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Markus Wienstroer / W3 Project – LP-Review

Markus Wienstroer / W3 Project - LP-Review

2017 brachte Markus Wienstroer das Album 8 PM auf den Markt.
Blue Angel folgte im Jahr 2023.
Anfang November 2026 erschien "W3 Project". Markus Wienstroers drittes Soloalbum.
Songs aus dieser Veröffentlichung waren am 10. Januar 2025 bereits Teil eines Konzerts im Buena Ressa Music Club in Rees.
"In The Desert" war als Bonus Track auf "Blue Angel" vertreten und nun rückt das Stück in die reguläre Tracklist.

"W3 Project" ist als eine Limited Edition mit einer Stückzahl von fünfhundert Exemplaren als »[…] 180 Gram Black Vinyl […]« erschienen.
Die Songs auf der vorliegenden Platte wurden von Markus Wienstroer komponiert sowie produziert.
"Men At Work" stammt aus der Feder von Klaus König.
Aus den Informationen von Knechtsand Media geht unter anderem hervor, dass man Markus Wienstroer auch in Verbindung mit Lalo Shiffrin sowie Ray Brown bringt.
Mit Schlagzeuger Ginger Baker (Cream/Eric Clapton) und Randy Brecker (Brecker Brothers)  spielte er »[…] bei der Wuppertaler Band von Jan Kazda (Das Pferd) […]«.

In "High Up In The Sky" und "My Desire" singt Raoul Haberhauer, der mit seinen Vocals viele Stile vertritt. Zunächst in ein ruhiges Fahrwasser gebettet, entwickelt sich recht schnell eine im Fusion verortete Nummer mit einem Raoul Haberhauer, der über Edelmetall auf seinen Stimmbänder verfügt. Der Bandleader zaubert ein herrlich rockendes Solo auch im Flinkefinger-Format. Super! Nach einem weiteren relaxten Part mit feinsten Christoph Wohlfeil-Bass-Läufen sowie einem abschließenden Überflieger-Einsatz seitens Markus Wienstroer endet das Stück dann in einer nochmaligen Gesangs-Phase von Raoul Haberhauer. Klasse Song!
Hart, härter, "My Desire". Diese Nummer schraubt sich in die höheren Regionen des Hard Rock. Abermals gibt es eine relaxte Phase, in der sich Markus Wienstroer solierend hervortut. Ansonsten ist hier die Wucht des Hard Rock zu spüren. Ja, dieser Raoul Haberhauer ist ein Könner und passt perfekt zur komponierten Musik.

Neben seinem tollen Drumming steuert Schlagzeuger Jan-David Wienstroer in "Smilodon" Voices bei. Auf hohem Niveau sortiert sich, wie alle anderen Tracks, dieses Stück auf dem obersten Regalbrett der Fusion ein. Markus Wiestroer begehrt auf. Er serviert uns eine furiose Fretboard-Fahrt mit einem Verve, das Bände spricht. Bei diesem Gitarristen müssen die Fingerkuppen mit Gold beschichtet sein. Naja, letztendlich ist es sein Reichtum an Ideen, die sich in seinen Wanderungen über das Griffbrett ausdrücken. Feeling in allen Lagen. Man muss einige Zeit warten, bis fast am Ende der Nummer Jan-David Wienstroer durch seinen Scat-Gesang zu Handclaps glänzt. Dieses Lied fügt sich in die lange Reihe der Highlights ein.

Los geht das Album mit "Happy".
Ein typisches Markus Wienstroer-Lied. Es ist nicht negativ gemeint. Es ist Ausdruck seines sehr individuellen Verständnisses für die Musik, der ihn von anderen Genre-Musikern unterscheidet. Ausgezeichnet mit Tiefgang, ganz persönlich kolorierten Fantasien, beeindruckenden Arrangements, bezaubernden Klängen und einer unwiderstehlichen Spielfreude. Facettenreiche Fusion at its best!
"Men At Work". Power, Jan-David Wienstroer und Christoph Wohlfeil-Drive. Hammer, hier geht die Fusion-Post nicht im Droschken-Tempo ab, sondern viel mehr in der Form eines Boliden mit Straßenzulassung. Melodische Blitzlichter wechseln sich mit Starkstrom-Parts ab und obendrauf ist es Bassmann Christoph Wohlfeil, der das einheizende Stück mit einem funky-geslappten Solo krönt. Die Serie der Highlights nimmt kein Ende.
Kontrast. In der Ruhe liegt die Aussagekraft von "Simple Waltz". Den Tieftöner zupft Konstantin Wienstroer. Wunderschön swingt der Jazz und bei uns macht sich ein herrliches Wohlgefühl breit. Man kann sich bei diesen 3:31 Minuten großartig entspannen. In aller Kürze eine traumhafte musikalische Reise.

"Guru" ist ein Vorzeigebeispiel für die variantenreiche Fusion der Formation. An- und abschwellende Dynamik sind ein Markenzeichen der Markus Wienstroer-Musik. Der Frontmann wechselt von der E-Gitarre zur Violine. Auch auf dem Streichinstrument ist er ein Meister.
Wo "Men At Work" aufhört, macht "Peace" weiter. Die Energie fokussiert sich in einer Chorografie, zu der man zwar schwerlich tanzen kann, aber das rhythmische Mitmachen der Fußwippe ist hier drin.
Mehr in Richtung rockender Jazz geht "Blast From The Past". Zwischen Beats und Groove ist dieses Stück eine Angelegenheit der Rhythmus-Fraktion. Natürlich hat Markus Wienstroer auch hier ein Gitarren-Wörtchen mitzureden.

"W3 Project" von Markus Wienstroer ist die hohe Kunst der Fusion mit feinen Blicken über den Tellerrand.
Beim "W3 Project" von Markus Wienstroer werden nicht nur seine Fans Interesse an der limitierten LP haben.


Line-up Markus Wienstroer:

Markus Wienstroer (guitars, bass – Side B – #6, violin – Side B – #4)
Jan-David Wienstroer (drums, percussion, voices – Side A – #3)
Christoph Wohlfeil (bass)
Raoul Haberhauer (vocals – Side A – #2, Side B – #2)
Konstantin Wienstroer (bass – Side B – #5)

Tracklist "W3 Project":

Side A:

  1. Happy (4:08)
  2. High Up In The Sky (5:45)
  3. Smilodon (6:14)
  4. Klimarkant (4:56)
  5. Peace (3:31)

Side B:

  1. Blast From The Past (4:15)
  2. My Desire (4:02)
  3. Men At Work (5:17)
  4. Guru (4:16)
  5. In The Desert (4:37)
  6. Simple Waltz (5:56)

Gesamtspielzeit: 24:34 (Side A), 28:23 (Side B), Erscheinungsjahr: 2026

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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