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CoreLeoni / Konzertbericht, 23.09.2026, Plaza Club, Zürich

CoreLeoni / Konzertbericht, 23.09.2026, Plaza Club, Zürich

CoreLeoni live in Zürich: "Generection" im kleinen Saal

Zum ersten Mal stehe ich im Plaza. Das ehemalige Kino ist ein traumhaft schöner Konzertsaal, und ich bin sofort verliebt. Klein, vielleicht 300 Personen fasst er an diesem Abend — genau richtig für das, was mich erwartet.

Hinten im Saal leuchten riesige, unter Schwarzlicht gemalte Vögel — fluoreszierendes Violett, Blau und Rot, mit ausgebreiteten Schwingen und langen Schnäbeln, wie Kolibris in Übergröße. Darüber hängt eine kreisrunde Lichttraverse mit Discokugel und roten LED-Fahnen, lüstergleich über dem Saal. So hat er den Charme eines alten Kinosaals bewahrt. Der Saal ist so klein, dass die Musiker von hinter der Bar aus auf die Bühne gehen — diese Nähe begeistert mich schon vor dem ersten Ton.

Im Publikum um mich herum sehe ich etliche T-Shirts vergangener CoreLeoni-Touren, dazwischen ganz wenige Gotthard-Shirts. Einige tragen Rockerjacken mit Patches quer durch die Genres — von den Rolling Stones über Iron Maiden bis Wacken. Ich fühle mich sofort zu Hause.

Lugano war der eigentliche Tourauftakt von CoreLeoni: ein Heimspiel im ganz kleinen Rahmen, dort, wo Leo Leoni herkommt und Gotthard einst gegründet wurde. Drei Tage später bin ich in Zürich. Das neue Album "Generection" ist noch keine zwei Wochen alt und mitreißender Hard Rock. Mit dem Ruf, der der Band vorauseilt, bin ich gespannt und voller Vorfreude.

Rock-Out legen mit Vollgas los

Rock-Out legen mit Vollgas los

Rock-Out

Rock-Out eröffnen. Die zwei Gitarristen und der Bassist stehen im Halbdunkel mit dem Rücken zum Publikum und bauen so den Spannungsbogen auf, bis sie sich umdrehen, die Bühne ins Scheinwerferlicht taucht, die Band zu den Mikrofonen schreitet und der Saal in wuchtigen Sound eintaucht.

Schon der Opener "The Boys Are Back" treibt mit hartem Riff und Drums, die Spannung im Saal steigt sofort — und meine mit ihr. Zwischen den Songs fragt der Sänger ins Publikum: »Wer ist denn wegen uns hier?« Erstaunlich viel Jubel hallt durch den Saal.

Drum-Solo

Drum-Solo

 

Vor einem der letzten Stücke wird der Sänger warmherzig: »Live-Musik ist eine der letzten Freiheiten, die uns noch bleibt!« Dann sagt er, erklärend und versichernd zugleich: »Sobald ihr durch diese Tür reinkommt und eure Stempel abgeholt habt, seid ihr in unserem Safe Space. Nachher seid ihr in CoreLeonis Safe Space. Egal was da draußen abgeht, hier könnt ihr sein, wer ihr seid.«

Irgendwie hat er recht. Er spricht mir aus dem Herzen.

"Pump It Up" zieht gegen Ende das Publikum mit voller Wucht mit, direkt gefolgt von "Dynamite" zum Abschluss — man fühlt sich wie bei AC/DC, wenn diese "TNT" rausschmettern.

Ein explosiver Hardrock-Kracher. Welch eine Messlatte sie hier gelegt haben!

CoreLeoni

CoreLeoni: Eine Wand voller Hard Rock

CoreLeoni: Eine Wand voller Hard Rock

Dann betritt CoreLeoni die Bühne. Bushpepa klatscht ab, in der ersten Reihe kennt man sich. Während des Konzerts erkennt er immer wieder Freunde im Publikum, zeigt auf sie und macht das Rockerzeichen. Sein Charisma ist wie eine Welle positiver Energie, die ins Publikum schwappt.

Leoni hat die Band zum 25. Jubiläum des Gotthard–Debüts gegründet, um Songs neu aufzulegen. Das merkt man den ganzen Abend über: CoreLeoni ist Gotthard im Overdrive-Modus. Das Publikum bejubelt die Gotthard-Klassiker, die im Programm omnipräsent sind, und singt textsicher mit. Und doch ist das hier ein anderes Tier: roh, direkt, hart. Das fetzt. Und wie — ich spüre es im ganzen Körper.

