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Todd Sharpville / Support: Inphonix – Konzertbericht, 17.01.2026, Joker Rock & Blues Club, Geldern

Am 17. Januar 2026 gastierten Todd Sharpville sowie als Support die Band Inphonix im Joker Rock & Blues Club, Geldern.
Todd Sharpville veröffentlichte Anfang 2024 das Album Live At Rockpalast.
Kollege Wolfgang schreibt an Ende seiner Rezension unter anderem von der Vielseitigkeit, Authentizität, Ehrlichkeit im Vortrag und ganz viel Leidenschaft.
Vor "Live At Rockpalast" brachte Todd Sharpville im Sommer 2023 Medication Time auf den Markt. Im Titelsong geht es um »[…] seinen durch Sorgerechtsstreitigkeiten mit seiner Exfrau wegen seiner Kinder erlittenen Nervenzusammenbruchs und seinem daraus resultierenden, 2-monatigen Aufenthalt in einer Kur-Klinik vor 16 Jahren. […]«
Am Anfang des Konzertabends im Joker Rock & Blues Club stand die Band Inphonix auf der Bühne. Dazu schreibt der Culturkreis Gelderland unter anderem:
»[…] Die Düsseldorfer Band Inphonix spielt ein Programm mit ausschließlich eigenen Songs in einem Stil-Mix aus Rock-, Blues- und Pop-Songs mit eingängigen Melodien und fettem Groove. 2015 entsteht die CD "Breathless Days", 2017 folgt das zweite Album "Out Of The Dark". Die dritte Platte wird gerade eingespielt. […]«

Frank Arend (li.) und Stefan Deckers (mi.) bei der Verabschiedung von Willi Teloo

Frank Arend (li.) und Stefan Deckers (mi.) bei der Verabschiedung von Willi Teloo

Bevor es zum Bericht über die beiden Gigs von Inphonix und Todd Sharpville kommt, einige Worte und ein Bild von Willi Teloos Verabschiedung als 1. Vorsitzenden des Vereins Culturkreis Gelderland e.V.
Willi Teloo (re.) wurde von Frank Arend (li.) sowie Stefan Deckers (mi.) für seine langjährige Tätigkeit im Verein geehrt.
Willi Teloo war fünfundzwanzig Jahre Kassierer, von 2017-2018 2. Vorsitzender und von 2018-2026 1. Vorsitzender.
Seit seiner Gründung existiert der Culturkreis Gelderland e.V. mittlerweile seit über fünfundzwanzig Jahren. In den verschiedenen Locations der ehemaligen Kreisstadt Geldern haben unzählige Blues-Fans Top-Acts, Newcomer sowie lokale Bands auf der Bühne live erleben dürfen.
2009 waren es zum Beispiel Ana Popovic oder Jan Akkerman, beide im Muddy Waters Saal.
Im Gasoline Blues Club gab es weitere Blues-Bands zu bewundern.
In den Lindenstuben hat der Joker Rock & Blues Club nun seine Heimat und auch dort konnten im Laufe der Zeit viele Gigs namhafter Bands über die Bühne gehen.

Der Inphonix-Frontmann Uli Schrickel

Der Inphonix-Frontmann Uli Schrickel

In dem einstündigen Gig präsentierte das Quartett Inphonix Songs aus den bereits weiter oben gelisteten Alben "Breathless Days" sowie "Out Of The Dark".
Darüber hinaus gab es Kostproben aus einer zukünftigen Vinyl-Veröffentlichung.
Unter anderem prägten eine Vielzahl von verschiedenen Melodien die insgesamt zwölf Eigenkompositionen. Ja, diese selbstgeschriebenen Nummern hatten eine große Aussagekraft. Nicht nur musikalisch, sondern auch bezogen auf die Texte.

Was den Rock und Blues von Inphonix ausmachte, erlebte das Publikum bei diesem gut besuchten Event im Joker Rock & Blues Club schon bei den ersten Tracks.

