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V. A. / IAC Records – Artists Release Sampler 2018

Various Artists - IAC Records Artists Release Sampler 2018 - CD-Review

Erst zu Anfang des Jahres 2018, also im Prinzip noch taufrisch, wurde in Kalifornien das Label IAC Records geboren, dessen Name in ausgeschriebener Form Independent Artists Collective bedeutet. Die Väter dieser Porzellankiste sind der Produzent und Sound-Experte Don Setaro sowie der Musiker und Produzent Eric Westphal, die nun zum Ende des Jahres 2018 nochmal ganze neun Scheiben von unterschiedlichen Musikern auf den Markt bringen. Und um sich auch in Europa mal vorzustellen, wurde nun die mir jetzt vorliegende CD produziert, die jeweils zwei Tracks dieser neun Alben enthält. Wobei das Napa Valley Duo und auch die James Blonde Band sogar zwei Alben veröffentlichten, sprich auf dieser Compilation sogar vier Songs vorweisen können. Springen wir also direkt mal rein in dieses bunte Treiben.

Den Anfang macht gleich mein Favorit auf dieser Zusammenstellung von sieben Bands und Solokünstlern, nämlich Dirk Hamilton aus Plano, Texas. Der Mann ist bereits seit den Siebzigern musikalisch unterwegs und kann auf stolze 14 Alben zurückblicken. Seine beiden Tracks "Heart Of Soul" sowie "Alias I" kommen im Singer/Songwriter-Gewand mit Akustikgitarre, Harmonika, einem sanften Bass und Schlagzeug daher und überzeugen einerseits durch ihre starke Komposition, andererseits durch die sehr coole heisere Stimme des Protagonisten. Wenn das mal kein guter Start ist! Der Co-Labelgründer Eric Westphal legt danach zwei rockige Stücke vor, die zwischen Roots und purem Rock pendeln. "Footsteps" gefällt durch ein grooviges Gitarrenriff, das gekonnt durch die Rhythmus-Abteilung und ein sparsam eingesetztes Keyboard unterstützt wird. Etwas moderner oder, um es anders zu sagen, mainstreamiger als die Mucke von Dirk Hamilton, jedoch alles andere als von schlechten Eltern.

Einen direkten Kontrastpunkt setzt dann das Napa Valley Duo mit seinen instrumentalen Nummern im Stil der Musik aus Paris in den Jahren um die Jahrhundertwende von etwa 1880 bis 1915, die auf dem Piano sowie einem Violoncello dargeboten werden. Die vier Titel der zwei Musiker hauen den Verfasser dieser Zeilen zwar nicht unbedingt aus den Latschen, dürften aber für die Freunde dieser Art von Unterhaltung zumindest interessant sein. Witzigerweise wird hier auch eine Version von Pete Townshends bzw. The Whos "See Me Feel Me" verwurstet. Bei der zweiten Combo die vier Tracks am Start hat, handelt es sich um die James Blonde Band, die mit dem ersten Stück "Eldorado" gleich mal einen straight rockenden Haken aus dem Handgelenk schüttelt. Sogar noch besser und insgesamt überzeugender kommt "New Wave", während auch die diese Scheibe beschließenden "Marie" sowie "Money" ohne Rücksicht auf Verluste und voll auf die Zwölf rocken. Eine geile Band, von der der Rock-Fan umgehend mehr Material bekommen möchte. Und selbst wenn das Riff zu Beginn von "Money" ziemlich an den Sex Pistols-Klassiker "God Save The Queen" erinnert, ist das Stück dennoch ein Gewinner.

Der ebenfalls bereits seit zwanzig Jahren auf den Bühnen stehende Andrew Durr ist dagegen wieder deutlich im Roots-Bereich anzusiedeln. Seine atmosphärischen Songs versteht er sehr interessant mit einer warm klingenden Orgel und weiblichen Backing Vocals auszuschmücken. Dabei kann er sowohl mit "Pastures A Plenty", als auch dem sehr emotionalen "The Way You Look Tonight" richtig gut punkten. Der Multi-Instrumentalist Nathan Ignacio kommt aus dem Singer/Songwriter-Genre, legt hier mit "Broken Hands" aber erstmal eine super Rock-Nummer vor. Für "She Never Knew" hat er dagegen die elektrische gegen die akustische Gitarre ausgetauscht. Nach kurzem Intro geht es hier sehr beschwingt zu und außerdem verdammt gut ins Ohr. Der letzte noch zu besprechende Musiker wäre Willie Hines, der im Oktober 2018 mit "Letters To Maria" sein drittes Soloalbum vorgelegt hat. Auch dieser aus Nord-Kalifornien stammende Künstler hält sich musikalisch vor allem im Americana- und Rock-Bereich auf. Bezüglich seiner hier vertretenen Tracks kann er vor allem mit "On Fire" überzeugen.

Insgesamt eine sehr interessante und gute Werkschau, die Lust auf mehr von den Interpreten von IAC Records macht. Meine persönlichen Favoriten sind ganz klar Dirk Hamilton sowie die James Blonde Band, aber auch Andrew Durr sowie Nathan Ignacio würde ich nicht von meiner Playlist streichen. Anchecken auf den einschlägigen Online-Portalen lohnt sich, um danach vielleicht einen neuen Liebling für sich zu entdecken.


Tracklist "Artists Release Sampler 2018":

  1. Dirk Hamilton – Heart Of Soul
  2. Dirk Hamilton – Alias I
  3. Eric Westphal – Footsteps
  4. Eric Westphal – Stop And Smell The Roses
  5. Napa Valley Duo – Hotel
  6. Napa Valley Duo – See Me Feel Me/I Will Fight And Never Slack
  7. Willie Hines – Let’s Not Waste Time
  8. Willie Hines – On Fire
  9. James Blonde Band – Eldorado
  10. James Blonde Band – New Wave
  11. Andrew Durr – Pastures A Plenty
  12. Andrew Durr – The Way You Look Tonight
  13. Nathan Ignacio – Broken Hands
  14. Nathan Ignacio – She Never Knew
  15. Napa Valley Duo – Chimera
  16. Napa Valley Duo – Clair de Lune
  17. James Blonde Band – Marie
  18. James Blonde Band – Money

Gesamtspielzeit: 75:13, Erscheinungsjahr: 2018

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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