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Fungi And Foe / Let’s Wriggle – Digital-Review

Nach I Wanna Sit On Your Face And Wriggle sowie I Remember How I Used To Sit On Your Face And Wriggle bringen die Experimental-Gesetzlosen Fungi And Foe es Titel-technisch auf den Punkt, denn die im Sommer 2019 erschienenen sieben Songs laufen unter der ganz knapp gehaltenen Überschrift "Let’s Wriggle".
Kann zum grenzenlosen 12-Takter der experimentalen Ausgabe wieder herum gezappelt werden?

Zur Information: »[…] Wir haben beschlossen diese Veröffentlichung, nur mittels eines digitalen Vertriebes (iTunes, Amazon Music, Spotify,…) zu machen. Für CD-Liebhaber: ein Booklet mit der Artwork des Albums (Titalliste, Cover,…) zum selber ausdrucken haben wir gestaltet und man kann dies auf unserer Homepage runterladen. Die Songs können umsonst (Spende freiwillig) bei Bandcamp heruntergeladen werden. […]«

Das Duo heißt den Hörer gleich mit einem "Moontravel" willkommen.
Die etwas über siebenminütige Reise ist äußerst ereignisreich. Wenn man so will, zünden die Triebwerke nach einem kurzen Countdown aus dem Stand heraus. Der funkige Treibstoff fließt durch dicke Rohre zu den Raketen. Extrovertiert praktizieren Bass, Drums und Gitarre ziemlich stoisch-heftige Aktivitäten. Neben einem energetischen Gesang hören wir zwischendrin jede Menge Funksprüche und dazu ist der Funk metallisch-urwüchsig. Urgewaltig zerschneidet dieses Stück die kosmische Stille. Ein langes Saiten-Solo lagert sich über den fulminanten Sound und sorgt für positive Vibrations. Kurz vor dem Touchdown mutieren die tiefen Töne zu einer Art verzerrter Orgie. Wow, welch eine Nummer!

Geradezu gutmütig lullen einen die ersten Töne von "Comeback" ein.
Eine weibliche Stimme streichelt einem sanft die Wangen und dann muss man sich für viele rhythmisch-eruptive Ausbrüche bereit machen. Heftige Gitarren-Gewitter ergießen sich in Kaskaden über den Hörer. Im Schutz eines Gebäudes schließt man Freundschaft mit dem exotisch-abgedrehten Fungi And Foe-Rock’n’Roll.
Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist bekanntlich fließend, nicht exakt definierbar.
An dieser mysteriösen Schwelle bewegen sich Fungi And Foe. "Crazy Blues" ist ein weiteres Stück genial-wahnsinniger Kollagen, die wie ein herumirrender Lichtpunkt verzweifelt Halt im musikalischen Funk Metal suchen, aber trotz allen Bemühens erfolglos bleiben. Stattdessen unternimmt der Foe-Bass – begleitet von erschöpftem Atem – Ausflüge ins Experimentelle.

Über ein furios-funkiges "American Girl" mit einem vor Power strotzenden Bass und zupackenden Schlagzeug prägt bei "Gutter Game" abermals der höllische Tieftöner die Szenerie. Ah, da ist sie wieder, diese sympathische Frauenstimme. Sehr schön! In dieser Nummer tauchen auch etwas zurückhaltende Phasen auf und man fügt psychedelisch anmutende Klänge hinzu. Enorm, was Foe am Bass spielt. Klasse!
Zum Abschluss kommt der "Tick-Tock-Man" auf den Plan. Das Stück mäandert durch diverse Stile und setzt ein letztes Ausrufezeichen.

"Let’s Wriggle" von Fungi And Foe bereichert die Szene auf eine sehr individuelle Art und Weise. Außer Frage steht das Duo für ein musikalisches Verständnis, dass den Hörer herausfordert.
"Let’s Wriggle" ist extrem, extrem gut.


Line-up Fungi And Foe:

Fungi (drums)
DrTTo (samples)
Foe (bass)
Ray (vocals)

Tracklist "Let’s Wriggle":

  1. Moontravel (7:12)
  2. Comeback (5:14)
  3. Crazy Blues (5:16)
  4. American Girl (5:00)
  5. Gutter Game (6:02)
  6. Blood (4:33)
  7. Tick-Tock-Man (4:23)

Gesamtspielzeit: 37:43, Erscheinungsjahr: 2019

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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