"Dearm On" und "Different Legacy" legten das Fundament für einen rundum unterhaltsamen Auftritt, den das Auditorium mit viel Beifall belohnte.
"Loaded Dice" war dann die erste Kostprobe der zukünftig anstehenden LP.
Dieses Lied drückte die bockstarke Linienführung des melodischen Inphonix-Rock aus.
"The Squeezer" ging in ein andere Richtung, denn mit dieser Ballade unterstrich die Combo ihre Qualitäten im Blues-Bereich, verschärft durch Uli Schrickels Harp-Einsatz. Klasse!
Der Frontmann spielte nicht nur E-Gitarre, sondern griff bei der ebenfalls neuen Nummer "Bounce Me Up" zur Cowbell.

"Shining Star" war ein Stück, so wie es der Songtitel ausdrückt und abermals ließ Uli Schrickel als Intro zu der Nummer das Mississippi-Saxofon heulen. Aller guten Dinge sind drei. Auch "Lost In You" verzierte der Bandleader mit seiner Harp.

Es gab kaum einen Track ohne ein Solo von Markus Hinz.
Er unterstrich die Dynamik seiner Alleingänge durch ganz viel Action. Er nutzte den ihm zur Verfügung stehenden Platz voll aus und so gab es nicht nur etwas zu hören, sondern auch was zu sehen. Markus Hinz' servierte fantasievolle Soli, die einen sehr ausdrucksstarken Charakter hatten. Szenenapplaus inbegriffen.

Auch der Mann für die Beats und Grooves sorgte für Aufmerksamkeit.
Nach der verträumten Ballade "Running" ließ Cloth Berneis in "In The Mirror" ein tolles Drum-Solo vom Stapel. Super!

In sich ruhend, konnten sich die anderen Mitmusiker auf Jürgen Werner, den Bassisten der Formation, voll verlassen.
Mit ihrem Auftritt in Joker Rock & Blues Club sorgte Inphonix für Kurzweil.


Line-up Inphonix:

Uli Schrickel (vocals, guitar, harmonica, percussion)
Markus Hinz (guitar)
Jürgen Werner (bass)
Cloth Berneis (drums, percussion, backing vocals)

Todd Sharpville im Januar 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Todd Sharpville im Januar 2026 im Joker Rock & Blues Club Geldern

Viele fleißige Hände sorgten für einen zügigen Bühnenumbau und so konnte Todd Sharpville in Power-Trio-Besetzung loslegen.
Ohren auf! Welch ein Start in einen beeindruckenden Gig.
Als hätte sich die Combo im Backstage-Bereich schon warmgespielt, verursachte der mächtige Druck des Openers "God Loves A Loser" beim Zuhören stante pede für ein wohliges Gefühl.

Todd Sharpvilles Blues Rock hatte nicht nur zu Beginn eine hohe Qualität, ein hohes Niveau.
Viele Highlights sorgten für ausgesprochen gute Laune bei den vielen Leuten vor der Bühne.
Todd Sharpville meinte, dass er nicht so oft auf Coversongs zurückgreifen würde. Allerdings gab er dann durch "Need Your Love So Bad" auf Peter Green-Basis und in Dire Sraits' "Money For Nothing" doch Expertisen seines Könnens beim Interpretieren ab. Dazu und zur Zugabe später noch ausführlich.

Die Werbetrommel drehte sich für das Album "Medication Time", als nicht wenige Kompositionen – unter anderem der Titeltrack – gespielt wurden.

Auch durch seine Reibeisen-Stimme begeisterte der Bandleader. Seine Fretboard-Fahrten kamen einem Surfen auf hohen Wellen gleich.
Todd Sharpville hatte, was seine zig Soli betraf, die Spendierhosen an. Da schöpfte der Protagonist aus seinem bis zum Rande gefüllten Ideen-Fass und so mancher Alleingang hatte das Format eines Strahls, der durch die Location zischte.

