem funky Wah Wah-Einsatz, das sehr kompakte Blues Rock-Kraftpaket des Gigs im blues, Rhede. Zum zweiten "Heavy Soul"-Song, "Caribou River", konnte man zu Protokoll geben … schöner Refrain, feines Break, insgesamt ein guter Track.
Viel besser war da schon der balladeske Blues "One Of A Kind". Mit einem sanften Gitarren-Intro und stark akzentuierten Riffs gesellte sich dieses Lied zu den Highlights. Dann begann die Bottleneck-Abteilung. "Slow Down" sowie "Lots Of Fun" im Boogie-Format fegten den Staub aus den letzten Ritzen der gemütlichen Location und das mit ZZ Top-Bezug angekündigte "I Thank You" passte schließlich vom Titel her perfekt zum Ende des Konzerts.
Mit zwei Zugaben-Songs, einem Groove-Rock und einem letzten Timo Gross-Gruß vom Wah Wah-Pedal wurde dann kurz vor Mitternacht das Konzert beendet. Nicht nur der Berichterstatter hätte sich mehr "Heavy Soul"-Songs gewünscht.
Wir bedanken uns bei André Knoch für die problemlose Akkreditierung.
Am  Freitag, dem 27. Oktober wird Roberto Morbioli (Morblus) unter dem Trio-Namen Rob Mo im blues, Rhede spielen.

Line-up Timo Gross:

Timo Gross (guitars, slide guitar, lead vocals)
Patrick Pilarski (bass, backing vocals)
Sascha Waack (drums)



Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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