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Lonesome Andy & His One Man Band / I Don’t Buy Your Stuff No More – Digital-Review

Lonesome Andy & His One Man Band / I Don't Buy Your Stuff No More – Digital-Review

Nummer fünf aus der kostenlosen EP-Reihe von Lonesome Andy & His One Man Band liegt vor und nach Bad Luck sowie Italy Bound ist nun "Don’t Buy Your Stuff No More" zum Reviewen an der Reihe. Kostenlose EP-Reihe: Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, veröffentlicht Andi Unter, so der richtige Name des Lonesome Andy, pro Jahr zwei Minialben und diese kann man gegen eine freiwillige Spende auch in verlustfreien Formaten herunterladen. Bleibt zu wünschen, dass die Downloader bei Gefallen an der Musik den Plattentitel "Don’t Buy Your Stuff No More" nicht wörtlich nehmen und dem Andy etwas in den Hut werfen, zumal es keine Mindesthöhe für eine Spende gibt.

Wie der Musiker betont, wurden alle Tracks live in einem einzigen Anlauf aufgenommen und nicht bearbeitet; »Keine Overdubs, alles gleichzeitig eingespielt, mit rauem und authentischem Lo-Fi-Sound zwischen Pre-War Blues, Gospel und Roots Music«.

Der mit knapp über 40 Jahren noch relativ junge Musiker für die Liebe zum Blues der Vorkriegszeit geizt bei seinen Liedern nicht mit den Attributen, die diese alte Spielweise sofort erkennbar machen. Es ist nicht das logischerweise fehlende elektrische Equipment, auch nicht das Picking, nicht das Harmonikaspiel, obwohl Andi natürlich auf Fingerpicking setzt. Auch die Harmonika hat ihren Platz und geslidet wird auch. Nein, es sind die Kompositionen in Verbindung mit den eingesetzten Spieltechniken, die ab dem ersten Ton diesen Blues weit, weit zurück in eine andere Zeit trasnportieren. Baumwollfelder tauchen vor dem geistigen Auge auf und auf der Porch sitzende dunkelhäutige Männer, die ihren Blues jedem mitteilen, der ihn hören mag.

Es gibt keine Gimmicks neben dem rohen und ungeschliffenen Sound. Es ist fast wie dekadente Schickimicki Dubai-Schokolade versus richtige Bitterschokolade mit Werten über 70%. Vielleicht kann man Andis selbst konstruiertes fußbetriebenes Schlagzeug als Besonderheit noch mit ins Spiel bringen, denn da er Saiten, Harmonika und Rhythmus gleichzeitig bedient und dazu auch noch singt, darf es bei der Bedienung des Instrumentariums keine Stolperfallen geben.

Als weitere Besonderheit geht sicher auch der letzte Track durch, der nicht nur "Hawaiian Waltz" heißt, sondern auch als solcher zu identifizieren ist. Und zwar in Punkto Hawaii, als auch in Punkto Walzer. Man könnte an manchen Stellen des leider zu kurzen Stückes allerdings ebenso auf den Gedanken kommen, in einer Gebirgshütte zu sitzen und einem Senner beim Musizieren zuzuhören. Analog zur Schokolade, natürlich ein ungeschliffenes Glas voll mit ehrlichem Hauswein vor einem auf dem Tisch.

Schön, dass es Musiker gibt, die erstens solch authentischer Musik noch einen Platz einräumen, die zweitens die Fähigkeit besitzen alles was zu hören ist, gleichzeitig und alleine zu spielen und die drittens eigentlich für umme spielen. Ob nämlich viele ihrem Musik-Download auch einen Spenden-Upload folgen lassen, glaube ich eher weniger. Aber ich irre mich da sehr gerne.


Line-up Lonesome Andy & His One Man Band:

Andi Unter (all instruments played live at the same time)

Tracklist  "I Don’t Buy Your Stuff No More":

  1. I Don’t Buy Your Stuff No More (02:38)
  2. The Great Flood (02:25)
  3. In The Coalmine (02:20)
  4. Why Should Jesus Love Me So (02:51)
  5. Hawaiian Waltz (01:58)

Gesamtspielzeit: 12:12, Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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