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UFO / The Wild, The Willing And The Innocent – 2026 Remaster – Digital-Review

UFO - "The Wild, The Willing And The Innocent - 2026 Remaster" - Digital-Review

Die Geschichte der englischen Band UFO wurde in unserem Magazin ja bereits oft erzählt und dürfte mittlerweile fast jedem interessierten Hörer bekannt sein. Nicht wirklich bekannt ist, ob der Abgang von Michael Schenker die restliche Band geschockt oder eher kalt gelassen hat. Da dem Rezensenten keine Aussage dazu bekannt ist, geht er mal von zweiterem aus. Mit Paul 'Tonka' Chapman, der in den vergangenen Jahren bereits mal kurz in der Band war, war auf jeden Fall ziemlich schnell der neue Mann für die sechs Saiten gefunden und im Studio spielte die Band No Place To Run (1980) mit niemand Geringerem als dem Beatles-Produzenten George Martin hinterm Mischpult ein. Damit konnte das Quintett zwar eine Silberauszeichnung in Großbritannien einfahren, dennoch genießt die grundsolide Platte unter Fans, in erster Linie wegen der Produktion, immer noch einen gespaltenen Ruf.

Möglicherweise waren die Briten ebenfalls nicht ganz zufrieden und nahmen für den Nachfolger, das hier zu besprechende "The Wild, The Willing And The Innocent" den Produzenten-Job in die eigenen Hände. Vor den Aufnahmen galt es noch den Keyboarder und Rhythmus-Gitarristen Paul Raymond zu ersetzen, der die Combo nach einem Streit mit Phil Mogg verlassen und sich der Michael Schenker Group angeschlossen hatte. Für ihn kam Neil Carter in die Band. An den Songs hatte es bei "No Place To Run" nicht gelegen und für die neue Scheibe legten UFO sogar noch einen drauf. Bereits der Opener "Chains Chains" überzeugt durch jede Menge Power, gute Riffs und Moggs sehr starken und unverkennbaren Gesang. Die hohe Qualität wird mit "Long Gone" und dem Titeltrack locker gehalten, bevor mit "It’s Killing Me" die erste Halb-Ballade angestimmt wurde. Sehr gutes Material, das darüber hinaus auch noch konform mit der gerade explodierenden NWoBH ging und sich ganz sicher vor niemandem verstecken musste.

Auch die zweite Vinylseite lässt mit den sowohl eingängigen wie auch rockenden "Making Moves" sowie dem als Single ausgekoppelten, über ein starkes Piano und Saxophonsolo verfügende "Lonely Heart" keinen Deut nach. Nach dem klasse Rocker "Couldn’t Get It Right" folgt abschließend die geniale Ballade "Profession Of Violence", bei der neben Phil Mogg auch 'Tonka' Chapman einen glanzvollen Auftritt hinlegt. Als ersten Bonus dieser neuen Ausgabe gibt es die beiden Single-Edits von "Couldn’t Get It Right" sowie "Lonely Heart" und einen alternativen Mix von "It’s Killing Me". Schöne Ergänzung, allerdings auch nicht essenziell. Ich hatte es an anderer Stelle bereits einmal geschrieben: "The Wild, The Willing And The Innocent" war nicht nur das stärkste UFO-Album der achtziger Jahre, sondern die beste Studioplatte der Band in den vielen Jahren ohne Michael Schenker. Jeder einzelne der acht Tracks geht in voller Länge als Sieger durchs Ziel und auch beim Remastering wurde hier ein Spitzenjob hingelegt. Die Platte kommt sowohl druckvoll, als auch transparent und rockt ohne Ende. Alle Daumen nach oben!

Das eigentliche Bonus-Material dieser neuen Ausgabe stellen jedoch die elf Tracks vom Konzert der Band im Hammersmith Odeon in London vom 29. Januar 1981 dar, die den Fünfer in hervorragender Form präsentieren. Mit "Long Gone", "Lonely Heart" sowie "Chains Chains" waren drei Nummern des aktuellen Studioalbums in der Setlist, die ansonsten mit "Cherry" (von "Obesession", 1978) und "Mystery Train" (von "No Place To Run") sowie den unverzichtbaren Klassikern "Too Hot To Handle". "Lights Out", "Rock Bottom", "Shoot Shoot", "Only You Can Rock Me" und natürlich "Doctor, Doctor" gefüllt wurde. Insgesamt also ein absolut rundes Paket, das ohne Abzüge empfohlen werden kann. Sowohl Interessierten bzw. UFO-Einsteigern, aufgrund des großartigen Sounds und dem Bonus-Material aber auch langjährigen Fans bzw. jedem, der die Platte bereits im Schrank stehen hat. Eine extrem gut gelungene Neuauflage eines sowieso schon bärenstarken Albums.


Line-up UFO:

Phil Mogg (lead vocals)
Paul 'Tonka' Chapman (guitars)
Pete Way (bass)
Neil Carter (guitars, saxophone – #6,10, background vocals)
Andy Parker (drums)

With:
John Sloman (keyboards)

Tracklist "The Wild, The Willing And The Innocent (2026 Remaster)":

  1. Chains Chains
  2. Long Gone
  3. The Wild, The Willing And The Innocent
  4. It’s Killing Me
  5. Making Moves
  6. Lonely Heart
  7. Couldn’t Get It Right
  8. Profession Of Violence
  9. Couldn’t Get It Right (single edit)
  10. Lonely Heart (single edit)
  11. It’s Killing Me (alternate mix)
  12. Long Gone (Live at Hammersmith Odeon, London, 1/29/81)
  13. Chains Chains
  14. Lonely Heart
  15. Cherry
  16. Mystery Train
  17. Only You Can Rock Me
  18. Too Hot To Handle
  19. Lights Out
  20. Rock Bottom
  21. Doctor, Doctor
  22. Shoot Shoot

Gesamtspielzeit: 113:26, Erscheinungsjahr: 2026 (1981)

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
Über mich
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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