Anfang Mai 2017 war ganz schön was los im Blues Moose Café, der Konzertreihe, die für die Videoaufnahmen wie immer in der Café Bar De Comm gastierte. Drei Bands innerhalb von einer Woche. Zunächst war es der Amerikaner Nick Schnebelen mit seinem Auftritt, dann folgte das Konzert von dem von der Isle Of Man stammenden Davy Knowles und schließlich machte der Wahl-Amerikaner Ulrich Ellison mit Tribe einen Boxenstopp im niederländischen Groesbeek.
Er stellt sein Album "America" auf einer ausgedehnten Europatour vor und bei insgesamt vier Vorgängerplatten durfte man davon ausgehen, dass nicht nur Songs von "America" auf der Setlist standen. Mit "Tales From The Kingdom Electric" begann 2007 der Reigen der Veröffentlichungen und nach einer längeren Pause hieß es 2012 "Lose Yourself". 2014 folgte "Synergy" und nur ein Jahr später kam "Dreamchaser" auf den Markt. Außerdem erschien unter andrem noch "Live In Switzerland". Einige weiter Artikel befinden sich im »Tribe Store«.
Urich Ellison hat schon seit 2007 in Amerika seine neue Heimat gefunden. Genauer wohnt er im musikalischen Schmelztiegel Austin, Texas. Dort war er bisher dreifacher Gewinner der Downbeat Awards und erhielt 2014 bei den Austin Music Awards in der Kategorie »[…] best Blues/Soul/Funk[…]«-Band eine Preis »[…] as well as the 2016 Award as for "Best Guitar".«
In der Formation Tribe zupft seine Ehefrau Sabine Ellison den Bass. Die Rhythmusgruppe ergänzt Schlagzeuger Joel Duhon und dann ist da noch Cole El-Saleh (Keyboards). Ulrich Ellison studierte auch Jazz-Gitarre.
Für den Start des Gigs hatte man sich ein Instrumental ausgesucht und Ulrich Ellison spielte eine besondere E-Gitarre mit dem Geigenbogen. Dadurch erzeugte er natürlich ganz spezielle Klänge und zwischendrin wurde noch eine wunderschöne Phase "Over The Rainbow" eingewoben.
Der Frontmann gestaltete den Einstieg des folgenden Tracks solo und auch hier offerierte die Combo dann eines ihrer Spezialgebiete. Immer wieder wurden rockige Phase mit herrlich-ruhigen, fast schon schwebenden Intermezzi gekoppelt. Der Namensgeber der Gruppe war toll bei Stimme und mit den Backing Vocals aller anderen Musiker, zum Teil in verteilten Rollen, konnte das Quartett voll und ganz überzeugen.
Meditative Sounds führten zu klasse Gitarren- beziehungsweise Keyboardsoli. Der Tastenmann Cole El-Saleh setzte viele verschiedene Ideen zu tollen Klängen zusammen und schon nach kurzer Zeit war dem Publikum klar, dass sich hier eine eingespielte Formation präsentierte. Schlagzeuger Joel Duhon lieferte mit minimalistischen Mitteln (Snare/Hi-Hat/Bassdrum) einen effektiven Rhythmus und Sabine Ellison, Ulrichs Frau, wusste genau, wie sie eine wunderschön-melodische Basis kreieren musste.
Eine Kostprobe der Songs des Albums "America" war unter anderem "Between Heaven And Hell", ein ruhiges Stück, bei dem der Bandleader die Seele brennen ließ. Mit dem folgenden "Feels Like Heaven" sprach die Band eine musikalische Einladung in die Kirche aus. Die Ballade war von intensiv-sphärischen Tönen geprägt. Toll!
Klasse war auch der Blues Rock "War Song" mit einem Touch irischer Wurzeln und Gänsehaut-a cappella-Finale. Von dort ging es in kürzester Zeit auf eine weite Reise nach Texas. Der agile Joel Duhon trommelte einen fetzigen Groove und Ulrich Ellison versetzte das Stück mit feinen Boogie-Intarsien. Überhaupt boten Urich Ellison And Tribe keinen Blues (Rock) von der Stange. Der 12-Takter dieser Combo hatte schon einen besonderen Geschmack, der von Cole El-Saleh auch durch Fusion-Aromen bereichert wurde. Der Gitarrist nahm sich während des Auftritts zweimal die Freiheit, seine Soli mit einem Spaziergang durchs Publikum zu ergänzen. Ja, bei "Shape I’m In" war mächtig was los.
"Way Down On The Ground" war perfekt sitzender Blues Rock mit fetzigen Riffs und definitiv keinem Westentaschenformat. "Waiting For A Better Day" verfügte über eine sphärischen Beginn mit Pink Floyd-Feeling. Dabei bildete der Cole El-Saleh-Keyboardteppich die Tragflächen der sinnlichen Ballade.
"Sitting On Top Of The World" klingt nicht nur wie ein großartiger Songtitel, sondern auch ein nach funky-relaxtem Feeling, das seiner Intensität aus der Kraft der Entspannung schöpfte und mit einem Ulrich Ellison-Scat-Gesang, der klanggleich zur E-Gitarre zelebriert wurde, seinen Höhepunkt hatte. Toll!
Mit "Test You" vom Album "Rise From The Ashes" und "Tearing Down The Wall", einem Exzerpt von "America" folgten zwei weitere Highlights. Mit seinem Gitarrensolo füllte der Protagonist im wahrsten Sinn des Wortes die gesamte Räumlichkeit, denn er ging abermals durchs Publikum und hatte Augenkontakt zu fast jedem Konzertbesucher. Sein Alleingang pendelte zwischen klassischen Anleihen, "Over The Rainbow" sowie AC/DC. Perfekt!
Im zuletzt genannten "America"-Track erdete Sabine Ellison das Lied mit einem heavy ausgelegten Bass und schließlich machte man auch noch einen herrlichen Schwenk hinüber zu "Breathe" von Pink Floyd.
Nachdem "I’m Down" die Rock’n’Roll-Abteilung der Band widerspiegelte war die nachdenkliche "Rain"-Zugabe geprägt von Ulrich Ellisons Gesang, der ausschließlich von Cole El-Saleh-Pianoklängen begleitet wurde. Mit "Green Light Girl" war ein letztes Mal Blues Rock angesagt.
Ulrich Ellison And Tribe muss man gesehen und live gehört haben. Diese Formation hat den etwas anderen Blick auf den Blues und kann damit begeistern.
Line-up Ulrich Ellison And Tribe:
Ulrich Ellison (guitars, vocals)
Sabine Ellison (bass, vocals)
Joel Duhon (drums, vocals)
Cole El-Saleh (keyboards, vocals)
- Sabine Ellison (bass)
- Cole E-Saleh (keyboards)
- Joel Duhon (drums)
- Ulrich Ellison am Gesangsmikrofon
- Sabine Ellison mit herrlichen Vocals
- Cole El-Saleh beim Solo
- Ulrich Ellison
- Sabine Ellison
- Joel Duhon-Groove
- Ehepaar Ellison
- Alle Augen auf Cole El-Saleh
- Ulrich Ellison
- Ulrich Ellison (red guitar)
- Ulrich Ellison fantasievoll
- Der Gitarrist mit dem Geigenbogen
- Ulrich Ellison And Tribe verabschiedet sich





















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