Eine Ausnahme bestätigte auch bei diesem Konzert die Regel, denn "I Don’t Need To Know Your Name" ist bisher zwar live erprobt, aber liegt noch nicht als Studio-Version vor.
Auf Hinweis von Drummer Steve Rushton klatsche das Publikum den Rhythmus von "Struggling", einem Blues, in dem Todd Sharpville seine Kompetenz in Sachen Wah Wah-Pedal-Action sowie Psychedelic unter Beweis stellte.
Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der Engländer, als er bei "Used" durch seinen Scat-Gesang, im Einklang mit seiner E-Gitarre, brillierte. Super!

Zu den Highlights zählte ohne Zweifel auch das Stück "Medication Time", in dem Todd Sharpville vorher zu sphärischen Bass-Läufen den Hintergrund zu diesem Lied erzählte (s. oben). Für diesen Slow Blues griff der Schlagzeuger zu den Jazzbesen und wie bei einem unerwarteten Vulkanausbruch kam es zu einer extremen Dynamik, die dann sozusagen in sich zusammenfiel, als der Gitarrist ohne Bandbegleitung ein hinreißendes Solo servierte.
Der Slow Blues gepaart mit großformatigen Gefühlsregungen seitens Todd Sharpville, füllte den Highlight-Behälter, genauso wie das groovende "I Don’t Know".

Todd Sharpville hatte mit Steve Rushton einen Schlagzeuger der Extraklasse in seiner Band.
Selten erlebt man wohl einen Drummer mit so viel Mimik. Action ist ja alleine durch das Instrument angesagt, aber wie Steve Rushton sein Trommeln durch seine Gesichtsausdrücke verstärkte, war sagenhaft.

Bei der Vorstellungsrunde nannte der Frontmann im Zusammenhang mit Steve Rushton auch Jeff Beck.
Im Hillbilly/Rock’n’Roll von "Red Headed Woman" (Bruce Springsteen) hatten Steve Rushton sowie Bass-Mann Marcus Porter die Gelegenheit, ihr besonderes Können durch Soli zu verwirklichen.
"Money For Nothing". Die Musik zerlegte man komplett in ihre Puzzleteile und sortierte sie als eine herausragende Blues Rock-Interpretation neu. Mit einem Hammer-Groove von Steve Rushton und Marcus Porters Bass-Solo, versehen mit tollen Sound-Effekten, machten dieses Stück zu einem Konzert-Höhepunkt der besonderen Art.
Bei "Won’t Say Goodbye", einem Lied, das Todd Sharpville anlässlich der Besetzung eines Freundes schrieb, stellten sich die Härchen auf den Armen hoch. Eine Ballade zum Niederknien.

Eine Jam-Session als etwas über zehnminütige Zugabe. "You Can’t Always Get What You Want" von The Rolling Stones war die Basis und man integrierte Lou Reeds "Walk On The Wild Side" mit vom Publikum gesungenen »[…] Doo, do-doo, do-doo, do-do-doo […]«. Dieser Nummer flößte man viel Funk ein.
Dieses Todd Sharpville-Konzert überzeugte in allen Belangen.
Starke Eigenkompositionen von herausragenden Qualitäten und der hochklassigen Interpretation handverlesener Coversongs machten diesen Gig im Joker Rock & Blues Club zu einem Erlebnis, das man so schnell wohl nicht vergessen wird.
Ein Dank geht an Stefan Kosmalla von Rockline für den klasse Sound und das Bühnenlicht.

RockTimes bedankt sich bei Willi Teloo für den Platz auf der Gästeliste.
Am 21. März werden die Ally Venable Band und als Support die Luca Holkenborg Band im Joker Rock & Blues Club erwartet.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Todd Sharpville:

Todd Sharpville (vocals, guitar)
Marcus Porter (bass, backing vocals)
Steve Rushton (drums, percussion, backing vocals)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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