Ursprünglich unter dem Namen Jollycaster gegründet, erblickte die Band im Jahr 2019 das Licht der Welt. Angeführt von Sänger, Gitarrist und Komponist Uwe Jolly, hatte das Projekt anfangs die Absicht, als Power-Trio durchzustarten. Doch bereits früh zeigte sich, dass die musikalischen Ambitionen weit über die klassischen Grenzen eines Trios hinausgingen.
Circle Karma Club (CKC) beschreiben ihren Stil selbst als eine spannende »Fusion zwischen Heavy, Pop, Blues Rock und World Music«. Diese Vielseitigkeit könnte es der Band ermöglichen, ein breiteres Publikum anzusprechen und natürlich musikalisch zu experimentieren, ohne sich in ein bestimmtes Genre pressen zu lassen. Ihre Wurzeln liegen jedoch tief im Blues und Blues Rock der 70er Jahre.
Die Musik der Saarländer kombiniert eingängige Melodien, kraftvolle Riffs und gefühlvollen Gesang, was sie geradezu perfekt für Live-Darbietungen macht. Nach ihrem Auftritt als Support für Richie Kotzen 2024 in Saarbrücken hat der CKC seinen Ruf als exzellente Live-Band gefestigt.
Aber kann die Band mit ihrer auf den Tonträger gebannten Musik das halten, was sie bisher live versprochen hat?
Gestartet wird mit dem wunderbar groovigen Titelsong, dessen fast eineinhalbminütiges donnerndes Intro neugierig auf Kommendes macht. Sicherlich ist dieses Lied live ein absoluter Eröffnungsknaller.
Beim folgenden "Sky Too High" brilliert Uwe Jolly gesangsmäßig dermaßen, dass mir dabei hin und wieder der Vergleich zu Robert Plant nicht ganz abwegig erscheint. Kleine, aber feine Gitarrensoli peppen das Stück auf und sind das sogenannte i-Tüpfelchen.
Überhaupt habe ich auch bei den folgenden Tracks immer wieder den Eindruck, dass eine gewisse Nähe zu Led Zeppelin bzw. Robert Plant nicht von der Hand zu weisen ist. Zum Beispiel "This World Fails", das Stück würde hervorragend auf Plants Fate Of Nation passen und erinnert mich am Aufbau an "Come Into My Life".
Die Band zeig eindrucksvoll, wie geschickt sie mit verschiedenen Stilen spielt. Ganz Zeppelin-like wechseln sich die härteren, kraftvollen Tracks mit sanften akustischen Balladen ab. So folgt dem druckvollen Stampfer What Are We Doin' Here? das wunderschöne akustische, ja fast emotionale "Sometimes".
Besonders aufgefallen ist mir "Evelyne", das mich an Zeppelins Klassiker "Ramble On" erinnert. Dabei muss ich sagen: Hut ab! Obwohl Parallelen erkennbar sind, kommt der Song authentisch und eigenständig daher.
Mein persönlicher Favorit ist jedoch "A Place Like Home". Dieser Track hat ein leicht stonermäßiges Flair und quillt förmlich aus den Boxen, als würde man in eine musikalische Lawine geraten. Die Mischung aus Energie und Gefühl macht dieses Stück zu einem echten Hinhörer.
Zum Abschluss gibt es noch einmal einen akustischen Song, der ein komplett gelungenes Album perfekt abrundet.
Es bleibt spannend zu beobachten, wohin die Reise dieser Band noch führen wird. Wir bleiben dran.
Im Dezember vergangenen Jahres hatte ich das Album der pfälzischen Blackyard Riot zum Rezensieren erhalten. In meinem Jahresrückblick schrieb ich, dass ich demnächst das Debüt einer saarländischen Band begutachten werde und bemerkte dazu folgendes an: »Wer wird wohl am Ende die meisten Lorbeeren einheimsen? Ich für meinen Teil halte mich aus der humorvollen Nachbarschaftsfehde zwischen Saarland und Pfalz geflissentlich raus und gehe ganz neutral an die Rezension.«
Nun, meine ganz neutrale Meinung: die Saarländer haben die Nasenspitze ein kleines bisschen weiter vorn.
Line-up Circle Karma Club:
Uwe Jolly (vocals, guitar)
Uwe Angel (guitar)
Achim Neckenig (keyboard, percussion, vocals)
Nick Jörger (bass)
Jan Friedrich (drums)
Tracklist "Wreak Havoc":
- Wreak Havoc
- Sky Too High
- This World Fails
- What Are We Doin' Here?
- Sometimes
- Evelyne
- A Place Like Home
- Beneath The Clouds
Gesamtspielzeit: 33:31, Erscheinungsjahr: 2025



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