Eugent Bushpepa

Eugent Bushpepa

Eine einzige Ballade lässt die Band zu: "Let It Be". Bushpepa bittet das Publikum, Feuerzeuge rauszuholen — doch viele haben keines mehr und halten wie so oft ihre Mobiltelefone hoch. Der Rest des Abends läuft auf Power nonstop, ohne Abflacher. Kein Durchhänger, keine Verschnaufpause — CoreLeoni hält den Saal von der ersten bis zur letzten Note fest im Griff.

Neben den Gotthard-Covern spielt CoreLeoni auch eigenes Material. Die neuen Songs aus "Generection" fügen sich nahtlos ein — so deutlich haben sie die Gotthard-Cover umgeschrieben und an ihren eigenen, bedeutend härteren Stil angeglichen. "Generation Rock" überzeugt beispielsweise mit treibendem Tempo, das mich sofort mitreißt. "Howling At The Moon" folgt direkt danach, hymnisch und breit gebaut.

Am Mikrofon steht kein Steve Lee, sondern Eugent Bushpepa. Seine Stimme bleibt auch in den Höhen klar und präzise, kräftig durchgehend, mit einer angenehmen Rauheit — eine Stimme, die mich dank Bandbreite, Kraft und Klangtreue beeindruckt.

Kurz vor "Ride On" ruft Bushpepa ins Publikum: »Rock ’n' Roll — Switzerland — never dies!« Genau so fühlt es sich in diesem Moment an, wenngleich dieses Motto für mich nationenübergreifend gilt.

Guitar Battle — 6 Saiten gegen 16

Guitar Battle — 6 Saiten gegen 16

Im letzten Drittel fragt Bushpepa suggestiv ins Publikum: »Are you ready to dance?« Ja, selbstverständlich. Wir tanzen und headbangen schon lange. Doch er fordert mehr — und liefert den Soundtrack dafür! Es folgt "Lady Marmalade" — in einer Version, die mitreisst und fegt. Ich habe gehofft, dass sie diesen Song spielen und bin restlos glücklich. Den weltbekannten Refrain singen selbstverständlich alle mit. Diese Euphorie nehmen sie mit in den nächsten Song, bei welchem er das markante "Firedance" durch das Publikum singen lässt.

Die letzte Zugabe beginnt mit einem kurzen, bejubelten Gitarren-Duell zwischen Leoni und Gianola, bevor sie mit "Last Goodbye" das Publikum ein letztes Mal mitreißen.

Am Ende des Konzerts wendet sich Leo Leoni ans Publikum: »Morgen spielen wir im OldCapitol in Langenthal.« Viele jubelnde und strahlende Gesichter im Saal — offenbar werden sie gleich wieder dabei sein. Ich bin leider schon verplant.

Daheim schaue ich nach: Zusätzlich zum Konzert in Langenthal spielen CoreLeoni diese Woche noch zwei kleine Konzerte in der Schweiz — Herisau und Riddes —, bevor die Europa-Tournee durch Deutschland, Polen, Ungarn, Österreich und die Niederlande startet. Die letzte Gelegenheit, sie in der Schweiz zu sehen, ist dann am 12. Oktober im Z7 in Pratteln. Dort bin ich sicher wieder dabei!

Line-up CoreLeoni:

Leo Leoni (Gitarre)
Eugent Bushpepa (Gesang)
Jgor Gianola (Gitarre)
Mila Merker (Bass)
Alex Motta (Schlagzeug)

Setlist CoreLeoni:

  • Walk On Water"
  • "Standing In the Light" (Gotthard)
  •  "Downtown" (Gotthard)
  • "Generation Rock" *
  •  "Howling At The Moon" *
  •  "Sister Moon" (Gotthard)
  •  "Make My Day" (Gotthard)
  •  "In The Name" (Gotthard)
  • "Fist In Your Face" (Gotthard)
  • "Ride On" (Gotthard)
  • "Let It Be" (Gotthard)
  •  "Let Life Begin"
  • "Like It or Not" (mit Drum-Solo)
  • "Lady Marmalade" * (Cover)
  • "Firedance" (Gotthard)
  • "Here Comes the Heat" (Gotthard)

Zugaben:

  • "Mountain Mama" (Gotthard)
  •  "Last Goodbye" *

(* vom aktuellen Album "Generection")

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Gerhard Hartsleben

Über den Autor

Gerhard Hartsleben

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